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Author Topic: China und die 1.000er Grenze  (Read 1401 times)
NeunMalSechs
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January 16, 2017, 08:32:02 PM
 #1

Bitcoin hat Ende 2016/Anfang 2017 gezeigt, dass er das Potential hat, einen Kurs von 1.000 Euro/ Bitcoin locker zu übersteigen. Die Nachfrage steigt weiter, das Angebot ist weitgehend Preis-unelastisch (jedoch weiterhin sehr reagibel auf die Nachrichtenlage).

Es gibt jedoch ein strukturelles Problem der Bitcoin Nutzung: China. Denn nirgends ist der Bitcoin so erfolgreich wie im Reich der Mitte. Was auch kaum erstaunt, denn das bevölkerungsreichste Land der Erde hat auch gleichzeitig eine Technologie-freundliche und offene Einwohnerschaft. Das führt dazu, dass ca. 50% der tatsächlichen Bitcoin Nutzung (meine Schätzung) in China erfolgen.

Gleichzeitig jedoch hat die chinesische Regierung zur Zeit ein Problem. Der Yuan verliert gegenüber Dollar und Euro derzeit kontinuierlich an Wert. Was zwar hilft, die chinesische Exportmaschine anzukurbeln, aber gleichzeitig Importe verteuert. Die Tatsache, dass China gleichzeitig einen Großteil des gigantischen US Staatsdefizites finanziert, vereinfacht diese Tatsache nicht gerade.

Deshalb hat die chinesische Regierung keinerlei Interesse daran, dass zusätzlich auch noch Yuan frei werden, weil immer mehr Chinesen Bitcoin kaufen. Auch wenn Bitcoin (schon vom Volumen) keineswegs für die Schwächung des Yuan verantwortlich ist, so hat die digitale Währung trotzdem ihren Anteil daran und könnte – wie in Venezuela und Indien – einen Schneeball-Effekt entwickeln.

Deshalb hat sich die chinesische Staatsbank in der ersten Januarwoche zu einem typisch chinesischen Schritt entschlossen, um den Bitcoin Erfolg aus zu bremsen: Sie hat die größten Bitcoin-Firmen des Landes zu einem “Gespräch” eingeladen. Dabei habe sie, so die Verlautbarung, lediglich auf die geltende Gesetzeslage hingewiesen, nach der Bitcoin zwar keine Währung ist, jedoch auch nicht verboten sei.

Unabhängig davon, was genau dort besprochen wurde und was daraus tatsächlich folgt, haben die chinesischen Bitcoin-Anleger die Willensbekundung ihrer Regierung, dass ein starker Bitcoin nicht erwünscht ist, sehr gut verstanden. Der Bitcoin-Kurs fiel in wenigen Tagen um rund 250 Euro und verharrt dort im Moment.

Das ist für den Bitcoin kein Problem, denn er ist auch auf dem derzeitigen Stand innerhalb eines Jahres um mehr als 50% gestiegen. Aber es legt ein strukturelles Problem offen, dass auch für meine Einschätzung, Bitcoin sei mittelfristig gut für einen Kursanstieg bis auf 2.000 Euro[1], relevant ist. Und das Problem ist, das Bitcoin als Zahlungsmittel in den entwickelten Ländern nur seeeehr zögerlich voran kommt und damit stark einseitig von der Entwicklung des chinesischen Marktes abhängig ist. 

Und da ich glaube die Tatsache, dass die chinesische Staatsbank um den Bitcoin kümmerte, so kurz nachdem er die 1.000er Marke ggü. US-Dollar und Euro überschritt, ist kein Zufall. Ich würde annehmen, dass weitere (ggf. drastischere) Interventionen zu erwarten sind, wenn Bitcoin sich erneut diesem Wert nähert / ihn gar übersteigt und halte daher die 1.000 Euro derzeit und mittelfristig für eine harte Grenze der möglichen Wertsteigerung.

Lediglich zwei grundsätzliche Entwicklungen werden ein dauerhaftes Überschreiten dieser 1.000er Grenze möglich machen:

1.) Die Trump-Präsidentschaft. Von Trump werden zwar die Millionäre, Spekulanten und internationalen Konzeren massiv profitieren. Aber de US Wirtschaftskraft wird massiv leiden. Ob Trump jedoch bereits in 2017 die US Wirtschaft so erfolgreich ruinieren wird, dass der US Dollar weich wird, wage ich zu bezweifeln. Das wird frühstens in 2019 eintreten. Das allerdings würde – wegen der damit verbundnen Abwertung des US-Dollars - der chinesischen Regierung Bitcoin wohl egal werden lassen.


2.) Eine massive Ausweitung der Bitcoin-Nutzung in der industrialisierten Welt. Wenn auch nur 10% der deutschen Bevölkerung (8 Mio.) sich nur je einen Bitcoin zulegen würden (und sei es vorübergehend), würde der Kurs auf ein Niveau explodieren, dass selbst ein vollständiges chinesisches Bitcoin-Verbot nicht wieder unter die 1.000er-Marke drücken könnte.


Wer also will, dass der Bitcoin-Kurs steigt, möge vor allem daran arbeiten, dass die digitale Währung durch vermehrte Akzeptanz als Zahlungsmittel massenmarktfähig wird.

[1] http://neunmalsechs.blogsport.eu/stuemperei/blockchain-exploration/betrachtungen-zur-bitcoin-kursentwicklung/

Lies mehr unter: http://neunmalsechs.blogsport.eu/
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January 16, 2017, 09:03:02 PM
 #2

Ich zweifle schon deine Grundannahme an.

China ist nur auf zwei Feldern ein wirklich großer Player bei Bitcoin: Im Mining und beim Börsen-Handel. Bei beiden Themen hat es handfeste Gründe: Beim Handel die nicht existenten Gebühren pro Trade auf den Börsen, die Geschäftsmodelle möglich macht, mit Bots minimalste Preisschwankungen auszunutzen. Das bläht das Volumen auf. Beim Mining liegt es an den relativ niedrigen Strom- und Betriebskosten.

Stattdessen liegt China bei der Zahl der Fullnodes nur auf Platz 7: https://bitnodes.21.co . Führend sind mit weitem Abstand die USA, selbst die Niederlande liegen noch vor China. In Deutschland (Platz 2) werden mehr als viermal so viele Fullnodes betrieben wie in China.

Die Fullnodes-Zahl dürfte ein besserer Indikator für die wirkliche Nutzung des BTC sein als das Handelsvolumen, nicht nur wegen den Bots, sondern weil ja auf chinesischen Börsen auch Ausländer traden können.

Insofern ist China wichtig, aber m.E. nicht so wichtig, als das die PBOC wirklich Macht über den Kurs hätte. Bitcoin ist einfach aus verschiedenen Gründen noch nicht so weit, als dass eine wirkliche Massenadoption stattfinden könnte, die den Preis nachhaltig über 1000 EUR steigen lassen würde (Stichworte: Blocksize-Debatte, Nutzerfreundlichkeit).

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NeunMalSechs
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January 17, 2017, 08:08:02 AM
 #3

Ich bin sicherlich der letzte, der etwas dazu mit Sicherheit behaupten kann. Ich kann nur meine individuelle Sicht beisteuern.  

Stattdessen liegt China bei der Zahl der Fullnodes nur auf Platz 7: https://bitnodes.21.co .

Die Fullnodes-Zahl dürfte ein besserer Indikator für die wirkliche Nutzung des BTC sein als das Handelsvolumen,

Zwei Gedanken dazu:

1.) Ich kenne mehr Chinesen als Deutsche, die Bitcoin nutzen. Dabei kenne ich nur wenige Chinesen, aber viele Deutsche. Genauer: Ich kenne keinen einzigen Deutschen IRL (außer mir selbst), der Bitcoin nutzt. Ich weiß auch, dass in China das Prinzip eines PC "personal computers" wenig verbreitet ist. Die meisten Chinesen, die Zugang zu solchen Geräten haben, nutzen diese geschared mit der Familie oder bei der Arbeit oder im Internet Cafe (ohne Admin Rechte). Keine Szenarien, in denen ich ein Wallet installieren würde. Oder sie haben moblie devices.

Könnte es sein, dass die meisten Chinesen Bitcoin über Web Wallets nutzen? Da kein ein einziger Fullnode hunderttausende Nutzer versorgen. Und auch Wallets auf Smartphones und Tablets habe  - meine ich aufgeschnappt zu haben - meist keinen Fullnodes. Wenn sie nicht ebenfalls eh Web-based sind.

2.) Auch das Handelsvolumen an den Börsen ist kein guter Indikator für die tatsächliche Nutzung.
a) Gefühlt 80% des deutschen E-Commerce läuft über die Plattformen Amazon und ebay, was Bezahlung via bitcoin schon mal kategorisch ausschließt. In China ist das anders,. Und: dort können / tun die Shops zum Teil auch ihre Einkäufe und Mitarbeiter (Schwarzarbeit) in Bitcoin bezahlen. Alles Volumen die in einem geschlossenen Kreislauf teilweise an der Börsen vorbei laufen.

b) Der einzige Laden IRL in Reichweite meines Fahrrades (besitze kein Auto), der Bitcoin akzeptiert, ist ein Grow Shop.  Also keine IRL Bitcoin Nutzung für mich (obwohl ich in einer Stadt wohne). In China habe ich in Peking und Shanghai gefühlt  in jeder Straße einen Shop gesehen, der Bitcoin akzeptiert.

Ich habe das Gefühl, in Deutschland wird Bitcoin (trotz vieler Nodes) vor allem zu Spekulationszwecken (Daytrading) verwendet, was die Volumen angsichts unseres Wohlstandes aufbläht, aber m.M. keine echte Nutzung ist.

Bitcoin ist einfach aus verschiedenen Gründen noch nicht so weit, als dass eine wirkliche Massenadoption stattfinden könnte, die den Preis nachhaltig über 1000 EUR steigen lassen würde (Stichworte: Blocksize-Debatte, Nutzerfreundlichkeit).

Im Ende sich wir ja einer Meinung, obwohl ich Bitcoin bereits für ziemlich praktisch halte (besonders bei e-Commerce, weniger im Supermarkt). Und das wird sich nicht ändern, solange  die dt. Bitcoin Szene vor allem im eigenen (abgeschotteten) Saft schmort, statt für die Währung IRL zu werben.

MfG
Carsten  

Lies mehr unter: http://neunmalsechs.blogsport.eu/
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January 18, 2017, 05:57:01 PM
 #4

Zu beiden Punkten könntest du recht haben. Es ist sicher einfacher in einem westlichen Land einen Fullnode zu betreiben. Es sind also wahrscheinlich beide Statistiken verzerrt - die der Fullnodes und die des Handelsvolumens.

Einen interessanten Artikel zum Thema China habe ich im Kursverlaufsthread aufgeschnappt:

https://blockunchained.com/how-chinese-is-bitcoin-part-1-trade-volume-795ac3ed221b

Der bestätigt eigentlich mehr oder weniger meine vorigen Gedanken zum Handelsvolumen. Andererseits erwähnt er auch die bunte chinesische Bitcoin-Unternehmenslandschaft, die du auch ansprichst - d.h. dass dort wirklich mehr Möglichkeiten bestehen, mit BTC zu bezahlen. (Die weiteren Teile der Artikel-Serie scheinen noch nicht veröffentlicht worden zu sein, da warte ich gespannt darauf).

Zusammengefasst würde ich schätzen, dass China insgesamt hinter den USA auf dem zweiten Platz bei der BTC-Nutzung liegen dürfte. Die USA dominieren, wie ich das hier so beobachte, bis auf Mining und Börsen alle anderen Bereiche.

Aber es bleibt für mich unplausibel, dass die PBOC tatsächlich die Macht hat, den Preis zu "deckeln". Wahrscheinlich werden die PBOC-Leute wissen, dass ihre Ankündigungen Einfluss auf die Bitcoin-Community haben - und auch, dass diese gerne mal irrational auf bestimmte News reagiert. Mehr als einen kurzfristigen Kurseinbruch kann das aber wahrscheinlich nicht auslösen, da dagegen positive Fundamentaldaten (z.B. das wirklich genuin steigende Transaktionsvolumen und wichtige technische Entwicklungen wie die möglicherweise baldige Lösung des Skalierbarkeitsproblems) stehen, die meines Erachtens wichtiger sind.


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NeunMalSechs
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February 20, 2017, 11:10:04 PM
 #5

Volle Zustimmung meinerseits.

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mezzomix
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February 21, 2017, 06:57:01 AM
 #6

1.) Ich kenne mehr Chinesen als Deutsche, die Bitcoin nutzen. Dabei kenne ich nur wenige Chinesen, aber viele Deutsche. Genauer: Ich kenne keinen einzigen Deutschen IRL (außer mir selbst), der Bitcoin nutzt. 

Witziges Detail am Rande: Ich habe nun das erste mal bei einem privaten Kauf aus einer lokalen Kleinanzeige eine Bitcoin-Zahlung vereinbart. Daneben habe ich in den letzten Jahren einiges in China bestellt. Nicht ein einziger der dortigen Händler hat jemals eine Bitcoin-Zahlung aktzeptiert.
curiosity81
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February 21, 2017, 07:29:24 AM
 #7

Ich halte das mit China auch fuer uebertrieben und stimme d5000 in diesem Punkt zu. China wird/wurde schlicht ueberbewertet! Wir koennen der PBOC eigentlich nur dankbar sein, dass sie uns die Augen geoeffnet hat.

Donate Anti-Cancer Research:
http://www.indysci.org/mission.html
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