Warum?
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Das kann ich ja alles nachvollziehen, aber da sind halt 2 elementare Einschränkungen drin, es ist DEIN Lebensentwurf und DEIN Risikoempfinden... und die sind keineswegs allgemeingültig wie es weiter oben noch suggeriert wurde....
Ich stelle mal eine Gegenthese auf:
Ein Eigenheim ist IMMER auch eine finanzielle Investition und es nicht als solche zu betrachten birgt unnötige Risiken, die sich bei unemotionaler Betrachtung vermeiden lassen.
Ich mach dazu auch gerne ein anekdotisches Beispiel aus meinem Umfeld:
- eine Familie mit 3 Kindern arbeitet in der Großstadt und will jetzt ein Haus bauen/kaufen
- um beim selben Budget mehr platz für die Kinder zu bekommen, realisieren sie ihren Wunsch im Umland der Großstadt
>>> 30 Jahre fast forward
- das 1. Kind hat Karriere gemacht, damit geht eine Mobilitätsanforderung einher, sodass es sich nicht lokal binden möchte
- das zweite Kind will nicht "auf dem Dorf" leben, sondern bevorzugt die Mietwohnung in der nahegelegenen Großstadt
- das dritte Kind lebt zwar auch im Umland und hat Kinder, allerdings ist die Ehefrau wenig begeistert davon "bei den Schwiegereltern einzuziehen"
>>> Resultat:
Die Eltern (jetzt Großeltern) sind jetzt Rentner und stecken in einem viel zu großen Haus fest. Die Unterhaltskosten werden zur Finanziellen Belastung. Eigentlich würden Sie sich gerne verkleinern und in die Stadt ziehen (bessere medizinische Versorgung) aber weil die Preisentwicklung im Umland nicht mit der Großstadt mithalten konnte ist das finanziell nicht drin...
Heute sind die Zeiten so schnellebig, dass es a.h.S. irrwitzig ist zu glauben man könnte über 20-30 Jahre oder gar über Generationen hinweg planen. Dazu würde ich meine Kinder nie in der Erwartungshaltung großziehen, dass Sie das Haus / den Hof zu übernehmen haben, die sollen mal schön ihren eigenen Weg gehen...
Sich auf einen Ort oder ein Wohnkonzept zu beschränken würde ich persönlich als antiquiertes Konzept und als Belastung empfinden weil es einem die Flexibilität für Veränderungen raubt (mehr/weniger Kinder im Haushalt, Scheidung, Berufliche Veränderungen, Veränderungen im Verhältnis Butget/Wohnbedarf, Mobilitätseinschränkungen im Alter, Pflegefall). In meinem Verständnis fände ich es daher eher grob fahrlässig solche Veränderungen nicht mitzudenken und sich nur auf eine mögliche Zukunft vorzubereiten. Die finanzielle Flexibilität durch ein breit gestreutes Portfolio ist dann nur das entsprechende Vehikel dazu...
Das Eigenheim wird mal wohl niemals vordergründig aus Gewinnerzielungsabsicht heraus anschaffen, aber es sollte halt auch nicht im Totalverlust enden, weil man in einer unvorhergesehenen Zukunft einen Klumpen Beton besitzt für den man keine Verwendung mehr hat.
