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Author Topic: Kursstabilität von Proof-of-Burn-Coins  (Read 1020 times)
alkan
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August 05, 2016, 06:11:42 PM
 #1

Seit einiger Zeit beschäftigt mich die Frage, ob und welche wirtschaftlichen Vorteile Proof-of-Burn-Coins gegenüber anderen Kryptowährungen bieten. Folgendes Beispiel ging mir da durch den Kopf:

Angenommen, der Kurs und die Burn-Rate eines (reinen) PoB-Coins sind seit einiger Zeit stabil. Nun kommt ein Grossanleger plötzlich auf die Idee, einen Grossteil seiner bestehenden Coins zu verbrennen. Wie wird sich dies auf den Kurs der Coin auswirken, unter der Annahme, dass seine „Tat“ publik wird?  

Verschiedene Effekte sind denkbar:

1) Kurzfristig sinkt die Geldmenge. Ob sich dies positiv auf den Kursverlauf auswirkt, hängt davon ab, ob der Anleger die betreffenden Coins andernfalls verkauft hätte. Nur unter dieser Annahme führt das Verbrennen zu einem (relativ betrachtet) tieferen Geldangebot mit einem stützenden Effekt auf den Wechselkurs. Immerhin lässt sich sagen, dass mit dem Verbrennen der Coins ein panikartiger Verkauf derselben nicht mehr möglich ist.
2) Längerfristig steigt dagegen die Geldmenge, soweit die (Zins-)Einnahmen den verbrannten Betrag übersteigen. Hat unser Anleger etwa vor, die erwirtschafteten Coins laufend zu verkaufen, wäre dies isoliert betrachtet negativ für den Kurs, zumal das Angebot an Coins dadurch nach und nach steigt.
3) Psychologische Wirkung (Herdentrieb). Das Verbrennen der Coins verdeutlicht, dass der Grossanleger offenbar mit einem steigenden oder zumindest mit einem solchen Kursverlauf rechnet, der ihm eine genügende Rendite ermöglicht. Da die Burn-Rate bzw. deren plötzliche Erhöhung publik ist, könnte dies Nachahmer motivieren, es dem Grossinvestor gleichzutun, oder alternativ in der Hoffnung auf einen steigenden Kurs neue Coins zu erwerben.

Für den Kursverlauf ist 1) ist positiv-neutral, 2) negativ und 3) positiv. Effekte 1) und 3) könnten sich aber als volatil erweisen und am Ende wieder verpuffen. Demgegenüber hat die längerfristige Zunahme der Geldmenge eine anhaltende Wirkung. Ohne nachhaltige Erhöhung der Gesamtnachfrage dürfte sich der Coin durch das Burning daher längerfristig entwerten.

Welche dieser drei, z.T. konträren Effekte sich am Ende durchsetzt, ist schwer zu sagen.

Eine zusätzliche Problematik besteht darin, dass die Rendite einzig vom zukünftigen Kursverlauf abhängt, sofern alle anderen Faktoren wie der Zinssatz (Belohnung pro verbranntem Coin) und die Laufzeit vorgängig fixiert werden. Im Unterschied dazu hängt etwa der Zinssatz bzw. der Ausgabepreis von Staatsanleihen oder Aktien von Angebot und Nachfrage ab. Je höher das Vertrauen in das Wertpapier und die betreffende Währung, umso tiefer fällt die Rendite aus. Letztere wird also von der Gesamtheit der (potenziellen) Investoren mitbestimmt.

In unserem Fall des „fixierten“ Modells besteht der Investitionsentscheid dagegen lediglich darin, eine bestimmte Anzahl Coins zu einem bestimmten Zeitpunkt zu verbrennen oder es nicht zu tun. Den Zins und die Zinsperiode kann weder der einzelne Investor noch die Gesamtheit der (prospektiven) Burner beeinflussen. Während etwa ein Staat für die zu emittierenden Anleihen bei negativen Kurserwartungen der Investoren infolge Währungsrisiken höhere Zinsen versprechen kann, um die gewünschte Menge platzieren zu können, ist dies in unserem Modell nicht möglich. Dieser Mangel an Flexibilität könnte gravierende Folgen haben.

Denn ich hege Zweifel an folgender Annahme: “It is easier to burn coins when they are cheap.” (https://github.com/slimcoin-project/Slimcoin/wiki/The-magic-of-Proof-of-Burn). Bekommt der Burner für einen verbrannten Coin über die Zeit (statistisch gesehen) immer den gleichen Nennertrag, so führt ein Kursverlust nicht per se dazu, dass es plötzlich billiger wird, Coins zu verbrennen (vielleicht ist dies bei Slimcoin aber anders). Für einen Neueinsteiger z.B. mit einem Investitionskapital von USD 1'000 und der Absicht, die Coins sogleich nach dem Kauf zu verbrennen, macht es im Moment des Kaufs schlicht keinen Unterschied, ob er heute 10 Coins zu 100 USD kauft oder morgen 20 Coins zu 50 USD. Die Rendite hängt mit anderen Worten nicht von der vergangenen, sondern ausschliesslich von der zukünftigen Kursentwicklung ab.

Damit wäre aber die kursstabilisierende Wirkung des Burnings in Frage gestellt. Denn folgt man der Markteffizienshypothese (Einpreisung aller Informationen; kein Insiderhandel), kann kein einzelner Investor im statistischen Mittel höhere Gewinne erzielen als der Marktdurchschnitt. Er wird sich bei seinem Investitionsentscheiden vielmehr von seiner allgemeinen Investment-/Risikobereitschaft, dem Marktumfeld sowie etwaigen irrationalen Erwartungen leiten lassen. Meines Erachtens hat dies zur Folge, dass bei einem vorgängig festgelegten (unveränderlichen) nominellen Burn-Zins der Anteil der verbrennungswilligen Investoren von der Kursentwicklung entkoppelt ist. Die Burn-Rate hängt vielmehr in erster Linie vom nominellen Zinsertrag ab.

Wird der Zins zu tief angesetzt, werden nur sehr wenige Coins verbrannt, womit die Sicherheit eines rein auf PoB setzenden Systems durch die geringe Zahl von Blockerzeugern gefährdet ist. Wird der Zins aber zu hoch angesetzt, könnte dies zu einer galoppierenden Inflation führen, falls die Effekte 2) und 3) Überhand nehmen: Je stärker nämlich die Geldmenge durch Burning ausgeweitet wird und je höher der erwartete Kursverlust, desto unattraktiver wird das Horten von (unverbrannten) Coins, welche sich über den gesamten Anlagezeitraum ja stärker entwerten als die mit dem Burning der entsprechenden Geldmenge erzielbaren Nettoeinnahmen.  

Um dieses Dilemma abzuwenden, hat der Coin-Besitzer grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder er verkauft seine Coins so bald wie möglich oder er setzt selber auf das Verbrennen von Coins. Ersteres wird er tun, wenn er davon ausgeht, dass die Abwärtsspirale länger anhalten wird. Letzteres wird er tun, wenn er längerfristig von einer Beruhigung des Marktes und einer Kurserholung ausgeht. In beiden Fällen trägt er jedoch selber zum Kurszerfall bei, womit sich die Spirale weiterdrehen dürfte.

Um nachhaltig funktionieren zu können, müsste aber das blosse Halten von Coins zumindest für eine genügende Anzahl von Anlagestrategien auch in Krisenzeiten eine wirtschaftlich sinnvolle Option darstellen, damit es nicht zu den erwähnten extremen Reaktionen des Marktes kommt. Mit einem fixierten Zinssatz lässt sich ein solches Gleichgewicht kaum verwirklichen. In diesem Fall gibt es nämlich nur einen sehr dünnen Bereich, in dem sich ein Halten wirklich lohnt, so z.B. wenn man mit einer Kurserholung rechnet, aber mittelfristig auf die Liquidität angewiesen ist, weshalb Verbrennen keine Lösung wäre.

Das Problem lässt sich wahrscheinlich nur lösen, wenn man sich von den fixierten Zinsen/Einkünften verabschiedet und deren Höhe Angebot und Nachfrage überlässt. Je mehr Coins (relativ zur Gesamtmenge der Währung) pro Zeiteinheit verbrannt werden, desto geringer sollte der (Nominal-)Ertrag pro verbranntem Coin ausfallen und umgekehrt. So liesse sich eine entsprechende Burning-Spirale wohl verhindern.

Kryptoewährungen sind im Vergleich zu staatlichen Währung ohnehin schon besonders fragil, weil ihr Wert bzw. ihre Kursentwicklung grundsätzlich nur durch exogene Faktoren bestimmt wird (wenn man von der technischen Weiterentwicklung der Währung, etwa die Einführung neuer praktischer Features absieht). Ob die Währung längerfristig erfolgt hat, hängt mangels eigener Wertschöpfung ausschliesslich vom Vertrauen ab, das sie in der Allgemeinheit geniesst.

Bei einer Aktie hofft man dagegen primär auf einen guten Geschäftsgang, welche sich in steigenden Gewinnen und in höheren Dividenden niederschlägt. In ähnlicher Weise hängt bei einer Firmenanleihe der Zins in erster Linie vom Kreditausfallrisiko ab, das wiederum vom Geschäftsgang des Unternehmens abhängig ist. Etwas Vergleichbares gibt es bei Kryptowährungen nicht. Auch mit einer staatlichen Währung lassen sich diese schlecht vergleichen. Zwar steht einem Staat ebenfalls das Geldmonopol zu, wodurch er notfalls jeden Kredit durch das Drucken von Neugeld bedienen kann. Ob er zu diesem Mittel greifen wird, ist aber eine Frage des Staatshaushalts und letztlich der Wirtschaftslage. Kryptowährungen müssen dagegen ohne derartige Fundamentaldaten auskommen. Umso wichtiger erscheint es mir, sie in einer Weise auszugestalten, dass sie auf Verwerfungen des Markts antizyklisch reagieren.

Ob dies mit Proof-of-Burn-Ansatz möglich ist, sehe ich als offene Frage an.
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August 06, 2016, 04:14:29 PM
 #2

Danke für den Beitrag! Ich habe ja den Proof-of-Burn-Thread und auch den neuen Slimcoin-Thread gestartet.

Über Fragen wie die, die du dir stellst, mache ich mir selbst seit einiger Zeit Gedanken. Ich denke, dass Proof-of-Burn dringend empirisch in einem reifen Markt untersucht werden sollte. Leider ist Slimcoin noch lange nicht so weit, aber es ist der einzige PoB-Coin, der noch existiert.

Allerdings ist mir am Anfang deiner Analyse ein Fehler aufgefallen (wenn ich ihn richtig verstehe):

Quote
2) Längerfristig steigt dagegen die Geldmenge, soweit die (Zins-)Einnahmen den verbrannten Betrag übersteigen. Hat unser Anleger etwa vor, die erwirtschafteten Coins laufend zu verkaufen, wäre dies isoliert betrachtet negativ für den Kurs, zumal das Angebot an Coins dadurch nach und nach steigt.

Ein einzelner "Burner" bzw. die Anzahl der geburnten Coins hat direkt kaum Einfluss auf die Erhöhung der Geldmenge. Die Proof-of-Burn-Blocks werden nur anders verteilt. Der Blockreward bei PoB ist pro Zeiteinheit sehr ähnlich, egal wie viele Coins von allen Nutzern zusammen verbrannt worden sind.

Das war auch der Grund, warum einige am Anfang enttäuscht vom SLM abgesprungen sind. Sie hatten sich einen "garantierten Profit" (also eine Art "festen Zinssatz") erwartet. Aber da so viel geburnt wurde (zeitweise 30% der Geldmenge) teilten sich die Rewards zahlreiche "Burner" auf. Kurzfristig war es also ein Verlustgeschäft, und mehr Geduld hatten viele bei dem buggy client einfach nicht. Der inzwischen aber deutlich stabiler läuft.

Slimcoin gehört dennoch zu den "ewig inflationären" Coins, die also keine feste Obergrenze wie Bitcoin besitzen. Die Hypothese einer "stetigen Entwertung" ist also grundsätzlich richtig.

Allerdings ist das Geldmengenwachstum inzwischen nach 2 Jahren nur noch recht gering. Ich müsste ihre Entwicklung und der Einfluss der Burn-Difficulty darauf mal genau ausrechnen (also ob die Inflation langfristig gegen 0 tendieren sollte, wie ich vermute - bei Peercoin ist es genauso) - dazu motiviert mich dein Beitrag Wink Allerdings muss ich dafür den Code inspizieren, da der Rewardmechanismus mehrmals geändert wurde. Geht also nicht von heute auf morgen (bin kein Programmierer, der das schnell mal macht).

Zum zweiten Teil deines Beitrags später mehr.

Edit: Noch zu der "Burn-Spirale", die du im zweiten Teil erwähnst.

Ich meine, dass diese nicht auftreten sollte, aus folgendem Grund: Du gehts von einem festen "Zinssatz" pro geburntem Coin aus. Dieser ist aber nur dann fest, wenn genau gleich viele Coins insgesamt geburnt werden. Jeder zusätzlich geburnte Coin vermindert den Zinssatz jedoch, weil es ja nur eine beschränkte Menge Blockrewards pro Zeiteinheit (z.B. pro Tag) gibt.

Gehen wir noch mal von deinem Szenario eines Kurses (Kurs B) aus, der aufgrund eines Crashes, gemessen in EUR, nur noch die Hälfte des vorherigen Kurses (Kurs A) beträgt.

Nehmen wir an, es besteht deshalb bei Kurs B ein größerer Anreiz zu "burnen", da die Coins individuell ja billiger sind. Es werden also, um es zu vereinfachen, von jedem Nutzer doppelt so viele Coins "geburnt" als normalerweise.

Der Blockreward bleibt jedoch in Coins gemessen (fast*) gleich, und die Nutzer haben auch alle den gleichen Anteil an den "gesamt geburnten Coins". Das bedeutet: Die Rendite, gemessen in EUR, sinkt auf die Hälfte, da ja der Kurs B nur noch halb so hoch ist wie Kurs A.

Allerdings sinkt gleichzeitig auch die verfügbare Geldmenge, oder sie steigt weniger als zuvor, wegen der höheren Burn-Rate. Dies kann die Zukunftserwartungen für den Kurs positiv beeinflussen. Es ist also nach wie vor attraktiv, zumindest einen Teil des Guthabens zu burnen. Dennoch ist die Attraktivität nicht hoch genug, um eine Burn-Spirale auszulösen.

Es könnte allenfalls eine Verkaufsspirale die Folge des fallenden Kurses sein, wie bei jedem Crash jeder Kryptowährung. Diese könnte aber folgender Mechanismus bei einem PoB-Coin aufhalten:

Jeder, der viel Geld in PoB investiert hat, ist damit zum Langzeit-Investor geworden, da es in der Regel mehrere Wochen oder Monate dauert, die geburnten Coins zurückzubekommen. Langzeit-Investoren haben also ein Interesse an einem steigenden Kurs.

Wird der Coin nun aber sehr günstig, dann könnten Langzeit-Investoren die Geldmenge drücken, indem sie gemeinsam deutlich mehr "burnen" als zuvor. Sie könnten sich sogar dazu verabreden und quasi als Zentralbank fungieren. Dies geht natürlich nur dann, wenn sie ein Licht am Ende des Tunnels sehen, also eine Möglichkeit, davon nach einiger Zeit zu profitieren.

Ich sehe jedenfalls durchaus Anzeichen für einen möglichen preisstabilisierenden Effekt. "Burning" ist sozusagen eine Art integrierter Prognosemarkt.

*Wie gesagt, den aktuellen Rewardmechanismus bei SLM muss ich mir noch mal genau anschauen. Seit Mitte 2015 ist bei mir aber der PoB-Blockreward fast gleichgeblieben.

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alkan
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August 06, 2016, 07:07:09 PM
 #3

Danke für die rasche Antwort!

Quote
Ein einzelner "Burner" bzw. die Anzahl der geburnten Coins hat direkt kaum Einfluss auf die Erhöhung der Geldmenge. Die Proof-of-Burn-Blocks werden nur anders verteilt. Der Blockreward bei PoB ist pro Zeiteinheit sehr ähnlich, egal wie viele Coins von allen Nutzern zusammen verbrannt worden sind.
Wenn das so, sieht die Ausgangslage natürlich ganz anders aus. In diesem Fall regelt ja der vorgegebene, unter allen Teilnehmern aufzuteilende Reward die Bereitschaft zu burnen und es kann sich auch ein Marktgleichgewicht einpendeln.

Quote
Allerdings ist das Geldmengenwachstum inzwischen nach 2 Jahren nur noch recht gering. Ich müsste ihre Entwicklung und der Einfluss der Burn-Difficulty darauf mal genau ausrechnen (also ob die Inflation langfristig gegen 0 tendieren sollte, wie ich vermute - bei Peercoin ist es genauso) - dazu motiviert mich dein Beitrag Wink Allerdings muss ich dafür den Code inspizieren, da der Rewardmechanismus mehrmals geändert wurde. Geht also nicht von heute auf morgen (bin kein Programmierer, der das schnell mal macht).
Das interessiert mich auch. Weisst du zufällig, in welcher Source-Datei der Rewardmechanismus geregelt ist?

Falls das Geldmenwachstum irgendwann immer kleiner wird, müsste auch der prozentuale Anteil der Burner an sämtlichen Inhabern/Teilnehmern kleiner werden. Dann würde aber der damit erzielte bzw. erhoffte Stabilisierungseffekt immer geringer, oder nicht? Ist bei Slimcoin geplant, irgendwann auf Transaktionsgebühren umzusteigen?

Quote
Ich meine, dass diese nicht auftreten sollte, aus folgendem Grund: Du gehts von einem festen "Zinssatz" pro geburntem Coin aus. Dieser ist aber nur dann fest, wenn genau gleich viele Coins insgesamt geburnt werden. Jeder zusätzlich geburnte Coin vermindert den Zinssatz jedoch, weil es ja nur eine beschränkte Menge Blockrewards pro Zeiteinheit (z.B. pro Tag) gibt.
Einverstanden, in diesem Fall besteht die von mir skizzierte Gefahr einer Burn-Spirale tatsächlich nicht.

Quote
Gehen wir noch mal von deinem Szenario eines Kurses (Kurs B) aus, der aufgrund eines Crashes, gemessen in EUR, nur noch die Hälfte des vorherigen Kurses (Kurs A) beträgt. (...) Nehmen wir an, es besteht deshalb bei Kurs B ein größerer Anreiz zu "burnen", da die Coins individuell ja billiger sind. (...)
Weshalb sollte sich der Anreiz erhöhen, wenn der Kurs sinkt? Wenn die Coins billiger sind, bedeutet dies für einen bestehenden Anleger, dass seine (ungeburnte) Anlage in EUR weniger wert ist. Nominell besitzt er aber immer noch gleich viele Coins und wird - bei gleichbleibender Gesamtburnrate - nominell auch die gleichen Rewards erhalten. In EUR ausgedrückt, werden die Rewards aber nur noch halb so viel wert sein, sofern sich der Kurs seither nicht mehr verändert. Wieso sollte sich also das Burnen eher lohnen als vor dem Kurszerfall? Wie sich der Kurs weiter entwickeln wird, weiss unser Anleger ja nicht.

Oder meinst du eher folgendes Szenario? Ein Anleger, der sich für Kryptowährungen interessiert, denkt und rechnet erst mal in seiner eigenen Währung, z.B. in EUR. Er hat zudem ein bestimmtes (Risiko-)Kapital zur Verfügung, das er investieren möchte. Wenn er sich nun dafür entscheidet, 1000 EUR in Slimcoin zu investieren und sein Kapital gleich zu verbrennen, dann wird er bei einem tieferen Kurs natürlich mehr SLM kaufen können und letztlich auch mehr Coins verbrennen.

Quote
Es werden also, um es zu vereinfachen, von jedem Nutzer doppelt so viele Coins "geburnt" als normalerweise. (...) Der Blockreward bleibt jedoch in Coins gemessen (fast*) gleich, und die Nutzer haben auch alle den gleichen Anteil an den "gesamt geburnten Coins". Das bedeutet: Die Rendite, gemessen in EUR, sinkt auf die Hälfte, da ja der Kurs B nur noch halb so hoch ist wie Kurs A.
Das verstehe ich nicht. Wenn der Blockreward pro Zeiteinheit nicht von der Anzahl geburnter Coins abhängt, dann würde sich die nominale Rendite bei einer doppelt so hohen Burn-Rate längerfristig halbieren, weil sich der Kuchen auf doppelt soviele Personen (bzw. geburnte Coins) verteilt. Wenn sich nun auch der Kurs nicht wieder erholt, wird der Gesamtertrag in EUR pro geburntem Coin nur noch einen Viertel betragen.

Quote
Allerdings sinkt gleichzeitig auch die verfügbare Geldmenge, oder sie steigt weniger als zuvor, wegen der höheren Burn-Rate. Dies kann die Zukunftserwartungen für den Kurs positiv beeinflussen. Es ist also nach wie vor attraktiv, zumindest einen Teil des Guthabens zu burnen. Dennoch ist die Attraktivität nicht hoch genug, um eine Burn-Spirale auszulösen.
Bei einem (nahezu) kostanten Blockreward könnte deine Vermutung tatsächlich zutreffen.

Quote
Ich sehe jedenfalls durchaus Anzeichen für einen möglichen preisstabilisierenden Effekt. "Burning" ist sozusagen eine Art integrierter Prognosemarkt.
Das ist eine interessante Feststellung. Mir ist nach wie vor nicht klar, wie sich eine solche Währung in der Praxis verhält.

User r0ach ist diesbezüglich offenbar skeptisch und ist bereits an der Entwicklung eines PoB-Systems mit zwei parallelen Währungen (https://bitcointalk.org/index.php?topic=1550027.0):
Quote
Well, I believe proof of burn is the most powerful underutilized tool in cryptocurrency.  If you use proof of burn with the actual currency itself, you usually destroy the economic system in some manner.  You either have to make the money supply more inflationary than what is burned just to be safe so the supply doesn't go to nothing, or implement an actual central bank in the coin that monitors the supply on the fly and alters it.  Both of those options are not good in my opinion.  However, if you split the protocol into two different coins, each with a different purpose, you can then burn the one that isn't used as a currency and solve some problems without affecting the economic system.

Eine solche Kryptowährung gab es übrigens bereits einmal. Zum Grosserfolg wurde Levelcoin dann aber anscheinend nicht:
https://bitcointalk.org/index.php?topic=422309.0



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August 07, 2016, 03:08:29 PM
 #4

In diesem Fall regelt ja der vorgegebene, unter allen Teilnehmern aufzuteilende Reward die Bereitschaft zu burnen und es kann sich auch ein Marktgleichgewicht einpendeln.

Genau, das ist die Idee.


Quote
Weisst du zufällig, in welcher Source-Datei der Rewardmechanismus geregelt ist?

Leider nein. Deshalb wie gesagt, dafür brauche ich etwas Zeit. Ich vermute aber, dass es in der selben Datei wie die Berechnung des Mining-Rewards bei Bitcoin stehen sollte (welche ich aber auch nicht kenne, aber vielleicht jemand anders, der sich mit BTC etwas besser auskennt).

Quote
Falls das Geldmenwachstum irgendwann immer kleiner wird, müsste auch der prozentuale Anteil der Burner an sämtlichen Inhabern/Teilnehmern kleiner werden. Dann würde aber der damit erzielte bzw. erhoffte Stabilisierungseffekt immer geringer, oder nicht? Ist bei Slimcoin geplant, irgendwann auf Transaktionsgebühren umzusteigen?

Bei einem etwa gleichbleibenden Preis eines Slimcoins bleibt auch der Reward ja etwa gleich (mit Vorbehalt, müsste im Code nachschauen wie gesagt) und damit würde dann auch der Anreiz zum Burnen gleich bleiben. Es verringert sich nur die prozentuale Geldmengen-Inflation verglichen mit der Gesamtgeldmenge.

Also wenn 1 SLM=1 EUR bestehen würde, wäre der Burn-Reward von 15 SLM potenziell bis in alle Ewigkeit logischerweise solange 15 EUR wert, bis der Preis sich ändert. 15 SLM sind heute bei einer Geldmenge von 10 Mio. SLM jedoch 0,0000015 %, bei einer Menge von 20 Mio. SLM in ein paar Jahren nur noch 0,00000075 %. Für den Anreiz zu "burnen" macht dies aber nichts aus. Somit sehe ich diesen Effekt nicht.

Edit:  Noch mal drüber nachgedacht. Du hast insofern recht, dass bei einer gleichbleibenden Burn-Rate bei steigender Geldmenge tatsächlich der Anteil der "geburnten Geldmenge" an der Gesamtmenge zurückgeht. Dass damit der Preis weniger stabilisiert würde, wäre tatsächlich möglich.

Transaktionsgebühren werden bereits erhoben, aber bei Slimcoin ist ja der Reward immer vorhanden, also wird es (immer vom aktuellen Protokoll ausgehend) nie vollständig von Transaktionsgebühren abhängen.

Quote
Weshalb sollte sich der Anreiz erhöhen, wenn der Kurs sinkt? Wenn die Coins billiger sind, bedeutet dies für einen bestehenden Anleger, dass seine (ungeburnte) Anlage in EUR weniger wert ist. Nominell besitzt er aber immer noch gleich viele Coins und wird - bei gleichbleibender Gesamtburnrate - nominell auch die gleichen Rewards erhalten. In EUR ausgedrückt, werden die Rewards aber nur noch halb so viel wert sein, sofern sich der Kurs seither nicht mehr verändert. Wieso sollte sich also das Burnen eher lohnen als vor dem Kurszerfall? Wie sich der Kurs weiter entwickeln wird, weiss unser Anleger ja nicht.

Ja, das ist spekulativ. Deshalb würde ich das gerne empirisch untersuchen. Ich glaube auch nicht, dass bei halbiertem Preis tatsächlich die Burn-Rate auf das Doppelte steigen würde. Das war eher der Einfachheit geschuldet. Aber 20-50% mehr bei halbem Preis erscheinen mir realistisch.

Ich sehe folgende Hinweise darauf, dass der Anreiz zum Burnen bei geringerem Preis erhöht ist:
- Die Barriere zum Burnen eines Coins ist niedriger. Es könnte also eine Art höheres "Grundrauschen" geben, von Leuten, die das Burnen mal ausprobieren wollen, Kleinanleger, die sozusagen ihr Glück versuchen. PoB ist ja gewissermaßen eine Lotterie - und wenn der Einsatz gering ist, könnte Burning zu einem massiven "Spiel" werden. Wie bei den Altcoin-Minern, die mit CPUs minen, obwohl sie kaum Ertrag erwarten können.
- Antizyklische Trader könnten - solange fundamental nichts dagegen spricht - die Gunst der Stunde nutzen und mehr burnen. Klar, sie können natürlich auch kaufen. Aber kurz nach dem Kurssturz wird sich ja die Burn-Rate nicht geändert haben - dann sind die Aussichten auf einen langfristigen Gewinn mit einem Burning am besten. Es könnte also zu einem Wettlauf um billiges Burnen kommen, das mittelfristig die Burn-Difficulty erhöht.
- Dann das Beispiel, das ich im vorigen Post brachte: der Langzeit-Investor, der bereits geburnt hat und in Slimcoin "festsitzt". Solange er es sich leisten kann, ist es für ein Mitglied dieser Gruppe sinnvoll, zu versuchen, die Geldmenge zu drücken, um dadurch ein Signal für einen steigenden Kurs zu hinterlassen. Mit einem Burn kann er ja öffentlich nachprüfbar signalisieren, dass er in den Coin investiert und so schnell nicht verkaufen wird.

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Oder meinst du eher folgendes Szenario? Ein Anleger, der sich für Kryptowährungen interessiert, denkt und rechnet erst mal in seiner eigenen Währung, z.B. in EUR. [...] Wenn er sich nun dafür entscheidet, 1000 EUR in Slimcoin zu investieren und sein Kapital gleich zu verbrennen, dann wird er bei einem tieferen Kurs natürlich mehr SLM kaufen können und letztlich auch mehr Coins verbrennen.

An diese Gruppe dachte ich auch, genau. Das diese nicht die Gesamtheit der Anleger repräsentiert, ist dabei klar.

Insgesamt sehe ich es daher als realistisch an, dass bei tieferem Preis die Burn-Rate (natürlich gemessen in SLM, nicht in EUR) und damit die Burn-Difficulty steigt. Und wer dann Gewinne machen möchte, muss entsprechend mehr riskieren und burnen, was die Burn-Difficulty auch über längere Zeit erhöht hält.

Der Stabilisierungseffekt gilt natürlich nur bei den "irrationalen", rein von der Spekulation getriebenen Kursschwankungen, die aber ja für Kryptowährungen bisher typisch sind. Verschlechtern sich die Daten fundamental (etwa durch einen Angriff, den Rückzug eines großen SLM akzeptierenden Händlers ...), wird der Effekt eher weniger eintreten.

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Wenn der Blockreward pro Zeiteinheit nicht von der Anzahl geburnter Coins abhängt, dann würde sich die nominale Rendite bei einer doppelt so hohen Burn-Rate längerfristig halbieren, weil sich der Kuchen auf doppelt soviele Personen (bzw. geburnte Coins) verteilt. Wenn sich nun auch der Kurs nicht wieder erholt, wird der Gesamtertrag in EUR pro geburntem Coin nur noch einen Viertel betragen.

Pro geburntem Coin ja, aber pro geburntem "EUR-Äquivalent" halbiert sie sich. Das war damit gemeint.

Wie gesagt, ich halte das alles für hochinteressant und würde deshalb, wenn sich Slimcoin irgendwann wieder an einer Exchange findet, gerne eine Untersuchung starten und Burn-Rate und Preis langfristig beobachten. Ein kleines Python-Skript habe ich dazu schon angefangen, aber nie fertiggestellt, da ja SLM bei BTER "delisted" wurde - und ohne Preisinformation wäre die Untersuchung ja nutzlos.

Danke für den Hinweis auf Levelcoin. Den habe ich schon mal irgendwo aufgespürt gehabt, aber ich meine er sei nie über das Prototypenstadium herausgekommen.

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August 07, 2016, 05:30:00 PM
 #5

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Noch mal drüber nachgedacht. Du hast insofern recht, dass bei einer gleichbleibenden Burn-Rate bei steigender Geldmenge tatsächlich der Anteil der "geburnten Geldmenge" an der Gesamtmenge zurückgeht. Dass damit der Preis weniger stabilisiert würde, wäre tatsächlich möglich.
Ja, das habe ich so gemeint.

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Transaktionsgebühren werden bereits erhoben, aber bei Slimcoin ist ja der Reward immer vorhanden, also wird es (immer vom aktuellen Protokoll ausgehend) nie vollständig von Transaktionsgebühren abhängen.
Aha, das wusste ich nicht. Funktioniert das so wie bei Bitcoin, d.h. der Absender eines Geldbetrags kann eine Gebühr festlegen, die dann von den Minern/Mintern akzeptiert werden muss, damit die Transaktion in der Blockchain verarbeitet wird?

Ich frage mich, ob man das Problem der relativ zur Gesamtmenge abnehmenden "geburnten Geldmenge" nicht dadurch entschärfen könnte, dass man das Recht, Transaktionsgebühren zu erheben, nur den Burnern zuerkennt, und zwar im Verhältnis der effektiv verbrannten Coins. Dadurch könnte man eine PoB-Währung längerfristig sogar komplett inflationsfrei ausgestalten, indem man den Burner ausschliesslich die vernichtete Geldmenge als Neugeld wieder zukommen lässt. Der Anreiz zum Burnen läge dann nicht in der Neugeldschöpfung (die ja insofern lediglich ein Nullsummenspiel wäre), sondern in den zusätzlich dazu erhaltenen Transaktionsgebühren.

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Dann das Beispiel, das ich im vorigen Post brachte: der Langzeit-Investor, der bereits geburnt hat und in Slimcoin "festsitzt". Solange er es sich leisten kann, ist es für ein Mitglied dieser Gruppe sinnvoll, zu versuchen, die Geldmenge zu drücken, um dadurch ein Signal für einen steigenden Kurs zu hinterlassen. Mit einem Burn kann er ja öffentlich nachprüfbar signalisieren, dass er in den Coin investiert und so schnell nicht verkaufen wird.
Dies entspricht dann auch dem psychologischen Effekt, wie ich ihn eingangs geschildert habe. Die Herde folgt den "weisen" Langzeitinvestoren, die mit dem Burnen ihre Erwartung in den langfristig positiven Kursverlauf signalisieren. Ein ähnliches Phänomen sieht man auch bei der Wirkung von Futures auf den zugrundeliegenden Valor (http://www.gevestor.de/details/der-einfluss-des-dax-auf-den-future-und-umgekehrt-727365.html).

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Ja, das ist spekulativ. Deshalb würde ich das gerne empirisch untersuchen. Ich glaube auch nicht, dass bei halbiertem Preis tatsächlich die Burn-Rate auf das Doppelte steigen würde. Das war eher der Einfachheit geschuldet. Aber 20-50% mehr bei halbem Preis erscheinen mir realistisch.
Eine Wirtschaftssimulation zum Thema fände ich auch hochinteressant.

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An diese Gruppe dachte ich auch, genau. Das diese nicht die Gesamtheit der Anleger repräsentiert, ist dabei klar.
Mit anderen Worten können sich die "burning"willigen Investoren mehr Coins bzw. nominell mehr SLM leisten. Wenn sie diese nun verbrennen, verringert sich dadurch nicht nur die Geldmenge, sondern auch die relative Umlaufgeschwindigkeit, weil die betreffenden Coins ja für eine gewisse Zeit aus dem Verkehr gezogen werden. Dadurch reduziert sich logischerweise aber auch die Anzahl der Transaktionen.

Wenn ich es richtig verstehe, bedeutet dies für die Quantitätsgleichung (Transaktionsversion) M*V = P*T, dass sich M (Geldmenge), V (Umlaufgeschwindigkeit) und T (Transaktionen) verringern, womit P (Preis) steigt, d.h. der Kurs sich wieder erholt.

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Der Stabilisierungseffekt gilt natürlich nur bei den "irrationalen", rein von der Spekulation getriebenen Kursschwankungen, die aber ja für Kryptowährungen bisher typisch sind. Verschlechtern sich die Daten fundamental (etwa durch einen Angriff, den Rückzug eines großen SLM akzeptierenden Händlers ...), wird der Effekt eher weniger eintreten.
Das sehe ich auch so.

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Pro geburntem Coin ja, aber pro geburntem "EUR-Äquivalent" halbiert sie sich. Das war damit gemeint.
Alles klar!

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Wie gesagt, ich halte das alles für hochinteressant und würde deshalb, wenn sich Slimcoin irgendwann wieder an einer Exchange findet, gerne eine Untersuchung starten und Burn-Rate und Preis langfristig beobachten. Ein kleines Python-Skript habe ich dazu schon angefangen, aber nie fertiggestellt, da ja SLM bei BTER "delisted" wurde - und ohne Preisinformation wäre die Untersuchung ja nutzlos.
Das ist sehr schade. Eine solche Untersuchung wäre wirklich sehr interessant.
alkan
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August 07, 2016, 06:16:34 PM
 #6

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Wenn ich es richtig verstehe, bedeutet dies für die Quantitätsgleichung (Transaktionsversion) M*V = P*T, dass sich M (Geldmenge), V (Umlaufgeschwindigkeit) und T (Transaktionen) verringern, womit P (Preis) steigt, d.h. der Kurs sich wieder erholt.

Nachtrag: Wie verhält es sich nun bei einem Investor, der bereits Coins besitzt und auf jeden Fall die Absicht hat, diese mindestens ein Jahr zu halten?

Verbrennt dieser Investor seine Coins, verringert sich offensichtlich M. Meines Erachtens wird aber gleichzeitig auch die Umlaufgeschwindigkeit V grösser, da diese angibt, wie häufig eine Geldeinheit in einer Betrachtungsperiode durchschnittlich verwendet wurde. Wenn wir annehmen, dass ein durchschnittlicher Besitzer seine Coins zwei Mal pro Jahr ausgibt, dann wird dessen (statistische) Einfluss auf die so definierte Umlaufgeschwindigkeit halt grösser, sobald der Investor seine Coins verbrennt und sie dadurch der betrachteten Gesamtgeldmenge entzieht. Andererseits bleibt die Anzahl der Transaktionen T über die betrachtete Zeitperiode gleich, zumal unser Investor seine Coins so oder so nicht vor Ablauf des Jahres ausgegeben hätte. Folglich heben sich die Veränderungen von M und V gegenseitig wieder auf, sodass auch der Preis gleichbleibt.

Folglich gibt es in diesem Fall keinen Stabilisierungseffekt bei einem Kurszerfall, da die Anzahl der verbrannten Coins von vornherein keine Rolle spielt.

Letztlich ist gar nicht das Burnen, also die Verringerung von M, der unmittelbare Grund für die Stützung des Kurses im Fall des Neuinvestors. Vielmehr geht es darum, dass beim Ankauf neuer Coins diese vom Otto-Normalbesitzer auf den Langzeitinvestor übergehen, wodurch sich V effektiv verringert. Insofern spielt es für den Kurs gar keine Rolle (wenn wir von den Rewards bzw. der am Ende resultierenden Neugeldschöpfung einmal absehen), ob ein Langzeitinvestor die Coins verbrennt oder einfach so langfristig hält. Nur machen die Rewards das Burnen im Vergleich zum Halten lukrativer, weshalb zu erwarten ist, dass eine PoB-Währung mehr Langzeitinvestoren anlockt als eine andere Kryptowährung. Und bei einem Kurssturz ist deren Investitionssumme in SLM gerechnet mehr wert, womit sie einen höheren Anteil an der gesamten Geldmenge dem Umlauf entziehen können, sodass eine antizyklische Stützungswirkung durchaus realistisch scheint.

Je mehr man über die Sache nachdenkt, desto interessanter wird sie.  Wink
d5000
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August 07, 2016, 07:05:55 PM
 #7

Funktioniert das so wie bei Bitcoin, d.h. der Absender eines Geldbetrags kann eine Gebühr festlegen, die dann von den Minern/Mintern akzeptiert werden muss, damit die Transaktion in der Blockchain verarbeitet wird?

Fast. Bei SLM gibt es eine feste Minimal-Transaktionsgebühr von 0.01 SLM, die jedoch "verbrannt" wird, also nicht den Minern zugute kommt. Sie wurde von Peercoin übernommen und soll verhindern, dass die Blockchain durch Spam aufgebläht wird. Dazu kann jedoch eine beliebige Zusatzgebühr abgegeben werden, die den Minern und "Mintern" zugute kommt.

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(...) das Recht, Transaktionsgebühren zu erheben, nur den Burnern zuerkennt, und zwar im Verhältnis der effektiv verbrannten Coins. Dadurch könnte man eine PoB-Währung längerfristig sogar komplett inflationsfrei ausgestalten, indem man den Burner ausschliesslich die vernichtete Geldmenge als Neugeld wieder zukommen lässt. Der Anreiz zum Burnen läge dann nicht in der Neugeldschöpfung (die ja insofern lediglich ein Nullsummenspiel wäre), sondern in den zusätzlich dazu erhaltenen Transaktionsgebühren.

Hm. Das muss ich mir nochmal durch den Kopf gehen lassen. Eigentlich sehe ich eine geringe Inflation sogar für nicht schlecht an, da ja 1) immer Coins verloren gehen (Leute, die den Private Key vergessen, ganz aussteigen etc.) und 2) die Geldmengenausweitung ja innerhalb weniger Jahre auf ein quasi "irrelevantes" Niveau absinkt (unter 5%).

Kleine Anmerkung dazu: Zur Zeit ist SLM recht inflationär - ca. 20-30% hochgerechnet aufs Jahr - , weil der Reward für PoW sehr hoch ist, da die PoW-Difficulty sehr niedrig ist, weil quasi niemand mint - Hab selbst spaßeshalber letztens mit nem 10 Jahre alten PC gemint und in ein paar Stunden 2 Blöcke gefunden.

SLM nutzt bei PoW das Peercoin-Modell, bei dem bei höherer Diff der Reward abgesenkt wird. Das soll bei steigendem Preis dazu führen, dass PoW immer weniger wichtig wird. PoW ist ja nur für die Anfangsverteilung gedacht. Damit wird die Inflation bei steigender Beliebtheit oder sogar durch Moore's Law (weil ja die Diff von der Hashrate abhängt) abgeschwächt.

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Dies entspricht dann auch dem psychologischen Effekt, wie ich ihn eingangs geschildert habe. Die Herde folgt den "weisen" Langzeitinvestoren, die mit dem Burnen ihre Erwartung in den langfristig positiven Kursverlauf signalisieren. Ein ähnliches Phänomen sieht man auch bei der Wirkung von Futures auf den zugrundeliegenden Valor (http://www.gevestor.de/details/der-einfluss-des-dax-auf-den-future-und-umgekehrt-727365.html).

Ja, "burnen" kann man ja wie gesagt als Prognosemarkt auffassen: je höher die Anzahl der insgesamt geburnten Coins, um so höher die Erwartungen an den zukünftigen Kurs.

Das kann ich sogar jetzt live beobachten: Da ja Slimcoin gerade recht "tot" ist, nimmt die Zahl der "EffectiveBurnCoins" (also die Gesamtzahl der Coins, wobei bereits deren "Verfall" eingerechnet wurde) langsam ab - in den letzten 6 Monaten etwa von 1 Mio. auf 800.000. Bei 800.000 hat der Wert sich aber stabilisiert, was bedeutet, dass wieder etwas mehr geburnt wird. Hoffnung auf ein Comeback? Wink

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Mit anderen Worten können sich die "burning"willigen Investoren mehr Coins bzw. nominell mehr SLM leisten. Wenn sie diese nun verbrennen, verringert sich dadurch nicht nur die Geldmenge, sondern auch die relative Umlaufgeschwindigkeit, weil die betreffenden Coins ja für eine gewisse Zeit aus dem Verkehr gezogen werden. Dadurch reduziert sich logischerweise aber auch die Anzahl der Transaktionen.
Ein signifikantes Sinken der Transaktionenzahl würde ich nicht als zwangsläufig ansehen. Denn die Währung besteht ja nicht nur aus Investoren, im Idealfall ja nur zu einem kleinen Teil, der Rest sind einfach Nutzer, und die können ja beliebige Bruchteile der SLM für ihre Transaktionen verwenden, weshalb für sie die Zahl der geburnten Coins irrelevant ist.

Die "relative Umlaufgeschwindigkeit" könnte dagegen tatsächlich sinken. Da kenne ich mich aber nicht aus ...

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Das ist sehr schade. Eine solche Untersuchung wäre wirklich sehr interessant.

Ich würde gerne in einiger Zeit eine Marketingkampagne für Slimcoin starten (die nächsten 2-3 Monate habe ich zu viel um die Ohren im Real Life), z.B. eine neue Projekt-Website und ein Forum einrichten, und die Währung zumindest an die dezentrale Exchange Bitsquare bringen. Dann könnte auch die Untersuchung starten, die vielleicht auch neue User anlocken könnte. Das Problem sind halt ein paar hartnäckige Bugs im aktuellen Client.

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alkan
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August 07, 2016, 07:59:42 PM
 #8

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Fast. Bei SLM gibt es eine feste Minimal-Transaktionsgebühr von 0.01 SLM, die jedoch "verbrannt" wird, also nicht den Minern zugute kommt. Sie wurde von Peercoin übernommen und soll verhindern, dass die Blockchain durch Spam aufgebläht wird. Dazu kann jedoch eine beliebige Zusatzgebühr abgegeben werden, die den Minern und "Mintern" zugute kommt.
Meinst du mit "Mintern" die PoS-Blockerzeuger oder die Burner?

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Hm. Das muss ich mir nochmal durch den Kopf gehen lassen. Eigentlich sehe ich eine geringe Inflation sogar für nicht schlecht an, da ja 1) immer Coins verloren gehen (Leute, die den Private Key vergessen, ganz aussteigen etc.) und 2) die Geldmengenausweitung ja innerhalb weniger Jahre auf ein quasi "irrelevantes" Niveau absinkt (unter 5%).
Grundsätzlich finde ich Inflation auch nicht per se schlecht, solange sich die Rate in Grenzen hält. Ich frage mich nur, ob der diskutierte Stabilisierungseffekt auch eintreten kann, wenn prozentuell gesehen nur noch sehr wenige Coinbesitzer burnen. Das kann ich leider nicht beurteilen. Deshalb kam ich auf die Idee, man könnte diese alternativ oder zusätzlich zum Neugeld auch mit Transaktionsgebühren belohnen.

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Ein signifikantes Sinken der Transaktionenzahl würde ich nicht als zwangsläufig ansehen. Denn die Währung besteht ja nicht nur aus Investoren, im Idealfall ja nur zu einem kleinen Teil, der Rest sind einfach Nutzer, und die können ja beliebige Bruchteile der SLM für ihre Transaktionen verwenden, weshalb für sie die Zahl der geburnten Coins irrelevant ist.
Gesamthaft betrachtet wäre das Sinken der Transaktionenzahl nicht signifikant. Für die Modellrechnung genügt es aber, weil bei Betrachtung eines einzelnen Investor ohnehin jede der betrachteten Variablen nur wenig ändert.

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Ich würde gerne in einiger Zeit eine Marketingkampagne für Slimcoin starten (die nächsten 2-3 Monate habe ich zu viel um die Ohren im Real Life), z.B. eine neue Projekt-Website und ein Forum einrichten, und die Währung zumindest an die dezentrale Exchange Bitsquare bringen. Dann könnte auch die Untersuchung starten, die vielleicht auch neue User anlocken könnte. Das Problem sind halt ein paar hartnäckige Bugs im aktuellen Client.
Das tönt ja schon mal vielversprechend!
d5000
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August 09, 2016, 06:45:30 PM
 #9


Meinst du mit "Mintern" die PoS-Blockerzeuger oder die Burner?

Beide - also Burner bei PoB-Blocks und PoS-Minter bei PoS-Blocks. Für "PoB-Minting" hat sich ja noch kein Fachbegriff herausgebildet. Noch zu unbekannt Wink

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Grundsätzlich finde ich Inflation auch nicht per se schlecht, solange sich die Rate in Grenzen hält. Ich frage mich nur, ob der diskutierte Stabilisierungseffekt auch eintreten kann, wenn prozentuell gesehen nur noch sehr wenige Coinbesitzer burnen. Das kann ich leider nicht beurteilen. Deshalb kam ich auf die Idee, man könnte diese alternativ oder zusätzlich zum Neugeld auch mit Transaktionsgebühren belohnen.

Wie gesagt, einen Teil der Gebühren bekommen die Burner ja sowieso - und je mehr Transaktionen es gibt, also je erfolgreicher der Coin ist, um so höher werden die Einkünfte dadurch. Auch deswegen wird meines Erachtens das Burning immer so attraktiv bleiben, dass der Preisstabilisierungseffekt weiter signifikant ist.

Problematisch würde es allenfalls, wenn ein PoB-Coin immer ein unbekannter Altcoin bleibt und die Transaktionszahl nicht steigt oder gar rückläufig wird, aber dann hat er sein Ziel ja eh verfehlt. Eine Kryptowährung sollte ja immer den Anspruch haben, eine echte Währungsalternative zu werden.

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d5000
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February 11, 2017, 12:42:42 AM
 #10

Ich habe endlich mal wieder Zeit gefunden um über Proof of Burn nachzudenken (alkan, ich schulde dir noch nen Kommentar zu deinem anderen PoB-System -> werde versuchen das in den nächsten Wochen nachzuholen).

Ich habe mir jetzt mal das Thema "Quantitätsgleichung" bei verschiedenen Phasen einer PoB-Währung (zur Einfachheit nehmen wir SLM) angeschaut. In dieser gilt:

M * V = P * T

Wir wollen ja wissen, ob sich das Preisniveau nach einer Geldmengenreduktion durch "Burning" ändert. Also lösen wir die Gleichung hin zum Preisniveau auf:

P = (M * V) / T

wobei wir dies auf die Verhältnisse in einer Kryptowährung anwenden:
M = Geldmenge = Zahl aller verfügbaren SLM. Zur Einfachheit eine stabile Zahl = 100.
T = Anzahl der Transaktionen. Nehmen wir zur Einfachheit 100 pro 24 Stunden mit dem Gegenwert von 1 SLM "zum ursprünglichen Kurs". Die Zahl der Transaktionen bleibt stabil, da ja für die Nutzer der Kurs erstmal egal ist, sie müssen ihre Bedürfnisse trotzdem befriedigen.
V = Umlaufgeschwindigkeit = die in den letzten 24 Stunden gemessene Umlaufgeschwindigkeit.
P = Preisniveau = das aktuelle durchschnittliche Preisniveau der Güter in der Währung, nehmen wir mal zur Einfachheit 1 € in SLM. Das heißt: bei halbem Kurs der Währung ist das Preisniveau erwartet doppelt so hoch.


Wir betrachten nun 3 Zeiträume:
1. Ursprüngliches Kursniveau.
M = 100 T = 100 V = 100.
P = (100 * 100) / 100 = 100.

2. 24 Stunden nach einem Crash mit halbiertem Kurs:
M =100 T = 100 V = 200 (ergibt sich daraus, dass für die gleiche Anzahl Käufen von Gütern die doppelte Geldmenge benötigt wird)
P = (100 * 200) / 100 = 200

Das Preisniveau hat sich also verdoppelt.

3. 48 Stunden nach einem Crash, durch Burning in der letzten Sekunde des Zeitraums um 1% verringerte Geldmenge
M = 99 T = 100 V = 200
P = (99 * 200) / 100 = 198

In diesem Szenario ist also das Preisniveau um 1%, also den gleichen Prozentsatz zurückgegangen, wie die Geldmenge. Der preisstabilisierende Effekt wird also sichtbar, denn beim Rückgang des Preisniveaus sollte der Kurs steigen.

Es gibt einen möglichen Einwand: Wir betrachten ja das aktuelle Preisniveau nach der Reduzierung der Geldmenge, aber dafür die Umlaufgeschwindigkeit der vergangenen 24 Stunden. Würden wir auch die aktuelle "projizierte" Umlaufgeschwindigkeit nach der Reduzierung der Geldmenge betrachten, dann wäre auch die Umlaufgeschwindigkeit geringer und wir hätten das, was @alkan angesprochen hat im vorigen Post, dass beide Effekte sich ausgleichen. Ich muss da noch mal nachsehen, ob das also legitim ist, was ich hier mache ...

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alkan
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February 12, 2017, 08:25:32 PM
 #11

Ich habe endlich mal wieder Zeit gefunden um über Proof of Burn nachzudenken (alkan, ich schulde dir noch nen Kommentar zu deinem anderen PoB-System -> werde versuchen das in den nächsten Wochen nachzuholen).
Kein Problem d5000! Ich bin im Moment auch ziemlich ausgelastet.

Übrigens bin ich von meinem PoB-Ansatz bereits wieder weggekommen und habe ein komplett neues Modell entwickelt, das im Unterschied zu PoW und PoS echte Dezentralisierung verspricht: https://hackernoon.com/decentralized-objective-consensus-without-proof-of-work-a983a0489f0a#.evk9cpmw3

Das ökonomische Modell ist darauf ausgelegt, die Macht möglichst breit zu verteilen. Leider führt es zu einer zusätzlichen Begünstigung der Vermögenden, weshalb ich es gegenwärtig am Überarbeiten bin. Ein möglicher Ansatz besteht darin, die Accounts zu versteigern und den Versteigerungserlös zu burnen, was auch der stetigen Geldmengenausweitung entgegenwirkt: https://bitcointalk.org/index.php?topic=1780667.0.

M = 100 T = 100 V = 100.

2. 24 Stunden nach einem Crash mit halbiertem Kurs:
M =100 T = 100 V = 200 (ergibt sich daraus, dass für die gleiche Anzahl Käufen von Gütern die doppelte Geldmenge benötigt wird)

Bist du sicher, dass du die Formeln richtig angewendet hast? Meines Erachtens müsste M = (P * T) / V sein.
M steht für die Geldmenge, d.h. die Gesamtheit der sich im Umlauf befindenden Währungseinheiten. Es geht nicht um die Geldmenge, welche für eine bestimmte Anzahl Käufen benötigt wird. Allerdings werden in der Volkswirtschaftslehre durchaus verschiedene Geldmengen verwendet (https://de.wikipedia.org/wiki/Geldmenge).

Möglicherweise stehe ich aber auf der Leitung.
ifightformerkel
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February 12, 2017, 09:24:01 PM
 #12

Ich denke wenn der Coin erfolgreich ankommt dann wird der Kurs alleine durch das Proof of Burn verfahren steigen.

Da es aber hunderte Coins gibt muss man schon den einen finden auf den die Leute anspringen, sonst bleibt der Kurs im Keller wie bei 90% der coins.
d5000
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February 17, 2017, 01:50:05 AM
 #13

Ich hab mir dein neues Modell schon mal kurz angeschaut, aber hatte noch keine Zeit wirklich was sinnvolles dazu zu posten. Das war doch das Modell mit den Accounts, die verkauft werden können und Mining-Rechte einbringen? Auf den ersten Blick stellt sich mir die Frage eines sinnvollen Wachstums der Account-Menge.

Aber erstmal zum hiesigen Thema (äußere mich dann ausführlich nach deiner Überarbeitung des Modells Wink ):

Quote from: alkan
M = 100 T = 100 V = 100.

2. 24 Stunden nach einem Crash mit halbiertem Kurs:
M =100 T = 100 V = 200 (ergibt sich daraus, dass für die gleiche Anzahl Käufen von Gütern die doppelte Geldmenge benötigt wird)

Bist du sicher, dass du die Formeln richtig angewendet hast? Meines Erachtens müsste M = (P * T) / V sein.
M steht für die Geldmenge, d.h. die Gesamtheit der sich im Umlauf befindenden Währungseinheiten. Es geht nicht um die Geldmenge, welche für eine bestimmte Anzahl Käufen benötigt wird. Allerdings werden in der Volkswirtschaftslehre durchaus verschiedene Geldmengen verwendet (https://de.wikipedia.org/wiki/Geldmenge).

Ich habe versucht, beim dritten Schritt nach P (Preisniveau) aufzulösen, also die restlichen Werte so vorzugeben, wie ich sie bei einem  Kurssturz erwarte. Die Geldmenge ergibt sich ja eh aus der Formel "bereits geminte Blöcke * Rewards - geburnte Coins" und kann nicht einfach so manipuliert werden.

Edit: Und V=200 ist darauf zurückzuführen, dass der Kurssturz auf die Hälfte des Wertes des Coins das Preisniveau auf das Doppelte hat steigen lassen (P = 200). Also ist in diesem Fall eigentlich P=200 vorgegeben und die benötigte Formel V = (P * T) / M, was ebenfalls 200 ergibt.

Wenn das Preisniveau steigt, sinkt der Kurs (es fällt der USD-Preis). Soweit klar.

Was passiert aber, wenn durch einen Burn-Vorgang die Geldmenge plötzlich verringert wird? Dann könnte aus meiner Formel-Anwendung folgen, dass die Ressourcen, die für die Coins der Kryptowährung insgesamt zur Verfügung stehen (jede Kryptowährung hat ja sozusagen ein Äquivalent zum "Bruttoinlandsprodukt", also User-Netzwerk, aufgebrachte reale Ressourcen, Güter die für die Nutzer der Währung zur Verfügung stehen), nun auf eine geringere Geldmenge verteilt werden. Und damit das Preisniveau (Coins, die ich brauche, um eine besagter Ressourcen zu erwerben) tendenziell sinkt und somit der Kurs wieder ansteigen kann.

Edit: Deswegen wird die Formel im dritten Schritt nach P aufgelöst, da sich eine der anderen Parameter ändert und wir ja die Auswirkung auf P und nicht auf V sehen wollen.

Ich bin mir aber weiterhin nicht sicher, ob nicht doch ein Fehler drinsteckt Wink

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alkan
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May 25, 2017, 12:50:46 PM
 #14

Slimcoin ist nun auf Coinmarketcap gelistet!
https://steemit.com/news/@dragosroua/slimcoin-officially-listed-at-coinmarketcap
https://slimcoin-project.github.io/
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May 27, 2017, 05:57:24 AM
 #15


Danke alkan! Das kommt genau zum richtigen Zeitpunkt, denn Slimcoin ist, wie man sehen kann, einer der wenigen Coins die mehr wert sind als vor einer Woche Grin (wobei man zugeben muss, dass der alte Preis von 2014/15 noch lange nicht erreicht wurde)

Ich werde demnächst einen echten deutschen Announcement-Thread zu SLM schreiben, denn es tut sich diesmal wirklich was. Stabiler Client, OP_RETURN mit bald der Möglichkeit von Assets und dezentralen Websites ...

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