Dem stimme ich überhaupt nicht zu, nein. Österreich (und auch Deutschland) haben eines sicher nicht: zu wenig Einnahmen. Bevor man also dem Bürger noch weiter in die Taschen greift sollte man das Problem des Missmanagements der bereits vorhandenen Gelder angehen und nicht immer weiter neue Steuern erfinden. Wir haben in Österreich bereits eine Staatsquote von über 50%, das muss man sich mal vorstellen ...
Ich konnte bereits einen Blick auf die Vermögenssteuerstufen werfen, da wären wohl durchaus einige hier betroffen. Die erste Stufe geht 1 Million Euro (exkl. der Immobilie, die man bewohnt) los und betrifft das ganze Vermögen, also bspw. auch Eigentumswohnungen, die man für die Kinder angeschafft hat. Ab 50 Millionen Euro beträgt die Steuer bereits 2%, steigt aber ab dort dann auch nicht mehr. Österreich erwartet sich dadurch übrigens rund 5 Milliarden an Mehreinnahmen.
Eine Versteuerung ab 1 Mio € Vermögen ist selbstverständlich zu niedrig angesetzt, genau deshalb habe ich auch eine eigentlich sehr hohe Summe genannt aber alles ab 10 Millionen finde ich nicht mehr schlimm und das würde auch nur einen sehr kleinen Teil treffen.
Deswegen war es mir wichtig, da nochmal darauf einzugehen. Man muss hier enorm aufpassen, was man sich wünscht und sich nicht denkt "Vermögenssteuer? ah, das trifft ja eh nur die Reichen, die dürfen ruhig zahlen". Die Grenzen für die einzelnen steuerlich relevanten Stufen sind schnell gesenkt und/oder man nimmt einfach die private Wohnimmobilie doch mit rein und schwups, zahlt man jährlich Steuern. Bewohnt man bspw. eine Immobilie, die hoch bewertet wird (oder es werden generell alle Immobilien einfach höher bewertet) so kommt man mit etwas Geld auf der Seite schnell auf 1 Million und muss dann nach dem Plan der österreichischen Regierung dafür 0,5% pro Jahr abdrücken. Das wären in dem Fall 5k, einfach so.
Diejenigen, die wirklich viel Geld haben und von dieser neuen Steuer enorm betroffen wären (kenne da persönlich doch ein paar mit +100 Mio. Privatvermögen), finden Mittel und Wege, wie sie die Steuer sicher nicht zahlen müssen. Am Ende bleibt dann eine "Massen-Vermögenssteuer" über, die wieder die allgemeine Bevölkerung betrifft, auch wenn man eigentlich gar kein Vermögen hat wie das Beispiel mit der eigenen Immobilie zeigt.
Zur Klarstellung: Stand der derzeitigen Verhandlungen ist, dass die eigens bewohnte Immobilie aus dem Vermögen herausgerechnet wird. Ob das hält und wenn ja wie lange, ist jedoch alles andere als fix.