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1  Local / Anfänger und Hilfe / Re: Bitcoin nicht fungibel! - Was tun? on: November 16, 2022, 04:49:33 PM
Wenn man sich etwas umsieht nach Bitcoins, die nicht mit KYC in Verbindung stehen, z.B. auf Bisq, Hodlhodl, Robosats, Peach, Mycelium, Automaten (welche die kein KYC verlangen) oder realen Treffen für Bitcoin gegen Cash, dann ist deutlich zu sehen, dass diese fast ausschließlich ÜBER dem Marktpreis gehandelt werden. So hat also der Markt schon entschieden, dass Coins ohne KYC mehr Wert sind.
Diese Schlussfolgerung würde ich so nicht ziehen. Es gibt nämlich vielleicht gerade bei Online-P2P (bei BTC gegen Cash eher weniger) noch einen anderen Grund: Chargebacks und andere Risiken wie gekaperte Konten. Eine Bitcoinzahlung lässt sich nicht zurücknehmen, Überweisungen und vor allem PayPal-ähnliche Wallets aber schon. Daher könnte der höhere Preis auch auf das erhöhte Risiko des BTC-Verkäufers zurückgehen.

Quote from: Tobi971
Stimmt! Hast absolut recht, das Risiko kommt auch noch dazu. Wir haben also Arbitrage-Händler, die über dem Kurs P2P verkaufen und wir haben Käufer, die bereit sind für Coins ohne KYC einen Aufpreis zu bezahlen.

Was für mich wichtig ist und ich nicht wirklich fündig werde: Was kann auf Codeebene getan werden, damit registrierte Miner (Identitätsbekannt gegenüber Staat) nicht zur Zensur gezwungen werden?
Ohne jetzt leider zu BIPs was sagen zu können: Die Idee, die ich vorhin erwähnte wäre etwa so:

- Bei einer Weitergabe der Transaktion zwischen Nodes signiert der empfangende Node die Transaktionsdaten und gibt sie an den sendenden Node zurück.
- Ein Miner darf nur Transaktionen einbauen, die er bereits mit dem Key signiert hat, der seiner Miningadresse entspricht. Somit können Nodes, die diese Signatur erhielten, nachweisen, dass er diese TX empfangen hat.
- Auch muss ein Miner alle Transaktionen einbauen, die er signiert hat und dem aktuellen Fee-Level entsprechen (genauer: es darf keine TX aufgenommen werden, die eine niedrigere Fee hat, als eine, die aufgenommen wurde.)
- Die Mining Rewards werden eingefroren.
- Es wird eine neue Rolle eingeführt: der "Challenger". Ein Node, der einem Miner z.B. in 1000 Blocks nachweisen kann, dass er die vorherigen Regeln missachtet hat (also eine TX eingebaut hat, die nicht signiert wurde, oder eine signierte TX mit höherer Fee als die TX mit der niedrigsten Fee abgelehnt hat) kann einen Block "challengen" (sorry fürs Denglisch, kenn kein gutes deutsches Wort dafür) und kann den Mining Reward in einem der nächsten Blöcke abziehen.
- Somit besteht ein Anreiz für Miner, alle Transaktionen mit passender Fee aufzunehmen, weil sie sonst ihren Blockreward wahrscheinlich verlieren.

(das ganze ist inspiriert vom Slasher-Konzept, das in Proof of Stake-Protokollen genutzt wird)

Ob sowas technisch möglich ist? Schwierig wird es besonders, nachzuweisen, ob man eine TX eingebaut hat, die nicht signiert wurde, weil ja eigentlich für alles, was nicht auf der Blockchain ist, wenn ich es richtig verstehe die "open world assumption" gilt (man weiß nicht, ob es geschah oder nicht). Theoretisch müssten die Miner daher besagte Signaturen in der Blockchain speichern. Vielleicht geht das über einen Merkle Tree bzw. einer "prunable" Nachricht, die nach 1000 Blocks (dann wird es eh irrelevant) wieder von den Fullnodes gelöscht werden kann. Hier gibt es sicher auch wieder Angriffsvektoren usw .... also trivial ist das auf keinen Fall ... vielleicht auch unmöglich, bin da kein Experte. Ich denke auch, wenn das gehen würde, müsste es schon irgendwo diskutiert worden sein.

Kann es mir grob vorstellen, aber dafür weiß ich zu wenig um die Auswirkungen beurteilen zu können. Wäre dann nach der Vorstellung jede Node ein Challenger? Wenn nein, wäre es wieder leicht angreifbar bzw. sehe ich Probleme der Dezentralität. Welche Auswirkungen hätten diese Signaturen auf die Blockgröße? Auch wenn sie später gelöscht werden, hm. Das kann ich nicht einschätzen. Grundsätzlich denke ich auch ähnlich, wie du unten schreibst. Gäbe es eine einfache und zugleich sichere Methode, wäre sie vermutlich schon lange implementiert worden. Je größer der Code ist, umso mehr Black Swans könnten letztlich auch passieren, weil man nie sicher Überblicken kann, welche Angriffsmöglichkeiten sich dadurch eventuell bieten würden.

Aber trotz allem wären dies ja nur Änderungen, die einen Miner aus ökonomischer Sicht zu weniger Zensur bringen. Ein ökonomischer Anreiz könnte aber wohl nicht schwerer wiegen, als ein staatliches Gesetz, das die Aufnahme von bestimmten Tx in einen Block verbietet. Die meisten Miner sind ja leider große Unternehmen die nicht anonym Minen können. Damit können sie Gesetze nicht ignorieren. Aus ökonomischer Sicht mache ich mir wenig Sorgen, dass hier Zensur betrieben wird. Macht wenig Sinn in meinen Augen. Die Opportunitätskosten wären doch schon sehr hoch, wenn der Blockreward weiter sinkt und man dennoch Tx nicht inkludiert, obwohl die Fee höher ist als von anderen Tx. Was ich mir vorstelle, kann wahrscheinlich gar nicht umgesetzt werden, weil ganz Bitcoin darauf aufbaut, dass Miner die Adressen kennen müssen, die sie in einen Block aufnehmen. Damit wäre es ja nur möglich sich staatlicher Regulierung zu entziehen, wenn Miner nicht in der Lage wären, zwischen bestimmten Transaktionen und Adressen zu wählen bzw. diese zu sehen.

Das einfachste um dem vorzubeugen ist wohl, niemals eine Adresse doppelt benutzen. So wird es schwieriger für Behörden bestimmte Adressen Blacklisten zu wollen. Spendenorganisationen sollten möglichst einen BTCPay-Server nutzen um immer eine neue Adresse für jeden auszugeben oder auf Paynyms setzen (super Sache, leider bisher kaum verbreitet. Unterstützt wird dies bisher von Samourai und Sparrow. Zumindest sind mir nur diese bekannt). Das schützt nicht vor allem, aber sicher doch enorm ohne dass man viel Wissen braucht.

Und ja, wie schon wer anders schrieb, ist die Vorstellung alle Zahlungsströme zu blockieren, falls das Geld zuvor irgendwann in kriminelle Machenschaften verwickelt war, ziemlich extrem. So funktioniert unser aktuelles Geldsystem auch nicht. Wäre auch unmöglich. Da Bitcoin aber noch so neu für viele ist und in den Köpfen der Regulatoren wohl auch noch nicht vorgedrungen ist, dass nicht alle kriminell handeln, die Bitcoin nutzen, kommen die Vorschläge zu Blacklisting, Analyse etc. denke ich häufiger als im traditionellen Finanzwesen. Wenn man die gleichen Personen nach Bargeld fragen würde, würden sie vermutlich größtenteils bestätigen, dass die Anonymität davon in Ordnung ist (abhängig vom Volumen der Transaktion).

Fazit: Bitcoin ist wohl das beste Tool für finanzielles Eigentum und Eigenständigkeit. Entfernen sich aber Staaten so weit von den Bürgern, dass diese nur noch gegeneinander arbeiten, kann auch das robusteste System nicht in die Gesellschaft gelangen. Damit finde ich mich zur Zeit ab. Was Druck auf "gute Regulierung" verschafft, sind eine große Anzahl an Befürwortern aus der Gesellschaft und eine möglichst heterogene noch dazu. Langfristig lassen sich so Verbote, Blacklisting etc. am wenigsten aufrechthalten. Passiert dies nicht, dann muss man vielleicht Bitcoin als gescheitert ansehen. Vielleicht braucht es auch erst mehr Beispiele von normalen Bürgern, die eine Mahlzeit mit Bitcoin bezahlen, ein Angreifer die Historie und zukünftige Tx prüft und es zu einer Straftat aufgrund von zu wenig Privatsphäre gibt, dass auch Behörden verstehen, dass es Privatsphäre auch auf Bitcoin braucht.
2  Local / Anfänger und Hilfe / Re: Bitcoin nicht fungibel! - Was tun? on: November 15, 2022, 08:25:49 PM
Danke für den Thread. Über diese Dinge denke ich auch häufig nach. Ein paar Gedanken meinerseits:

Es ist durchaus sinnvoll, sowohl Coins zu besitzen, die von KYC-Börsen stammen, als auch welche, die ohne KYC erworben wurden. Je nachdem wie sich die EU und andere in weiter Zukunft positionieren, kann beides wichtig sein. Wieso genau möchte ich jetzt nicht genauer ausführen, denke das sollte einleuchtend sein....

Dass p2p Coins billiger sind, halte ich nur in Ausnahmefällen für zutreffend. Wenn man sich etwas umsieht nach Bitcoins, die nicht mit KYC in Verbindung stehen, z.B. auf Bisq, Hodlhodl, Robosats, Peach, Mycelium, Automaten (welche die kein KYC verlangen) oder realen Treffen für Bitcoin gegen Cash, dann ist deutlich zu sehen, dass diese fast ausschließlich ÜBER dem Marktpreis gehandelt werden. So hat also der Markt schon entschieden, dass Coins ohne KYC mehr Wert sind. Sicher nicht immer, aber fast immer. Hängt aber auch wieder vom Volumen ab und lässt sich schwer pauschalisieren.

Coinjoins werden hoffentlich immer mehr Verbreitung finden. Im Idealfall gibt es sogar Wallets, die das vollautomatisch machen. Aktuell sicher noch nicht, aber wer weiß. Ein weiterer Anreiz hierfür wäre, wenn ein Coinjoin billiger ist, als eine normale Transaktion. Gerade dann, wenn Blockspace immer begehrter und damit teurer wird (aktuell zu billig, dass Kostenersparnis zum Coinjoin führen würde). Sicher bin ich mir hier nicht, aber mehrere UTXOs zu kombinieren sollte günstiger sein, als nur die eigenen. Z.B. auch relevant für genügend zukünftige Channel openings in Lightning.

-> Glaube ich, dass jeder zukünftig Coinjoins macht? Nein, ziemlich sicher nicht, außer es wird Standard und Wallets machen es automatisch.

-> Ist es notwendig, dass jeder Coinjoins macht? Wünschenswert wäre es. Allein schon der eigenen Privatsphäre willen. Allerdings darf man nicht vergessen, dass mit mehr und mehr Verbreitung von Bitcoin und steigender Umlaufgeschwindigkeit auch die UTXOs immer mehr miteinander vermischt werden. Das kann man sich vorstellen, wie Geldscheine, die unausweichlich von kriminellen Händen auch in die Hände gesetzestreuer Bürger gelangen. So gäbe es wohl schon bei einer 5% Coinjoin-Quote langfristig kaum noch UTXOs, die sich nicht bis zu einem Coinjoin zurückverfolgen ließen. So wäre die Historie also sowieso begrenzt und nie bis zum Ursprung zurück verfolgbar. Um die Transaktionshistorie zu prüfen, kann immer nur eine Probabilistische Aussage getroffen werden. Das bedeutet, dass eine Transaktion und UTXO nur zu einer bestimmten Wahrscheinlichkeit zugeordnet werden kann. Wenn also Börsen, Supermärkte oder andere Zahlungsempfänger den Ansatz verfolgen, die gesamte Historie zu prüfen, kann so gut wie kein Bitcoin mehr akzeptiert werden. Theoretisch wäre Whitelisting möglich, Coinjoin führt zu Ablehnung etc. Ist aber doch seeehr schwer umzusetzen. Wenn auch nicht ausgeschlossen.

-> Welche Möglichkeit hätte eine Börse nun, nachzuweisen, dass eine gesendete Transaktion tatsächlich von dir vorher in einen Coinjoin gewandert ist und nicht einige Vorbesitzer vorher? Z.B. Samourai Wallet bietet sogenannte Riccochet Transaktionen an. Dabei geht eine Transaktion vor dem Weg zum Empfänger über 5 Hops (Adressen). So kann ein Coinjoin mit anschließender Riccochet Transaktion kaum als ursprünglicher Coinjoin erkannt werden. Wahlweise kann dies in unterschiedlichen Blöcken stattfinden (kann man nach Bedarf einstellen). Fakecoinjoins, two person Coinjoins (Stonewall, Stonewall 2x) und Payjoins sind auch noch eine Möglichkeit, die man in Betracht ziehen kann. Diese sehen wenig nach Coinjoin aus im Blockexplorer, dennoch gibt es mehrere Inputs und Outputs und es kann kaum gesagt werden, was wo landete.

Was für mich wichtig ist und ich nicht wirklich fündig werde: Was kann auf Codeebene getan werden, damit registrierte Miner (Identitätsbekannt gegenüber Staat) nicht zur Zensur gezwungen werden? Gibt es irgendein relevantes BIP dazu? Wenn die USA diesen Schritt gehen würde, hätte das schon ziemliche Auswirkungen. Auch wenn eine Transaktion immer noch durchgehen würde. Es würde wohl oft lange dauern. Kann man irgendwie etwas einbauen, dass Regulierungsbehörden die Miner hier nicht attackieren können? Aktuell scheint es nicht so, als würde es kurz bevor stehen und es ist auch schwierig umzusetzen, aber doch eine der größten Gefahren, die ich sehe.

Abgesehen davon, müssten zukünftige Transaktionen des täglichen Bedarfs sowieso über 2nd Layer stattfinden. Wodurch die Privatsphäre hoffentlich auch ohne Coinjoin signifikant per Standard steigt. Ob Lightning das bieten können wird? Mal sehen...sonst muss eine andere 2nd Layer Technologie her.
3  Local / Trading und Spekulation / Re: Der Aktuelle Kursverlauf on: November 15, 2022, 10:37:12 AM
Du hast sicherlich recht, dass hier sehr viele Faktoren zusammen spielen. Ich sehe dennoch schon, dass einige Coins und/oder Börsen mit dafür verantwortlich sind, dass Bitcoins Preis stärker schwankt. Natürlich hat das nicht mit Bitcoin selbst zu tun, aber Börsen die mit Kundengeldern spielen oder ihre eigenen Coins rausbringen, schieben ihre durch Betrug erwirtschafteten Gewinne in Bitcoin (zumindest viele davon), so lange bis es zu einem "bank run" kommt und sie, um die Auszahlungen der Kunden zu ermöglichen, Bitcoin wieder abstoßen. Gleiches gilt auch für manche Coins, die zwar keine Börse betreiben aber dennoch Teile der Wertsteigerungen  ihres gepumpten Coins in Bitcoin verschieben. Ohne unfassbare Gewinnchancen und Verlockungen von vielen Alts, wäre das sicher nicht so extrem leicht zu Betrügen. Von daher denke ich, es wirkt hier in beide Richtungen. Bitcoin steigt im Preis indirekt durch Betrug anderer (oder zumindest fragwürdigen Projekten), und fällt auch oft stark aufgrund eben dieser, da sie immer wieder zu Verkäufen gezwungen sind. Nicht alles andere ist schlecht, natürlich soll es Projekte neben Bitcoin geben. Die Gefahr, dass es scheitert ist nur sehr hoch und wird immer wieder unterschätzt. So wie in den 2000ern einige bedeutete Unternehmen des Internets entstanden sind, ist ein sehr großer Teil gescheitert. Seien wir ehrlich, ein FTX-Token, Cronos oder ähnliches wird eher weniger von Bitcoinern gekauft, die schon einige Jahre unterwegs sind. Bei Celsius, Terra usw. beobachte ich ähnliches. Das Risiko von einigen Coins schätze ich als deutlich höher ein, als in Penny Stocks zu investieren. Da wird einfach viel zu viel mit der Unwissenheit der Anleger gespielt und das gezielt ausgenutzt.

Ich sage nicht, daß BTC alleine nicht gewachsen ist. Aber die extremen  Hypes kamen nicht aus BTC sondern durch die Auswüchse bei zB NFTs, virtuellem land, spekulation zB mit synthetisierten Echtweltassets etc.

Ja, da stimme ich größtenteils zu. Um einen Nutzen von Bitcoin zu sehen muss man eben viel tiefer graben, das erfordert enorm viel Zeit. Außer man hat zuvor bereits über viele Problemstellungen und Lösungsansätze nachgedacht. Ein NFT sieht dagegen einfach cool aus, warum sollte man es nicht kaufen? Grin Der Nutzen davon ist einfach für viele scheinbar größer, weil sie sich in kurzer Zeit etwas darunter vorstellen können, ohne große Anstrengungen. Was nicht bedeuten muss, dass langfristig Wert und Nutzen entsteht.
4  Local / Trading und Spekulation / Re: Der Aktuelle Kursverlauf on: November 14, 2022, 08:23:27 PM
Es ist schon erstaunlich, wie die Luftschlösser hier zerbombt werden. Es hat ja immer alles zwei Seiten, auf der einen Seite hat man natürlich Mitgefühl mit den Leuten. Auf der anderen Seite denkt man sich, was geht in den Köpfen vieler vor, dass sie solche Märchen wie beispielsweise 8% Zinsen pro Jahr durch yield farming mit kaum Risiken glauben. Und das in Zeiten, in denen der Leitzins nahe null war.

Die traurige Wahrheit ist wohl, dass es einfach viel zu leicht ist ein Unternehmen im Bereich "Krypto" aufzubauen. Viel leichter als am Aktienmarkt und ohne Nachweis irgendwelcher Fähigkeiten bzw. realem Nutzen, wie die Kundengelder eingesetzt werden, was Shitcoin 1000 von Shitcoin 999 abgrenzen soll...

Das gängigste Geschäftsmodell ist doch folgendes: Man sucht sich viele Risikokapitalgeber und ein paar Entwickler. Anschließend erschafft man einen neuen Coin, schiebt 50% oder noch mehr der zu schöpfenden Coins zu den Kapitalgebern und Entwicklern, betreibt damit pump and dump und gibt Millionen für Werbung auf allen möglichen Kanälen und für Lobby Arbeit aus. Auf der Website macht es noch dazu *bling bling*, alles super modern und es werden viele Buzzwords in den Raum geworfen. Blockchain, IoT, DeFi, dezentral, Skalierbarkeit, Web3, NFTs etc. Dann wird am besten noch hervorgehoben, dass dieser Coin auch noch in allen Punkten besser ist als Bitcoin und schon läuft die Shitshow eine Weile. Toppen kann man das nur noch mit einer Börse, die dann auch noch ohne das Wissen der Kunden mit ihren Geldern zockt. Schon traurig, aber so läuft es doch hauptsächlich. Ich bleibe für mich dabei, 99,99% aller Coins neben Bitcoin werden scheitern. Einige wenige wird es sicherlich geben, die einen Nutzen stiften, aber das dürften seeeehr wenige sein. Warten wir mal ab, wie es in 10-20 Jahren aussieht.

Je länger ich hier im Space bin, desto genervter bin ich von diesem Mist. Es ist auch unglaublich leider, wie schnell sich manche von einer Idee oder einem Coin überzeugen lassen. Möchte auch wirklich nicht wissen, wie viele Bitcoin schon aus dem nichts geschaffen und in den Datenbanken einiger Börsen stehen, die fractional reserve banking 2.0 nur ohne Regeln spielen. Vielleicht ist es wirklich nötig, dass wir das Marketcap vom ganzen Kryptosektor noch mal um 50% drücken um mal alles wegzuspülen. Zum Glück gibt es hier wenigstens keine Bailouts, die die Kosten auf die Gesellschaft verlagern würden. Immerhin etwas positives. Bin ich zu negativ eingestellt oder geht es auch vielen so?  Huh  Grin  Grin

Edit: Schaut mal in den Mempool. Schon wieder viele komisch aussehende Blöcke, die anstehen. Jeweils nur knapp 70 Transaktionen drin und nur große Transaktionen > 1 BTC und Gebühren von 200k Sats. Sieht mir danach aus, als würden Börsen oder Kunden gerade einiges an Bitcoin abziehen. Es sind auch sehr viele Inputs in den Transaktionen zu sehen. Das ist mir vor zwei Tagen auch schon so ähnlich aufgefallen über mehrere Stunden.
5  Local / Trading und Spekulation / Re: Der Aktuelle Kursverlauf on: November 09, 2022, 06:24:27 PM
Nicht die Emotionen durchgehen lassen Grin Was hat sich denn geändert, seit wir bei 69k$ waren? Das aktuelle Weltgeschehen spricht nur noch mehr für Bitcoin, das hat sich geändert Grin Habe die Chance genutzt und etwas nachgekauft. Ich kann für mich keinen einzigen Punkt nennen, der Bitcoin heute für mich schlechter da stehen lässt als zum ATH letztes Jahr um die Zeit. Falls ihr da Punkte habt, fände ich es interessant, wenn ihr diese hier nennt. Ich spreche hier wohlgemerkt nur von einem Zeitraum 10+ Jahren in die Zukunft. Alles andere ist mir relativ egal.

Wir kennen solche Fälle doch alle. Die Shitcoin Casino's machen Geld durch dubiose Geschäfte, verschieben dieses Geld in Bitcoin und sobald das Kartenhaus zusammenfällt, muss auch Bitcoin verkauft werden. Was es dann, wie @Bitcoincidence vorher schrieb, zum Spielball eben dieser macht. Habt einen schönen Abend Wink
6  Local / Trading und Spekulation / Re: Der Aktuelle Kursverlauf on: November 08, 2022, 07:51:01 PM
Melde mich auch seit längerem mal wieder. Hoffe es geht Euch allen gut. Ich weiß ja nicht wie Eure Stimmung ist, aber langfristig ist meine besser als jemals zuvor (bezogen auf Bitcoin natürlich). Die News sind gut und fundamental deutet doch alles viel mehr zu Bitcoin statt davon weg. Wir befinden uns im stärksten Aufwärtstrend des Leitzinses seit sehr langer Zeit. Da spielen die Märkte verrückt. Andersrum lässt sich der starke Aufwärtstrend zuvor ja auch nicht erklären. Je billiger das Geld, desto mehr wird eben alles andere zu Geld und die Menschen fliehen in vermeintlich harte Assets, die nicht gedruckt werden können. Bei Zinsumkehr fließt dann eben einiges wieder heraus. Wie unsere Welt mittel- bis langfristig hohe Zinssätze verkraften soll, ist mir ein Rätsel. Die Verschuldung muss weiter exponentiell steigen, wenn das Finanzsystem nicht kollabieren soll. Also kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Zinsen lange auf diesem Niveau bleiben können. Aktuell ist Bitcoin für die meisten mit viel Kapital ein Risiko Asset, was bei Unsicherheiten eben als erstes abgestoßen wird. Deswegen ging es dann für Bitcoin stark bergab.

Wir leben hier vielleicht etwas in der Bitcoin-Blase und viele haben bereits mehrere tausend Stunden darüber nachgedacht, was Bitcoin sein kann (99,9% der Menschen haben dies nicht). Sicher interpretiert es jeder anders, aber warum soll ein seit Jahrtausenden anhaltender - man könnte fast schon sagen Urinstinkt des Menschen, nicht weiter wie bisher die Menschen zu seltenen Dingen treiben, die zugleich Eigenschaften von Geld erfüllen, je nach den entsprechenden Umständen? So wurde über tausende Jahre Trial & Error Gold gefunden. In der natürlichen Welt lässt sich das nicht mehr steigern. Digital sehe ich weit und breit keinen Konkurrenten, der in Sachen Dezentralität, Sicherheit und Netzwerkeffekt das Potential hat, Bitcoin vom Thron zu stoßen. Also was spricht dagegen, dass Bitcoin nicht zum besten Wertspeicher und damit je nach den gegebenen Umständen auch zu Geld werden kann? Was Gold ausmacht und 100% sicher auch Satoshi wusste, sind die unüberwindbaren Grenzkosten der Produktion, unabhängig vom hierarchischen Status in der Gesellschaft. So wurde Gold das bisher beste Geld aller Zeiten. Jedes, jemals von Menschen genutzte Geld, bei welchem die Grenzkosten in der Produktion nach der Zeit fielen, wurde ausgetauscht. Warum soll das heute plötzlich anders sein?

Bitcoin kann folgende Dinge allerdings noch besser als Gold:

- Es erfordert auch in der Modernen Welt keine Zentrale Instanz, die eine Währung basierend auf Bitcoin herausgibt (Was genau bei Gold die guten Eigenschaften ausgehebelt hat)
- Die Umlaufgeschwindigkeit ist wesentlich höher
- Die Echtheit lässt sich zuverlässiger und erheblich kostengünstiger überprüfen
- Die Lagerkosten sind verschwindend gering
- Die Geldmenge lässt sich für jeden verifizieren
- Es lässt sich in Sekunden global versenden. Unabhängig vom Gegenwert
- Monetäre Eigentumsrechte lassen sich ohne physische Gewalt (kinetische Energie) verteidigen. Stattdessen wird elektrische Energie genutzt.
- Das sichern der eigenen Eigentumsrechte führt gleichzeitig zur Sicherung ALLER Eigentumsrechte der Netzwerkteilnehmer. So erhöht jeder Miner die Eigentumsrechte global

Also: Who cares, ob Bitcoin gerade 18500€ kostet? (Ohne das negativ zu meinen Willi)  Wink
7  Local / Trading und Spekulation / Re: Der Aktuelle Kursverlauf on: March 17, 2022, 10:32:40 AM

Klingt plausibel... der Bitcoin Standard Cheesy

Gerne mag ich das glauben und darauf hoffen!

Wenn das wirklich so passieren sollte, ist man als Wholecoiner also mit 1.0 BTC oder mehr wirklich Teil der absoluten Elite!
Ob es soweit kommt, sehen wir dann wohl in ein paar Jahren Smiley

Der Bitcoin Standard ist für Bitcoin Halter genau so schlecht, wie der Gold Standard für Gold Besitzer. Weil man mit dem globalen Wertmaßstab keine positive Rendite erzielen wird. Als es noch den Gold Standard gab, haben die Gold Besitzer keine positive Rendite damit erzielt, Gold war einfach nur der globale Wertmaßstab an dem der US Dollar und alles andere gemessen wurde. Und genau so würde es sich mit den Bitcoin Standard verhalten und die Bitcoin Halter hätte damit keine positive Rendite, weil der Bitcoin Halter im Besitz eines globalen Wertmaßstabes ist. Ein Meter ist ein Längenmass, und ein Meter ist ein Meter ist ein Meter - der Meter wird nicht länger und auf einmal hat man 2 Meter...

Da stimme ich dir nicht ganz zu, Silber. Wenn der Bitcoin-Standard sich durchsetzt (natürlich abhängig wie man das für sich definiert), dann wird jemand mit einem Bitcoin sehr reich sein. Da bin ich eher bei Sam. Eine Rendite mit Bitcoin lässt sich nennenswert natürlich nur erzielen, solange wir keinen Bitcoin-Standard haben, denn in diesem Fall würde ja der Großteil der Bevölkerung seine Zahlungen darüber abwickeln, Gehälter in Bitcoin beziehen etc. Es wäre also eine globale Währung, und damit kein Investment mehr. Man würde schlichtweg darin sparen und tägliche Ausgaben tätigen. Einen Zuwachs der Kaufkraft würde man je nach demografischer Entwicklung und eventuell gesteigerter Produktivität und damit verbundenen fallenden Preisen vermutlich schon noch leicht sehen. Natürlich auch dann, wenn wir als Bevölkerung weiter wachsen und die Nachfrage nach Bitcoin weiterhin steigt. Eine Währung war noch niemals ein Investment. Höchstens dann, wenn du auf Kurssschwankungen am Devisenmarkt spekulierst. Für alle, die schon heute in Bitcoin investiert sind, wäre die Rendite ab dem Bitcoin-Standard doch völlig egal. Dann hätte Bitcoin gewonnen und hätte nach heutigen Vergleichen einen Wert im zweistelligen Millionenbereich (Euro). Interessiert es dich dann noch, ob Bitcoin weiterhin eine positive Kurssteigerung hinlegt, oder wäre es nicht völlig ausreichend, wenn die Kaufkraft in etwa gleich bleibt? Es gibt kein Investment, welches auf Jahrzehnte oder Jahrhunderte immer ein solches bleibt.

Ich kann daher nicht verstehen, wie ein Bitcoin-Standard für Bitcoin Halter schlecht sein sollte. Es sei denn, man hält den Bitcoin nicht für eine Währung oder generell für etwas schlechtes. Der Vergleich mit dem Meter wäre ab dem Zeitpunkt gegeben, ab dem alle Bitcoin geschürft wurden und der Cantillon-Effekt 0 beträgt. Dann hätten wir eine fixe Bezugsgröße, anhand derer wir die reale Knappheit von Gütern bemessen können. Was aber auch nicht bedeutet, dass deine Kaufkraft zur volkswirtschaftlichen Leistung nicht zunehmen kann. Es würde nur klar zeigen, ob sich die Effizienz im Laufe der Zeit erhöht oder nicht, was aktuell schwieriger zu sehen ist. In der Volkswirtschaft gibt es soweit mir bekannt nur zwei große Vorstellungen dazu:

1. Angestrebte Preisstabilität durch flexible Geldmenge und Steuerung des Leitzinses.

2. Konstante Geldmenge und ungestörte Preisfindungen inkl. Zinsbildung.

...um dadurch dann Güter bestmöglich zu verteilen.

Das sind zwei grundsätzlich underschiedliche Herangehensweisen. Was langfristig besser ist, wage ich nicht zu beurteilen. Dafür weiß ich zu wenig um mir da sicher zu sein. Wenn man sich da überhaupt sicher sein kann. Das könnte wohl nur ein Test in der Praxis zeigen. Für mich gibt es für beide Lager gute Argumente, auch wenn ich bei der inflationären Politik negativere Umverteilungen sehe, die gerade die untere Schicht hart treffen.

Schaut euch unbedingt mal diesen Vortrag von Jörg Hermsdorf an. Bitcoin - das Finale Geld:
https://www.youtube.com/watch?v=WbMT_ZPA10I

Geht wesentlich tiefer als man beim Titel vermuten würde. Leider verstehe ich nur nichts von Quantenphysik etc. um das alles verifizieren zu können.


Zum Kurs: scheint sich aktuell nicht viel zu tun. Bevor sich die ukrainisch/russische Situation nicht entspannt, sehe ich da aber auch keinen Aufwärtstrend in Sicht. Eher würde mich ein Abverkauft nicht wundern.
8  Local / Trading und Spekulation / Re: Der Aktuelle Kursverlauf on: March 14, 2022, 12:44:49 PM
Man darf auch nicht vergessen, dass das hier nicht das Ende ist. Es gibt noch mehrere Gespräche dazu. Das ist lediglich die erste Abstimmung. Mal abwarten...

Zwei gute Artikel die hierzu passen:

https://bitcoinmagazine.com/business/questionable-ethics-of-bitcoin-esg
https://blockchainwelt.de/brief-an-die-eu-bzgl-bitcoin/
9  Local / Trading und Spekulation / Re: Der Aktuelle Kursverlauf on: February 25, 2022, 10:51:00 AM
Der Kursanstieg gerade kommt für mich wirklich unerwartet. Womöglich sehen doch einige die Bedeutung von Bitcoin und die Menschen erkennen aktuell schneller, was Zensurressistenz und die einfach Transportmöglichkeit mit weltweitem Zugriff ermöglicht. Wie von einigen schon genannt, fürchte ich leider auch, dass die Medien sich zukünfit noch stärker auf Bitcoin stürzen, falls Russland nach einem Ausschluss aus dem SWIFT-System verstärkt auf Bitcoin setzt. Bitcoin ist zwar freie, unpolitische Technologie, aber das heißt leider noch lange nicht, dass das auch die Gesellschaft so sieht. So kann Bitcoin viel gutes, aber auch schlechtes bringen. Es hängt immer davon ab, was die Menschen daraus machen.

Interessant fand ich gestern, wie stark der Kurs eingebrochen ist (so wie es auch zu erwarten war imo), nachdem Russland die ersten Angriffe startete, Gold nach oben schoss, und das ganze sich aber schon wenige Stunden später umgekehrt hat. Hätte ich so für mich nicht gedacht. Klar, man selbst als Bitcoiner erkennt hier schneller die Vorteile, die Bitcoin bringt, aber dass auch viele andere das anscheinend so sehen, kam für mich überraschend. Aber mal abwarten, ein erneuter Abrutsch würde mich nicht wundern.



Was bleibt denn beispielsweise einem Menschen in der Ukraine, der das Land mit seinem Vermögen verlassen will, außer Bitcoin? Mit was startet er einen Neuanfang? Riesige Mengen Bargeld? Große Mengen Gold? Schwierig. Depotübertrag von Wertpapieren, den die Regierung nicht zulassen wird?
Das Problem ist nur, dass es für große Investitionen in Bitcoin für diese Menschen jetzt wohl sehr schwer bis unmöglich wird. Die Regierung braucht Geld und wird Kapitalflucht verhindern wollen. Sieht man auch schon, dass es mittlerweile Limits am ATM gibt. Trotzdem sieht man, wenn auch mit keinem sonderlich großen Volumen, dass die Bürger der Ukraine Bitcoin möchten:
https://www.btc-echo.de/schlagzeilen/ukraine-krieg-bitcoin-boerse-kuna-rekord-135798/
10  Local / Trading und Spekulation / Re: Der Aktuelle Kursverlauf on: February 23, 2022, 08:31:53 PM
Nun, warten wir erstmal ab. Noch ist überhaupt nichts entschieden. Außerdem ist nicht mal klar, was genau geplant ist und wie sie das umsetzen würden. Einfach Ruhe bewahren und beobachten. Dass die EU diesen Schritt geht, ist leider nicht verwunderlich. Ich habe mir darüber auch schon häufig Gedanken gemacht und mich gefragt, wie das aussehen könnte. Wie ich auch schon in meinem letzten veröffentlichten Thread schrieb, ist mit den narrativen Klimakiller, Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche heute sehr viel zu erreichen, wenn man es schafft, diese möglichst breit in der Gesellschaft zu verankern. Da wird dann von vielen auch gar nicht mehr weiter nachgebohrt, denn es lohnt sich nicht, da einen Blick drauf zu werfen. Deshalb wird von den Bürgern hier meiner Meinung nach nicht all zu viel Gegenwind aufgebracht werden. Mit geplanten CBDCs verträgt sich Bitcoin ebenfalls nicht sonderlich gut. Die Frage ist nur, geht es tatsächlich um mangelnde Kontrolle oder wirklich um pures Unverständnis, Verbortheit und Fortschrittsverweigerung, gepaart mit Skepsis vor dem digitalen Zeitalter, das für uns alle Neuland ist?

Für mich gibt es nun in etwa drei realistische Szenarien:

1. Die Sache wird mal wieder viel zu heiß gekocht und es gibt doch noch vernünftige Menschen, die zu Wort kommen dürfen um das ganze weg vom Verbot in Richtung Regulierung zu bringen. Möglicherweise nur Mining mit erneuerbaren Energien, Dokumentation des Stromverbrauchs, was auch immer...

2. "Wir" schlagen den Kurs ein und merken vor Inkrafttreten des Verbots (im Artikel wird von 2025 ausgegangen), dass die Entwicklungen in der ganzen Welt so stark voranschreiten, dass sich der Nutzen immer mehr zeigt, der Zusammenhanh zum reinen Spekulationsobjekt langsam fällt und sich eine gewaltige Industrie rund um Bitcoin aufbaut. Die Einsicht kommt, dass der Stromverbrauch doch nicht nur Verschwendung ist und andere "umweltfreundlichere" Konsensalgorithmen doch nicht alle dasselbe können, was uns dann dazu bringt, reguliert zu "legalisieren".

3. Wir fahren diesen Kurs ungeirrt den globalen Entwicklungen und sehen während dem Verbot, dass es einfach keinen Sinn macht, ihn weiter zu verfolgen, da wir immer weiter abgehängt werden. Wobei man sagen muss, dass insbesondere wir deutschen schon auch gerne sehr leidensfähig sind und erst aufwachen, wenn wir wirklich das Schlusslicht darstellen. In den letzten Jahrzehnten waren wir kaum irgendwo ganz vorne dabei. Ist es also verwunderlich?

Ich hoffe natürlich auf Szenario 1, aber wir werden sehen. Die simple Ankündigung eines Verbots löst jedenfalls nicht mehr arg viel in mir aus. Eher nur noch ein müdes Kopfschütteln, was zur Hölle "da oben" schon wieder beschlossen wird. Einem Verbot, das länger als bis maximal 2030 bestand hat, räume ich eine extrem geringe Wahrscheinlichkeit ein. Zumindest ein Verbot ähnlich wie im Artikel von BTC-Echo dargestellt.
11  Local / Trading und Spekulation / Re: Der Aktuelle Kursverlauf on: February 20, 2022, 07:15:57 PM
Ich bin kurzfristig auch eher negativ gestimmt, langfristig sehe ich nicht wirklich, was uns außer Bitcoin bleibt, um unsere Menschenrechte auch im digitalen Zeitalter zu erhalten. Zumindest ist für mich keine überzeugende Alternative in den Startlöchern. Das mag drastisch formuliert klingen, meine ich aber durchaus so. Habe meine Gedanken relativ ausführlich im Thread unten niedergeschrieben. Schaut gerne mal vorbei, ich habe mir einiges an Arbeit gemacht. Es behandelt den Energieverbrauch (was ich schon vor ein paar Wochen veröffentlicht habe). Weiter unten habe ich das ganze aber noch um die Notwendigkeit von Bitcoin erweitert. Ich kann deshalb also die generell pessimistische Stimmung hier nicht so recht nachvollziehen.

https://bitcointalk.org/index.php?topic=5384212.msg59148540#msg59148540

Es passt gerade gut, deshalb erwähne ich es hier. Aussschnitte davon zu zitieren wäre zu viel Text. Hoffe es stört nicht, denn ich will ja nicht den Kursverlauf mit meinem Thread spamen. Grin
12  Local / Trading und Spekulation / Re: Der Aktuelle Kursverlauf on: February 18, 2022, 07:41:34 AM
Der aktuelle Dump ist auf eine Äusserung von Charlie Munger, der langjährige Geschäftspartner von Warren Buffett, zurückzuführen. Charlie Munger vergleicht Crypto Währungen mit Geschlechtskrankheiten und findet, dass man Cryptos von Anfang an hätte verbieten sollen.

https://www.handelszeitung.ch/musterportfolios/borsennews/charlie-munger-kryptowahrungen-sind-wie-geschlechtskrankheit
Ein weiterer Grund für den Dump ist, dass Miner ihre Bitcoins verkaufen, weil die Hashrate, Energie und Hardware Preise gestiegen sind.

Spielt bestimmt alles eine Rolle. Dass die Menschen sich aber von einem knapp 100 jähringen so beeinflusse lassen, kann ich mir beim besten Willen nicht erklären. Sicher ist dieser Mann extrem intelligent und für sein Alter noch ziemlich fit, aber es gibt einfach ein gewisses Alter, in welchem man nicht mehr in der Lage ist, so eine neuartige Erfindung einzuschätzen. Zudem gehört er natürlich zu einem der größten Profiteure im Fiat-System überhaupt. Also egal ob er es einfach nicht versteht oder tatsächlich verstehen sollte, es ist logisch, dass dieser Mann gegen Bitcoin ist. Genauso wie beispielsweise Buffet. Wobei es mich hier schon stark wundert, dass er nun für eine Milliarde in die größte brasilianische Fintech-Bank investiert hat, die stark in Bitcoin involviert ist. Also entweder man misst mal wieder dieser Tatsache viel zu viel Bedeutung bei, oder er bleibt seinem Motto treu und investiert nur in Unternehmen, die Werte erzeugen und Cashflow produzieren, was Bitcoin allein und auch Gold nicht tut.

Wenn dann eher die Ankündigung, dass in Amerika jetzt eine Sondereinheit des FBIs aufgesetzt wird welche sich ua. damit beschäftigen soll, wie Bitcoins eingefroren und beschlagnahmt werden können, inkl. Blockchain-Analysen und co.:

https://cointelegraph.com/news/fbi-is-launching-team-to-address-crypto-exploitation-us-deputy-attorney-general/amp

Da wird man sehen müssen wo das Ganze noch hinführt!


Das ist für mich ein völlig logischer Schritt, der schon vor Jahren zu befürchten war. Wenn also deshalb jemand verkauft, dann zeigt es doch wieder, dass die Masse leider immer noch investiert ist, um schnelles Geld zu machen oder sie sehen es weiterhin als Risikokaipital. Das wird wohl auch die nächsten Jahre noch so bleiben. Ich finde sogar den Schritt gut, denn es ist notwendig, um die Sicherheit von Bitcoin weiterhin unter Beweis zu stellen. Wenn Bitcoin den Staaten und ihren Organisationen nicht standhalten kann, dann ist er sowieso nutzlos, da die Angriffe nur immer noch stärker werden, bevor er "gewinnen" kann. Also ist es doch wesentlich besser, wenn so etwas schon heute getan wird, statt dass damit erst begonnen wird, wenn der Wert nochmal 10x höher ist. Wer Angst hat, dass das FBI Coins beschlagnahmen kann, die Onchain liegen und wofür man nur selbst die Keys hat, sollte noch etwas mehr in die Technologie bzw. Kryptographie eintauchen. Klar ist, dass man natürlich gewisse Annahmen trifft, über die zwar innerhalb der Wissenschaft Konsens herrscht, aber es bleibt natürlich ein "Restrisiko", dass einige der Annahmen, auf denen andere beruhen, sich als falsch herausstellen.

Überhaupt gefällt mir schon wieder die Berichterstattung nicht. Überall wird schon darüber geschrieben, dass von der kanadischen Regierung Wallets eingefroren wurden, was mal wieder absoluter Nonsens ist, trotzdem bekommen manche Leute Panik. Coins ins eigene Wallet und es wird nichts passieren.

Was mich wirklich interessiert, ist, was die Russen bezüglich Bitcoin planen. Da ist vermutlich ein eigener Thread nötig, um das zu diskutieren, aber es wäre schon die stärkste friedliche Waffe, die die Russen gegenüber einer seit jahrzehnten dominierenden Macht wie den USA entgegensetzen könnten. Man merkt auch, dass scheinbar wirklich einige in den USA Angst haben, dass der Dollar als Leitwährung abgelöst werden könnte. Zugegeben natürlich sehr weit in der Zukunft und die Masse der Finanz-Elite wird wohl eher nicht davon ausgehen.
13  Local / Trading und Spekulation / Re: Der Aktuelle Kursverlauf on: February 12, 2022, 05:42:51 PM
Wenn es wirklich zu so einem Blackout kommen sollte, dann bringen alle Euros, Dollar, Bitcoins nichts mehr also von demher trotzdem lieber Bitcoin als Fiat hodln Smiley
Bei nem Blackout sind Waffen und Alkohol die begehrtesten Güter neben frischem Wasser und Essen (was man alles mit Waffen erlangen kann).
Weiter begehrt Güter sind: Insulin, Asthmaspray, Antibiotika, Schmerzmittel, Wasserfilter, Batterien, Benzin, Kerzen.

Der Blackout ist gar nicht mal so unrealistisch, die Frage ist nur, wie lange der Blackout dauern wird, Stunden, Tage, Wochen... Der überstürzte Atomausstieg von Merkel ist ein Desaster. Und das alles nur, weil nach Fukushima viele Wähler zu den Grünen gewechselt wären und Merkel den Grünen das Wasser abgraben wollte, was für Merkel auch funktioniert hat.

Sich einen Blackout vorzustellen ist immer interessant, gerade auch, wenn man das mit dem Wert einiger Güter und Investments in Verbindung bringt. Dieses Szenario ist in mancher Hinsicht auch gar nicht mal so unterschiedlich zu einer Hyperinflation. Es wurde ja schon so einiges genannt, was dann Wert hat. Am wichtigsten sind wohl Lebensmittel, Sicherheit, Zigaretten, Medikamente und ggf. je nach Jahreszeit und Region auch etwas, wovon man sich wärmen kann. Also auch Holz, Öl, Benzin etc. ist dann gefragt, was natürlich zugleich wieder mehrere andere Funktionen erfüllen kann. Es ist auch ein weitverbreiteter Irrglaube, dass Gold in Zeiten von hoher Inflation einen hohen Wert hätte. Üblicherweie haben die Dinge einen hohen Wert, die abseits eines rein monetären Wertes einen hohen Nutzen während der Krise haben. Das hat Gold eher weniger. Also entweder der Marktpreis fällt stark, da alle damit andere, überlebensnotwendige Dinge kaufen, oder es wird schlichtweg nur ein Bruchteil des Marktpreises gezahlt/getauscht. Zudem noch die Problematik der Stückelung und Überprüfung auf Echtheit. Es läuft nun mal dann nichts mehr wie gewohnt zivilisiert und jeder schaltet in den Überlebensmodus, da braucht man auch keinem Goldhändler mehr trauen, der sonst seriös ist.

In solch einem Szenario kann jemand gut 1g Gold auf den Tisch legen und das würde in der Therorie dann beispielsweise 15 Laib Brot entsprechen. In der Praxis wird man wohl eher einige wenige bekommen, wenn überhaupt jemand bereit ist zu tauschen. Man kann nun mal nicht davon abbeißen, sich nicht damit fortbewegen und sich auch nicht daran wärmen. Wenn, dann ist Gold gut dafür geeignet um einen Wert von vor einer starken Inflation, auch nach der Inflation zu besitzen, wenn sich die Umstände wieder normalisiert haben (ob das so bleibt ist fraglich, immerhin hat sich Gold die letzten Jahrzehnte nicht sonderlich gut entwickelt im Vergleich zur Geldmengenausweitung). Ähnlich kann es sich auch mit Bitcoin verhalten, nur dass der Besitz von Bitcoin sich leicht verbergen lässt und die Stückelung kein Problem ist. Zudem braucht keiner einem einzelnen Handelspartner Vertrauen schenken bzgl. der Echtheit. Zum Blackout selbst und Bitcoin:

Krisenszenario: längerer Europaweiter Blackout

Man muss ja sagen, dass es Bitcoin ziemlich egal ist, ob nun in Europa kein Strom vorhanden ist. Im Rest der Welt funktioniert er weiterhin problemlos, und wer einen Strom-Generator, einen Akku, oder sogar schlichtweg eine Powerbank hat womit er sein Handy laden kann, wäre in der Lage Transaktionen zu tätigen. Vorausgesetzt, es ist eine Internet Verbindung vorhanden oder ein Receiver um sich z.B. mit Satelliten von Blockstream zu verbinden (kostet in etwa 500$). Mit einem einfachen Radio soll es auch möglich sein Transaktionen zu tätigen...

In Venezuela, der Türkei oder Zimbabwe zeigt sich, dass Bitcoin schon auch in solchen Szenarien nachgefragt wird, nur ist das dann nochmal unterschiedlich zu einem Blackout/Hyperinflation in den USA oder Europa, da keiner der genannten Staaten ein global nennenswertes Bitcoin-Transaktionsvolumen oder einen hohen Anteil an der Hashrate aufweist und somit die Preise/Netzwerk nicht sonderlich stark von ihnen beeinflusst werden, was es auch in der Krise attraktiv machen kann.

Aber natürlich sind auch wieder die globalen Kurse nicht sonderlich relevant, wenn man vor Ort wirklich klassisch gegen eine Ware tauschen möchte.
14  Local / Mining (Deutsch) / Re: Solarstrom on: February 04, 2022, 04:03:17 PM
Interessante Frage, ich kann dir das zwar leider nicht beantworten, wäre aber gespannt ob jemand anderes was dazu weiß. Wäre ja schon bedeutsam, ob sich privat mit dem überschüssigen Strom Mining lohnt.

ich hab noch nie mein Mining bei der Steuer angegeben, weil man muss ja auch die Solaranlage über die Miningeinnahmen abschreiben und das ist oft ein Nullsummenspiel und da ich keine Coins verkaufe, hab ich auch keine Erlöse und nach 10 Jahren sind die Coins aus Mining eh Steuerfrei.

Ich will hier keine Falschinformationen verbreiten, bin mir aber relativ sicher, dass die Einnahmen durch Mining immer versteuert werden müssen und es keine Haltefrist dafür gibt. Durch Mining verrichtest du ja eine "Arbeit", mit der ein berechenbarer Gewinn entsteht. Damit ist es keine reine Spekulation mehr und muss immer versteuert werden. Zumindest sobald eine gewerbliche Tätigkeit vorliegt.

Wann liegt eine gewerbliche Tätigkeit vor?

Diese Frage beantwortet sich recht schnell nach einem Blick auf Paragraf 15 Absatz 2 des Einkommenssteuergesetzes (EStG):

- Die Tätigkeit muss selbstständig sein (eigenverantwortliches Handeln, keine Weisungsgebundenheit)
- Kriterium der Nachhaltigkeit: die Tätigkeit muss dauerhaft und langfristig auf eine Gewinnerzielung ausgerichtet sein
- Gewinnerzielungsabsicht: mit einem Gewerbe wird das Ziel verfolgt, Einnahmen zu generieren
- Teilnahme am Wirtschaftsverkehr (z.B. Lieferung von Waren und Handel)

Es gibt auch hier Freigrenzen aber das ist so pauschal nicht zu beantworten.

Allerdings wo kein Kläger...

Da sich die KYC Bedingungen aber immer weiter verschärfen und von Börsen/Banken/Finanzämtern sicherlich zukünftig eher noch häufiger Mittelherkunftsnachweise erbracht werden müssen, wäre ich vorsichtig. Nicht dass du in einigen Jahren mal schöne Gewinne hast und dann die böse Überraschung kommt.
15  Local / Trading und Spekulation / Re: Der Aktuelle Kursverlauf on: February 04, 2022, 03:35:52 PM
Und wieder ein deutlicher pump ohne Vorwarnung. Grin Für mich auch immer erstaunlich, wie schnell die Alts mitziehen. Fast schon egal welcher Coin. Wie viele wohl gerade da draußen sitzen und nur deshalb nicht in Bitcoin investieren, weil er ja so langsam ist und die Technik nicht mit den "neuen" zukünftigen Rennpferden mithalten kann. Für mich hebt sich Bitcoin auch trotz großer Korrelation in der Bedeutung immer weiter ab. Natürlich ist das auch alles subjektiv und das Interesse nach anderen Coins bleibt hoch, aber nach meinem Gefühl begreifen schon immer mehr Politiker, Fondsmanager und sonstige große Investoren, dass Bitcoin nicht dasselbe ist wie Alts. Andere natürlich auch nicht, aber so im gesamten... Roll Eyes
16  Local / Mining (Deutsch) / Re: Bitcoin Mining und der Stromverbrauch on: February 03, 2022, 04:41:00 PM
Hi Mole,

ich fand die anderen Beiträge nicht so passend und im Bereich Mining konnte ich nichts finden, wozu es ja am besten passt. Die Statistiken sind mit Vorsicht zu genießen, da hast du recht. Aber irgendwie muss man ja versuchen das ganze mithilfe von Daten zu veranschaulichen. Wenn ich Zeit habe, ergänze ich das ganze noch mit viel verbreiteten Vergleichen und Fehlannahmen, die man so meiner Meinung nach nicht treffen sollte.
17  Local / Trading und Spekulation / Re: Der Aktuelle Kursverlauf on: February 03, 2022, 04:10:46 PM
Es bleibt spannend, aktuell gibt es viele sehr positive Nachrichten. Den Kurs lässt es aber kalt^^

Wenn jemand Lust hat etwas beizutragen: ich habe gerade einen Thread zu Bitcoins Stromverbrauch eröffnet. Smiley

https://bitcointalk.org/index.php?topic=5384212.new#new
18  Local / Mining (Deutsch) / Bitcoin Mining und der Stromverbrauch. Überhaupt sinnvoll? on: February 03, 2022, 04:08:18 PM
Da ich mir schon seit geraumer Zeit über den Stromverbrauch und den damit verbundenen CO2-Ausstoß von Bitcoin Gedanken mache, und im deutschsprachigen Teil des Forums (Mining) keinen eigenen Thread hierzu finden konnte, dachte ich mir, ich nutze mal die Gelegenheit um einige mir bekannte Fakten dazu aufzuzeigen. Anschließend dann noch ein paar Überlegungen von mir, was zukünftig Auswirkungen auf die Herkunft des verwendeten Stroms zum Mining haben könnte, und welche äußeren Einflüsse (insbesondere die Konkurenz der Miner untereinander) sich wie auf den Stromverbrauch niederschlagen könnten. Ganz zum Schluss noch eine kurze Zusammenfassung, warum für mich persönlich Bitcoin einen hohen Stellenwert im digitalen Zeitalter einnimmt. Man könnte darauf noch weiter eingehen, es sind nur die für mich wichtigsten Punkte aufgeführt.

Aktuell vergeht kaum eine Woche, in der nicht irgendwo in den Medien kritisch über den Stromverbrauch von Bitcoin berichet wird. Auch ich denke, dass das einer der berechtigtsten Kritikpunkte ist, allerdings muss man sich das ganze dann doch etwas genauer ansehen, als das Medien meistens tun, um sich ein Bild darüber zu machen, wie schlimm es wirklich ist. Dazu müssen wir uns als erstes die Frage stellen, wie viel Strom das Mining denn nun benötigt. Hierzu kann man nur Schätzungen treffen, indem man von der Hashrate und dem aktuellen Schwierigkeitsgrad auf die Anzahl an Minern weltweit schließt. Einige Mining-Farmen veröffentlichen ihre Daten hierzu, was es natürlich einfacher und genauer macht. Die beste Quelle, welche mir hierzu bekannt ist, ist der "Cambridge Bitcoin Electricity Consumption Index", welcher laufend aktualisiert wird. Hier kann nachgesehen werden, wie hoch in etwa der Stromverbrauch des ganzen Bitcoin Netzwerks aktuell ist, und wie hoch er für das ganze Jahr geschätzt wird. Zum Zeitpunkt meines Beitrags befinden wir uns gerade bei einem Verbrauch von etwa 14,90 GW. Der jährliche Stromverbrauch wird auf 130,57 TWh geschätzt. Unter dem Reiter "Comparison" können wir uns auch die jährliche geschätzte Elektrizitätsproduktion (26.730 TWh), sowie den Verbrauch (22.315 TWh) ansehen. Zudem auch die gesamte Produktion an Energie (167.716 TWh) und den letztendlichen Verbrauch (115.575 TWh). Darunter sehen wir, dass Bitcoin laut dem Index etwa 0,59% Anteil am Strom, und 0,29% Anteil an der Energie hat. Für mich ist es hier nicht ganz verständlich, wieso der prozentuale Anteil am Stromverbrauch und dem Energieverbrauch berechnet wird, anstatt jeweils den prozentualen Anteil der produzierten Menge zu berechnen. Rechnen wir also mit dem jährlichen Verbrauch von 130,57 TWh des Bitcoin Netzwerks und schauen uns an, wie viel Bitcoins Anteil an der produzierten Strommenge ausmacht, kommen wir auf etwa 0,49%. Da die Stromproduktion wiederum nur einen Teil der Energieproduktion ausmacht, berechnen wir auch diesen Anteil und kommen darauf, dass Bitcoin ca. 0,078% der produzierten Energie weltweit benötigt. An den globalen CO2-Emissionen ist der Energiesektor wiederum mit etwa 30-42% beteiligt. Weiß man also den Energiemix von Bitcoin, kann man die CO2-Emissionen am Energiesektor ausrechnen und dann wiederum berechnen, wie groß der prozentuale Anteil an allen Emissionen weltweit ist. Es gibt natürlich noch andere Gase die ebenfalls Einfluss auf das Klima haben, aber wir schauen jetzt mal nur auf CO2.

Hier der Link zur Homepage: https://ccaf.io/cbeci/index

Coinshares hat zum Januar 2022 auch einen Bericht veröffentlicht, in welchem genau darauf eingegangen wird. Diese stellen fest, dass nach ihren Daten die globale Energieproduktion 162.194 TWh beträgt, von denen Bitcoin 89 TWh ausmacht. Das wären dann also etwa 0,05% Anteil von Bitcoin, gemessen an der produzierten Energiemenge. Sie berechnen außerdem, dass Bitcoin für etwa 0,08% der globalen CO2-Emissionen verantwortlich ist. Interessant ist es, sich auch den Energiemix anzusehen. Dazu gibt es mehrere anschauliche Grafiken im Bericht.

Hier ein kleiner Auszug: "As of December 2021, we estimate the relative contributions of coal, gas, hydro, nuclear and wind at 35%, 24%, 21%, 11%, and 4%, respectively. The remaining generation of 5% is a mixture of small amounts of oil, solar, and other renew-ables (mainly geothermal)."

Link zur PDF: https://coinshares.com/research/bitcoin-mining-network-2022

Relevant wäre dann natürlich noch, wie viel Strom, welchen Bitcoin verwendet, tatsächlich auch für Bitcoin produziert wurde und wie viel CO2-Ausstoß Bitcoin fälschlicherweise zugerechnet wird. Aus ökonomischen Gründen gibt es genug Anreize, auf Strom zurückzugreifen, welcher aus überschüssigen Quellen stammt oder gestrandet ist und anderswo keine Verwendung findet (problematisch sind aber natürlich die vielen Staaten, in welchen Kohlestrom staatlich subventioniert wird. Im Bezug auf Bitcoin wäre das z.B. Kasachstan, wo doch schon sehr viel Mining stattfindet).

Wir haben also zum einen überschüssigen Strom, welcher von erneuerbaren Energien stammt aber mangels Speicherlösungen nicht überall gespeichert werden kann (wofür sich dann natürlich Bitcoin Mining anbietet, da es überall auf der Welt stattfinden kann). Zum anderen haben wir mit Sicherheit auch Kohlekraftwerke, Atomkraftwerke etc., die ihre Strompoduktion nicht 1:1 an der erwarteten Bedarsmenge orientieren können, da sie nicht genau wissen, zu welche Zeit wie viel Strom benötigt wird und ob es nicht aus welchen Gründen auch immer plötzlich einen etwas höheren Bedarf wie üblich gibt. Wenn aufkommt, dass zu viel Strom da ist, wird er günstig zum Verkauf angeboten. Da es dann häufig außer Minern keine Abnehmer gibt, macht es auch hier Sinn zu minen. Es wäre falsch, den verursachten CO2-Ausstoß hier nun Bitcoin zuzurechnen, da er ja auch ohne Bitcoin entstanden wäre. Fragt sich nur, wie oft das in der Praxis geschieht. Auf der anderen Seite werden sicher auch einige Kohlekraftwerke oder andere Energieerzeuger gezielt Bitcoin-Miner in der Berechnung miteinbeziehen und produzieren extra deswegen mehr Strom oder können sogar nur wegen ihnen am Leben gehalten werden. Was mir sonst noch einfällt, wäre freigesetzte Gas, meiner Meinung nach Methan, welches bei der Förderung von Öl freigesetzt wird. Dies wird oft an Ort und Stelle verbrannt, da ein Abtransport nicht rentabel wäre und vor Ort nichts damit anzufangen ist. Es ließe sich aber an Ort und Stelle auch Strom produzieren, der von Minern genutzt werden kann. Andere Verbraucher kommen kaum in Frage, da so abgelegen und ohne Zivilisation ja kein sonstiger Nachfrager da ist. Hier siedeln sich gerade in den USA große Mining-Farmen an. Auch hier wieder die Tatsache, dass das Gas und der verbundene Schadstoffausstoß auch ohne die Miner stattfinden würde. Er wäre sogar höher, da das Gas sonst verbrennt wird und enorm hohe Schadstoffe freisetzt. Falls man das Gas für die Stromproduktion nutzt, kann der Ausstoß um etwa 63% reduziert werden, im Vergleich zum einfachen verbrennen (Gas Flaring). In so einem Fall also win-win. Wünschenswert wäre natürlich, dass Gas gar nicht erst freigesetzt wird und kein Öl gefördert wird, aber an dem Punkt sind wir realistisch gesehen noch lange nicht. Fairerweise benötgen Miner natürlich auch viele Rohstoffe, es muss viel Erdreich bewegt werden hierfür und es entsteht Elektroschrott, woran man auch denken muss. Es ist allerdings schwer den Einfluss davon zu messen.

Energiemix Bitcoin:

Wie genau lässt sich das bemessen und in wie vielen Statistiken wird der regionale oder nationale Energiemix des Stromnetzes angegeben und anhand dessen dann darauf geschlossen, wie der Energiemix der Bitcoin-Miner vor Ort ist, wenn keine anderen Daten vorliegen? Also wenn ein Land einen Energiemix von angenommen 20% erneuerbaren Energien und 80% konventionellen Erzeugern hat, rechnet man das dann dementsprechend auch so um und kommt zur Fehlannahme, dass das dortige Mining auch nur 20% erneuerbare Energien nutzt? Aus ökonomischer Sicht gibt es - wie bereirs erwähnt und weiter unten noch mal erklärt, Grund zur Annahme, dass der Energiemix des Bitcoin Netzwerks tendenziell besser ist, als der regionale durschnittliche Mix des jeweiligen Landes.

Nun einige Annahmen von mir:

Langfristig finden sich sicher Lösungen, die überschüssige Energie besser zu speichern oder anderweitig zu nutzen, wie z.B. die Produktion von synthetischem Erdgas oder das Laden von Akkus der Elektroautos, um damit Zeiten zu überbrücken, in welchen keine Sonne scheint und kein Wind geht (bezogen auf den Weg, den Deutschland einschlagen wird). Mit mehr erneuerbaren Energien steigen natürlich trotzem die Überkapazitäten in Zeiten von viel Wind und viel Sonne an, sodass ich mir nicht vorstellen kann, dass hier immer und überall alles dafür genutzt werden kann, um die beiden oben genannten Dinge zu tun. Die vorhandene Strommenge wird zukünfitg nach Schätzungen einiger Energieexperten Phasenweise auf etwa die 200-300 prozentige eigentlich nur benötigte Menge steigen (Deutschland). Pumpspeicherwerke kommen geographisch nicht überall in Frage und die Produktion von Wasserstoff durch Elektrolyse ist sehr ineffizient und es fragt sich wenn auch, was man danach damit anstellen würde. Wenn man davon ausgeht, dass in den nächsten Jahren auch global immer mehr erneuerbare Energien im Einsatz sind, wird sich meiner Ansicht nach ein Weg finden, um dort Mining zu betreiben, wo nicht verwendbare, überschüssige grüne Energie vorhanden ist. Gerade in Regionen, in welchen es eine hohe Anzahl an Sonnenstunden gibt und häufig der Wind weht.

Die Zeiten mit Flatrate-Tarifen beim Strom werden mit einem höheren Anteil an erneuerbaren Energien wohl auch zu Ende gehen. Intelligente Lösungen müssen gefunden werden, um möglichst dann Strom zu verwenden, wenn viel davon vorhanden ist (Akkus laden, synthethische Gasproduktion etc.).

Schon jetzt ist fürs profitable Mining von Bitcoin der Strompreis extrem relevant. Da das Mooresche Gesetz gebrochen scheint, und sich die Anzahl der Transistoren  pro Fläche wohl nicht mehr alle zwei Jahre verdoppelt, wird sich die Entwicklung im IT-Sektor (Hardware) höchstwahrscheinlich verlangsamen, wovon auch Bitcoin-Miner nicht ausgenommen sind. Somit sollten Miner zukünftig länger im Betrieb sein und nicht mehr so häufig auf schnellere Geräte gewechselt werden. Das sollte den Fokus noch stärker auf die Strompreise wandern lassen, da die Profitabilität ja durch ein Hardware-Upgrade nicht mehr so leicht gesteigert werden kann. Andere Kosten wie Lagerhalle/Container, Personal, Kühlung etc. machen wohl eher einen kleinen Teil der Gesamtkosten aus. Wenn also alle Miner noch mehr darauf aus sind, günstigeren Strom zu finden als bisher, sollte der Fokus noch stärker auf überschüssige und gestrandete Energie fallen und der Druck für solche, die sich bisher nicht darum kümmern, wird noch größer. Wogegen fossile Energieerzeuger es immer schwerer haben werden. Langfristig kann aber nichts günstiger sein als erneuerbare Energien. Die Herstellkosten für Kohlestrom beispielsweise liegen meines Wissens bei etwa 0,02$/kWh. In einem Podcast mit Philip Salter (Mitarbeiter eines Mining-Konzerns) habe ich neulich gehört, dass Mining im großen Stil wohl schon jetzt nur noch bis zu Preisen von etwa 0,06$/kWh rentabel ist. Wenn man noch berücksichtigt, dass durch den Wegfall von Flatrate-Tarifen die Nachfrage noch höhere Auswirkungen auf den Strompreis hat, müssten also die Kosten an Orten mit viel Nachfrage von Industrie und Endverbrauchern schnell so hoch steigen, dass die Opportunitätskosten nicht mehr tragbar wären. Auch aktuell sind Strommärkte mit viel Industrie und Endverbraucher schon nicht lukrativ, da sie immer die teuersten Märlte sind (Stromerzeugung erfolgt eher außerhalb der Städte, längerer Transportweg, Nachfrage etc.). Immerhin gibt es kaum Unternehmen, welche so schnell ihren Standort wechseln können wie Bitcoin-Miner, die nicht auf lokale Kunde angewiesen sind und auch kaum andere Mittel an Ort und Stelle des Minings bis auf Strom brauchen. Viel Personal ist auch nicht ständig vor Ort nötig. Die steigende difficulty und geringerere Block-Subsidiy spielen auch stark mit rein, fragt sich nur, in wie weit der Preis mit geringerer Blockbelohnung zukünftig steigt. So denke ich, dass die ganze Situation es immer schwerer macht, mit anderen Minern mitzuhalten und wer nicht bemüht ist seinen Standort ggf. oft zu wechseln, wird aus dem Markt verdrängt.

Es ist ja im Miningsektor eine Besonderheit, die man vielleicht erwähnen sollte. Fast jeder hier im Forum wird das wissen, aber vielleicht gibt es ja auch neue Leser, für die das eine wichtige Erkenntnis ist: Wenn wir uns andere Wirtschaftsbranchen ansehen, dann konkurrieren die Unternehmen (vorausgesetzt es sind freie Märkte) natürlich auch untereinander und ein stärkerer Konkurrent wird, falls er sein Geschäft vergrößert, langfristig eventuell den eigenen Absatz schmälern. Sehen wir uns das aber beim Bitcoin-Mining an, dann kommt das nochmal stärker zum tragen. Hat angenommen eine Mining-Farm (nicht zu verwechseln mit Pool) einen Anteil an der Hashrate von 10% und der Konkurrent hat viel günstigere Strompreise oder bessere Miner, dann unterscheidet sich die Profitabilität in viel erheblicherem maße, als das in anderen Sektoren der Fall ist. Wenn sich also der Konkurrent dadurch schneller vergrößert, dann werden trotzdem nicht mehr Bitcoin geschürft und der bessere findet nicht einfach nur mehr Blöcke, sondern der Schwierigkeitsgrad erhöht sich durch mehr gesamte Rechenleistung für beide, was also dem "abgehängten" Konkurrenten bei gleichbleibender Rechenleistung einen geringeren prozentualen Anteil bringt und sich so auswirkt, dass sich der eigene Gewinn schmälert. In anderen Branchen würde sich natürlich auch der prozentuale Anteil an einem Markt verringern, wenn der Konkurrent sich vergrößern kann, aber der Gewinn/Umsatz könnte trotzdem unter Umständen erstmal genauso hoch bleiben, da der andere Konkurrent nicht zwangsläufig Kunden des anderen abwirbt. Also kurz gesagt: unterscheiden sich die Strompreise stark, macht der andere nicht einfach mehr Gewinn als man selbst, sondern man verdient auch sehr schnell viel weniger als zuvor, wenn man nicht bereit ist zu handeln.


Kann Bitcoin Mining erneuerbare Energien fördern?

Das ist auch ein Thema, was mich interessiert und ich aber noch keine wirkliche Meinung bilden konnte. In der Therie hört es sich gut an, dass Miner eben mit Produzenten kooperieren oder Energieerzeuger selbst eigene Miner haben, um überschüssigen Strom zu nutzen. Dadurch könnte ein monetärer Wert generiert werden, um damit dann Zeiten ohne Wind und Sonne zu überbrücken und einen Betrieb ohne staatliche Subventionen möglicherweise erst rentabel machen. Weiß jemand was hierzu? Habe auch dazu mal einen Podcast eines Mitarbeiters eines Energiekonzerns gehört, welcher erneuerbare Energien in Afrika damit fördern möchte bzw. schon damit begonnen hat. Finde ihn aber leider nicht mehr.

Wie schlimm ist nun der Stromverbrauch und wie können wir ihn bewerten?

Meiner Meinung nach ist das extrem schwer zu beurteilen und stark subjektiv. Wir leben in einer Zeit, in der wir uns immer mehr damit beschäftigen müssen, wie wir unseren Strom erzeugen und welche Verbraucher wir benötigen. Im Grunde steht und fällt also jeder Stromverbrauch mit dem verbunden Nutzen. Da jeder Nutzen subjektiv ist, sieht jemand, der keinen Nutzen in Bitcoin sieht, logischerweise auch keinen Nutzen in dessen Stromverbrauch. Für manche Dinge sehen sehr viele Menschen einen Nutzen, was den Nutzen wichtiger wirken lässt. Für manche andere eben nicht. Sollten wir also nun beginnen, Dinge zu verbieten, nur weil die Masse keinen Nutzen darin sieht? Ich denke wir wären schnell an einem Punkt, an dem früher oder später auch Dinge verboten werden, die wiederum einem Befürworter eines Bitcoin-Verbots wichtig sind. Wie soll sich das mit einer Demokratie vereinbaren lassen? Überhaupt lässt sich langfristig ein Verbot kaum umsetzen, da zwar Computer alles nötige ausführen, im Grunde aber nicht mehr als informationen verarbeitet werden, für die nicht zwingend Computer erforderlich wären, genauso wenig wie das Internet. Sie tun es lediglich am effizientesten in unserer aktuellen Welt. Einen gutes Video bzgl. einem Verbot und entstehenden Problemen hänge ich unten an.

Der Nutzen wird öffentlich viel zu wenig betrachtet und wir sprechen fast nur über die negativen Aspekte. Bitcoin wird mit Krypto generell gleichgesetzt und alles ist nur "das schnelle Geld" ohne rücksicht auf Verluste und Umwelt. Wobei man merken würde, dass es den wenigsten, die sich länger mit Bitcoin beschäftigen, darum geht. Es ist eher das Gegenteil und könnte zu einem bremsen unserer ungezügelten Konsumgesellschaft verhelfen. Man muss einfach sehr viel Zeit investieren, um Nutzen und Potenzial zu erkennen. Vor allen Dingen, Bitcoin von anderen Krypto's zu unterscheiden, was auf den ersten Blick gleich wirkt. Darauf möchte ich jetzt aber nicht eingehen, eventuell gibt es hierzu mal einen eigenen Thread. Vielleicht hilft es uns, uns auch mal andere Bereiche anzusehen. Wir haben z.B. allein in den USA einen Strombedarf durch Stand-by Geräte, der in etwa so hoch ist, wie der Strombedarf des gesamten Bitcoin Netzwerks. Ebenso verhält es sich mit der Weihnachtsbeleuchtung in den USA. Wie hoch ist also der Nutzen hiervon? Geräte werden aus Faulheit nicht ausgeschalten und die Weihnachtsbeleuchtung erfüllt einen rein kosmetischen Zweck. Ebenso gehen in etwa 50.000 TWh der weltweiten Energieproduktion jährlich aufgrund von Ineffizienz verloren. Was grob 30% entspricht. Also wie hoch ist nun der damit verbundene Schadstoffausstoß? Zur Erinnerung: Bitcoin benötigt etwa 130 TWh. Selbst wennn wir andere Daten nehmen, kommen wir aktuell auf maximal 200 TWh.

Wie ausgewogen ist also die Berichterstattung in den Medien, und in welchem Verhältnis steht die Aufmerksamkeit des Stromverbrauchs in Bezug auf Bitcoin und sonstigen anderen von mir erwähnten Dingen, wenn man es in Relation setzt? Warum fangen wir nur bei Bitcoin an, den Stromverbrauch mit dem anderer Länder zu vergleichen? Warum wird Menschen eine so große Bühne geboten, die Bitcoins Stromverbrauch auf eine Transaktion herunterbrechen, diesen mit Visa vergleichen und das auch noch als guten Vergleich sehen, um zu beweisen, wie viel effizienter Visa ist? So als ob Visa ohne massiven Stromverbrauch durch den USD, Euro, etc, die darauf bewegt werden, funktionieren würde. Bitcoin ist eben nur der Basislayer, auf dem wiederum andere 2nd Layer Technologien basieren, welche den Energiebedarf auf dem Basislayer nicht erhöhen. Es gibt noch nicht einmal eine Korrelation zwischen der Anzahl an Transaktionen und dem Strombedarf. Sobald man noch erwähnt, dass dieser Mann Ökonom ist, dann wird ihm gleich noch mehr Bedeutung beigemessen, was den Vergleich nicht weniger schlecht macht, eher im Gegenteil.

Es verhält sich bei allen neuen Technologien gleich: die Masse erkennt den Nutzen nicht, wehrt sich dagegen, Interessensgruppen, die sich von neuen Technologien bedroht fühlen, schreien nach verboten oder verbreiten Falschinformationen. Es war bei der Erfindung des Autos, der Elektrizität, Computern, Internet, Email, Online-Handel und vielen anderen Dingen genau gleich. So sagte auch Bill Gates noch 1993, dass das Internet sich nie durchsetzen wird. Und als Amazon in die Offensive ging, schrieben die Zeitungen: "Dig more coal, the PCs are coming!". Es ist einfach nicht wirklich vorstellbar, was Dezentralität ermöglicht und welches enorm wichtige Gegengewicht es gegen Konzentration von Macht in den Händen weniger darstellt, wenn die Digitalisierung weiter voranschreitet. Wir hatten schlichtweg bisher noch nichts vergleichbares.

Ich möchte hier nicht den Stromverbrauch beschönigen, es ist ein valider Kritikpunkt, aber wenn, dann sollte man objektiv Kosten/Nutzen abwägen, und dafür muss man schon mal mindestens 100h Zeit in Bitcoin investiert haben, um eine grobe Ahnung davon zu haben, was wohl kaum ein Journalist von sich behaupten kann. Dementsprechend sieht dann auch die Berichterstattung aus. Überhaupt sind Medien immer darauf aus, etwas zu veröffentlichen, was ihnen viele Aufrufe bringt. Negatives und spektakuläres ist dafür geeigneter, als etwas positives zu berichten, was die Meinung der Gesellschaft zu allen Themen stark verfälscht. Ein guter Buchtipp hierzu: Factfulness, Hans Rosling.

Nun, sollte man also zum Entschluss kommen, dass man keinen Nutzen darin sieht, ist das ja völlig in Ordnung. Auch wenn man sich gar nicht damit beschäftigen möchte, ist das völlig in Ordnung. Auffallend ist nur, dass die größten Kritiker meistens nicht mal Ansatzweise verstehen, wie Bitcoin funktioniert und welche Möglichkeiten die Technologie bietet.

Eine neue Erfindung erfordert es ja schon mal, dass man in anderen Dimensionen denkt, als die Masse es tut, um ein Problem zu lösen. Wenn die Masse darauf stößt, versucht sie es mit ihnen bekannten Dingen zu vergleichen, damit es greifbar ist und eingeordnet werden kamm. Finden sie keinen geeigneten Vergleich oder sehen nicht, welches Problem gelöst werden soll, liegt die Vermutung nahe, dass man die Erfindung für sinnlos hält. Ich würde also soweit gehen, dass eine disruptive Technologie aussschließlich dann eine solche sein kann, wenn die Masse anfangs starke Abneigung dagegen zur Sprache bringt. Insbesondere, je mehr es auf den Kopf stellen würde. Denn: erkennt die Masse das Potential von Beginn an, muss es sehr starke parallelen zu allem ihnen schon bekannten aufweisen, was die Erfindung nicht zu einer wirklichen Innovation machen würde.

Was natürlich aber damit nicht beweist, dass Bitcoin eine solche ist. Cheesy

Why Bitcoin?

Legal eingesetzte Staatstrojaner, geplante Vermögensregister, die Aussicht auf digitale Zentralbankwährungen mit wiederum sehr schlechten Aussichten auf Privatsphäre und die Kenntnis darüber, dass jede zweite menschliche Interaktion den Austausch von Geld beinhaltet, die Obergrenzen für Bargeld nach und nach reduziert werden, sollte einen dazu anregen, über die Macht, die Regierungen zukünftig zufließt, nachzudenken. Digitale Algorithmen sind schon jetzt so stark, dass es kaum vorstellbar für uns ist. Sie können unsere zukünfitgen Entscheidungen schon jetzt teilweise besser vorhersehen, als wir das SELBST! können. Die Geschichte zeigt, dass Menschen ihre Macht ausspielen, wenn sie dazu in der Lage sind. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die Menschen in hohen politischen Positionen an und für sich zumeist keine bösen Absichten haben. Es ist das System und die Möglichkeiten, in welches sie gebracht werden, was sie dazu bringt, diese zu nutzen. Vielen ist das vorher vermutlich selbst nicht bewusst. Die Einschränkung von Privatsphäre hat niemals zu Verbesserungen innerhalb unserer Gesellschaft geführt. Was kann man tun, wenn man über sämtliche Zahlungsströme aller Bürger über einen Zeitraum von mehreren Jahren Einblick hat? Wie sehr schadet es der Demokratie? Inwieweit wird es auf Knopfdruck möglich, sämtliche nicht erwünschte Zahlungen zu blockieren und Demonstrationen/Proteste zu unterbinden? Wie sicher ist man sich, dass zukünftige Regierungen immer im Interesse der Bürger handeln, selbst wenn man es aktuell so sieht? Was ist, wenn Hacker an die Daten kommen? Wie könnte es unsere Gesundheitssystem und dessen Beiträge beeinflussen, wenn sämtliche Aktivitäten bekannt und in zentraler Hand sind? Inwieweit können Bürger unbewusst politisch beeinflusst werden, wenn nahezu alle Informationen bekannt sind und alle Schwachpunkte der einzelnen Bürger genutzt werden können, über die sie sich nicht einmal selbst bewusst sind? Wie können regierende politische Gegner kontrollieren und ihnen falsche Beweise unterjubeln, um sie einer nicht begangenen Straftat verantwortlich zu machen? Das ermöglicht Kontrolle in Ausmaßen, die selbst die schlimmsten Machthaber der Geschichte bisher nicht hatten. Wer das alles für unrealistisch hält, sollte sich ins Jahr 2019 zurückversetzen, und sich die Frage stellen, ob er Ausgangssperren und Kontaktbeschränkungen in westlichen Ländern für möglich gehalten hätte (ohne die Notwendigkeit zu Werten).

Bitcoin ist by design nicht anonym, aber es ermöglich darauf aufbauende Technologien, die die Privatsphäre auch im digitalen Zeitalter wahren können und Möglichkeiten gegen zensur bieten. Darunter fallen auch dezentrale Anwendungen, die keinen rein monetären Nutzen erfüllen. Dass wir Zentralbanken und Politiker dazu bringen, CBDCs in Deutschland und der EU doch nicht einzuführen, halte ich für unrealistisch. Dass diese kommen und es Möglichkeiten zur anonymen Zahlung gibt, halte ich für noch unrealistischer. In meinen Augen ist die weitere Digitalisierung (worunter zwangsläufig auch das Geld fällt) absolut nicht zu stoppen und es bleibt langfristig nur die Entscheidung, ob wir Macht weiter zentralisieren, oder dezentralisieren wollen, um die Menschrechte der Bürger auch im digitalen Zeitalter zu wahren und ihnen eine Stimme zu geben. Also, was bleibt außer Bitcoin? Ob es als Währung taugt oder nicht, wird man sehen müssen. Es gibt gute Argumente für die Notwendigkeit von inflationären Währungen, aber auch für deflationäre. Also egal wie es kommt, es schafft zumindest eine Alternative, und wenn es nur der Wertspeicher ist. So sehr ich auch darüber nachdenke, eine andere kann ich nicht erkennen. Die Bürger sollten frei darüber entscheiden, was sie in welchem Umfang nutzen möchten. Bitcoin kann unmöglich all das lösen, aber zumindest ist es ein Gegenpol. Natürlich stellen hier auch große Unternehmen wie Google, Amazon etc. eine Gefahr dar. Es soll auch keine Hetze gegen unseren Staat sein, sondern einfach nur Gefahren aufzeigen.

Heutzutage erreicht man eine Abneigung in der Gesellschaft am leichtesten, wenn man nur oft genug die Worte Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Klimakiller erwähnt. Nicht dass diese Dinge nicht schlecht wären, aber sie stehen in keinem Verhältnis zu den Handlungen, die umgesetzt werden oder geplant sind, und damit die Privatsphäre immer weiter untergraben. Dazu dann noch die Problematik, dass viele Bürger die Einstellung haben, dass sie nicht kriminell sind und deshalb die Einschränkung der Privatsphäre nicht schlimm ist.

Zum Ende noch ein paar Buchempfehlungen, die zu den erwähnten Themen passen und zum nachdenken anregen:
- Permanent Record, Edward Snowden
- 1984 und Farm der Tiere, George Orwell
- Schöne neue Welt, Aldous Huxley
- The Circle, Dave Eggers (Ähnlich dystopisch wie Orwell und Huxley, allerdings mit direktem Bezug auf die Digitalität)
- Factfulness, Hans Rosling (Falschannahmen und verzerrte Vorstellungen in der Gesellschaft durch die Manipulation durch Medien)
- Psychologie der Massen, Gustave Le Bonn
- Homo Deus, Yuval Noah Harari (Insbesondere eine seiner letzten Fragen: Was passiert mit unserer Politik, unserer Gesellschaft und unserem zwischenmenschlichen Zusammenleben, wenn unbewusste, aber digitale Algorithmen mehr über uns wissen, als wir selbst?)
- Der Luzifer Effekt, Philip Zimbardo
(Stanford Prison Experiment, Abu Ghraib Gefangenenlager Irak. Sehr detaillierte Ausfühungen eines Psychologen, wie Menschen durch geschaffene Systeme böse Dinge tun. Es handelte sich beim überwiegenden Teil der Probanden am SPE um Studenten, die alle vor dem Experiment nicht polizelich bekannt waren. Ebenfalls konnte im früheren Leben der Soldaten (Gefängniswärter) im Abu Ghraib Gefangnis nicht darauf geschlossen werden, dass sie böse Absichten hatten. Man kann hier durchaus paralleln ziehen, wie sich das mit CBDs und Staatstrojanern verhalten könnte).


Hier noch ein paar wirklich sehr gute Podcasts/Videos zum Thema, wie ich finde:

- Bitcoin Verstehen mit Stefan (Honigdachs-Podcast) zu Gast: https://open.spotify.com/episode/5CDSKbcV4ddlLoAbjppKct?si=42aca6f127fa49dc
- Bitcoin Verstehen mit Philip Salter (CTO Genesis Digital Assets) https://open.spotify.com/episode/2bot4uqjz9LDxnYWPs1c5S?si=fb5f5f5009254a12
- Finanzfluss: Zu Gast René Pickhardt (Bitcoin Lightning Entwickler) https://www.youtube.com/watch?v=nGum6B1rC78

Sonstige interessante links zum Thema:
https://www.cnbc.com/2022/02/03/winter-storm-descends-on-texas-bitcoin-miners-shut-off-to-protect-ercot.html

https://www.heise.de/news/ModifiedElephant-Digitale-Ueberwachung-und-gefaelschte-Beweise-aus-einer-Hand-6510349.html

Die Konsequenzen eines Bitcoin-Verbots:

https://youtu.be/AIkICEUrVwU

Das ist nun erstmal genug, ich werde den Beitrag ggf. später noch ergänzen. Über einen regen Austausch würde ich mich freuen. Gerne natürlich auch, wenn mir jemand aufzeigt, welche Annahmen von mir falsch sind oder was man noch ergänzen könnte. Ich selbst bin nicht im Mining-Bereich tätig, genauso wenig im Energiesektor. In meinem privaten Umfeld setzt sich leider niemand intensiver mit Bitcoin auseinander, sodass hier schlecht jemand Kritik äußern kann zu meinen Annahmen.
19  Local / Trading und Spekulation / Re: Der Aktuelle Kursverlauf on: January 20, 2022, 07:44:28 AM
https://www.computerbase.de/2022-01/bonanza-mine-intel-plant-effizienten-bitcoin-asic-fuer-die-blockchain/

Das sind mal sehr gute Nachrichten, auch wenn es den Kurs nicht sonderlich interessiert. Für mich fühlt es sich die letzten Wochen so an, als könnte nichts den Kurs so wirklich beeinflussen. Irgendwas sagt mir, dass die Seitswärtsphase bald vorbei sein könnte, nur ob es nach oben geht? Aktuell bin ich nicht sehr optimistisch, aber vielleicht passiert es auch genau dann?

Was hat sich denn seit den Kursen von 59k€ geändert außer leicht anderen Zinserwartungen von FED und EZB? Für mich fühlt sich das aktuell sehr stark nach emotionaler Übertreibung an. Man könnte natürlich jetzt die Gegenfrage stellen: Waren denn die 59k€ gerechtfertigt? Tja, vielleicht haben einfach zu viele auf die 100k gewartet.

Ich mach es wie immer: just hodl!

Wenn der Geldfluss zum Erliegen kommt, werden das "neuere" Assets wie BTC als erste und am heftigsten zu spüren bekommen. Ich fürchte das sind aktuell nur die Vorwehen für einen durchaus saftigen Rückgang.

Aber es werden auch wieder andere Zeiten kommen. Du sagst es ja: hodl!

Mit meiner Aussage meinte ich, was sich langfristig geändert hat. Ich stimme Dir in soweit zu, dass der Geldfluss möglicherweise wieder ein Level von vor Corona erreicht und Zinsen leicht steigen. Was meiner Ansicht nach kurzfristig schon starke Auswirkungen haben könnte, vor allem für Bitcoin, ja. Große Zinssprüunge kann ich nicht erkennen, warten wir mal ab. Bisher kann das auch nur eine "Beruhigung" für die Bürger sein. So: Wir greifen ein wenn es ernst wird, keine Sorge!

Langfristig sehe ich das nicht. Warum? Weil wir vom abkommen der expansiven Geldpolitik weltweit vermutlich Lichtjahre entfernt sind. Es wird doch mittlerweile so angepriesen, als hätte unbegrenzte Geldmengenausweitung nahezu null Auswirkungen. Selbst wenn wir jetzt einfach davon ausgehen würden, dass Geldmengenausweitung keine Güterpreisinflation verursacht, hätten wir immer noch die enorme Umverteilung durch Vermögenspreisinflation, was es in Bezug auf z.B. Immobilien extrem schwer macht für die Mittelschicht.

Vermutlich denke ich da immer zu langfristig und sehe deshalb bei solchen Ankündigungen nicht wirklich ein Problem. Aber nochmal: kurzfristig bin ich dabei 😉
20  Local / Trading und Spekulation / Re: Der Aktuelle Kursverlauf on: January 19, 2022, 07:24:56 AM
https://www.computerbase.de/2022-01/bonanza-mine-intel-plant-effizienten-bitcoin-asic-fuer-die-blockchain/

Das sind mal sehr gute Nachrichten, auch wenn es den Kurs nicht sonderlich interessiert. Für mich fühlt es sich die letzten Wochen so an, als könnte nichts den Kurs so wirklich beeinflussen. Irgendwas sagt mir, dass die Seitswärtsphase bald vorbei sein könnte, nur ob es nach oben geht? Aktuell bin ich nicht sehr optimistisch, aber vielleicht passiert es auch genau dann?

Was hat sich denn seit den Kursen von 59k€ geändert außer leicht anderen Zinserwartungen von FED und EZB? Für mich fühlt sich das aktuell sehr stark nach emotionaler Übertreibung an. Man könnte natürlich jetzt die Gegenfrage stellen: Waren denn die 59k€ gerechtfertigt? Tja, vielleicht haben einfach zu viele auf die 100k gewartet.

Ich mach es wie immer: just hodl!
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