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Author Topic: So wählt ihr die passende Gebühr für Bitcoin-Transaktionen  (Read 53 times)
1miau
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ChipMixer Miau


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September 03, 2019, 07:20:06 PM
Last edit: September 03, 2019, 07:39:46 PM by 1miau
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Bei jeder Bitcoin-Transaktion fällt eine Transaktionsgebühr an, folglich ist es sehr wichtig, diese möglichst gering zu halten und doch dafür zu sorgen, dass die Transaktion in angemessener Zeit beim Empfänger ankommt, wenn ihr es eilig habt. Denn die Schnelligkeit einer Transaktion bestimmt sich danach, wie viel Gebühren ihr dafür bezahlt und ist gleichzeitig davon abhängig, wie viele andere Transaktionen um einen Platz im nächsten Block konkurrieren. Die Gebühren werden in Satoshi pro Byte (sat/byte) gemessen. Je höher die Gebühr in sat/byte, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass eure Transaktion im nächsten Block aufgenommen wird. Denn die Miner wählen die Transaktionen immer danach aus, wer am meisten dafür bezahlt. Das ist soweit auch logisch, denn die Miner erhalten neben dem Block-Reward auch die Transaktionsgebühren für alle in diesem Block aufgenommenen Transaktionen.


Nicht jede Wallet lässt euch die Transaktionsgebühren manuell anpassen und selbst von denen, die es könnten, sind oft die Standardeinstellungen sehr vereinfacht (und damit zu teuer) voreingestellt. Eine gute Wallet, die eine manuelle Einstellung der Transaktionsgebühren zulässt, ist Electrum.

Danach gilt es, die optimale Höhe der Transaktionsgebühren herauszufinden, was über geeignete Seiten recht zuverlässig und genau möglich ist.

Mit ein paar einfachen Schritten könnt ihr also wertvolles Bitcoin sparen (mit Electrum):


1.
Zuerst öffnet ihr eure Wallet in Electrum, von der ihr etwas versenden wollt. Dafür geht ihr auf „Senden“ und dort werdet ihr sehen, dass die Gebühr standardmäßig lediglich über den Schieberegler angepasst werden kann. Das ist in den meisten Fällen bereits besser als viele andere Services, insbesondere Exchanges aber eben noch nicht optimal, denn im besten Fall könnt ihr durch eine manuelle Anpassung ein Vielfaches an Gebühren sparen.






2.
Um die Gebühr komplett auf manuelle Eingabe umzustellen, müsst ihr auf „Werkzeuge“ und dann weiter auf „Einstellungen“ gehen.






3.
Dann öffnet sich ein Fenster, in dem ihr ein Häkchen bei „Transaktionsgebühren manuell bearbeiten“ aktivieren könnt. Zudem würde ich „Replace-by-Fee“ (RBF) aktivieren. Damit ist es möglich, die Transaktionsgebühr nachträglich zu erhöhen, wenn ihr merkt, dass die gewählte Gebühr für eure abgeschickte Transaktion zu niedrig war. Dies kann z.B. sein, wenn das Transaktionsaufkommen plötzlich stark zunimmt.




Habt ihr beide Funktionen aktiviert, könnt ihr auf „Schließen“ klicken.




4.
Nun wurde ein eigenes Feld für die Höhe der Transaktionsgebühr freigeschaltet (in sat/byte) und ihr könnt den gewünschten Wert einfügen. Wie ihr diesen herausfindet, erfahrt ihr in den nächsten Schritten.







5.
Für die Bestimmung der aktuell angebrachten Transaktionsgebühr gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die vielleicht aktuell Beste ist ein direkter Blick in den Zustand des Bitcoin-Mempools. Der Mempool ist dabei kein Pool, in dem die besten Memes gesammelt werden, sondern stellt die aktuell auf Bestätigung wartenden Bitcoin-Transaktionen dar. Ein voller Mempool bedeutet also eine hohe Gebühr, um die Transaktion schnell zu versenden, da sehr viele Transaktionen auf Bestätigung warten und um einen Platz im nächsten Block konkurrieren (nur die mit den höchsten Transaktionsgebühren werden dafür ausgewählt, bis der Block voll ist). Ein leerer Mempool ist hingegen optimal, um die Transaktion schnell mit niedrigen Gebühren versenden zu können, da der Mempool leer ist.
Eine gute Darstellung des Mempools findet man auf der Seite von Jochen Hoenicke: https://jochen-hoenicke.de/queue/#0,24h

Dort kann man unterschiedliche Zeitintervalle wählen, in denen man den Zustand des Mempools analysieren kann.

Insgesamt gibt es drei Grafiken:
-   Unconfirmed Transaction Count (Mempool) (unbestätigte Transaktionen im Mempool)
-   Pending Transaction Fee in BTC (ausstehende Transaktionsgebühr (in BTC) aller aktuell im Mempool befindlichen Transaktionen)
-   Mempool Size in MB (Transaktionsgröße (in MB) aller Transaktionen im Mempool)


Für unsere Betrachtung sind die erste und die dritte Grafik geeignet, wobei die dritte Grafik zielführender ist, da sie die tatsächliche Größe des Mempools in MB zeigt. Denn es kommt manchmal vor, dass sehr große Transaktionen (in byte) im Mempool warten, die in der ersten Grafik nur als eine Transaktion gelistet sind aber sehr viel Platz brauchen (da sie z.B. viele Inputs haben) oder es viele nicht-SegWit Transaktionen sind.
So weit so gut, im Prinzip sind die Graphen sich sehr ähnlich:  


Unconfirmed Transaction Count (Mempool) / (unbestätigte Transaktionen im Mempool):






Mempool Size in MB / (Transaktionsgröße (in MB) aller Transaktionen im Mempool):





Wenn ihr nun mit der Maus über den Graphen geht, seht ihr, welche Linie für wie viel Satoshi pro Byte steht (sat/byte). Damit könnt ihr abschätzen, wie viel Transaktionsgebühren ihr für eure Transaktion verwenden müsst / könnt. Schaut dabei vielleicht auch etwas in die Vergangenheit zurück, wie es die letzten Stunden aussah und ob sich der Mempool generell regelmäßig geleert hat. Dann ist es angemessen, nur wenige Satoshi pro byte zu wählen. Es kommt natürlich auch darauf an, wie dringend ihr die Transaktion senden müsst. Eilt es nicht, empfiehlt es sich entweder zu warten oder mit einer niedrigeren Gebühr zu versenden, die ihr in den nächsten Stunden für realistisch haltet.

Die große Unbekannte ist dabei, wann der nächste Block gefunden wird. In seltenen Fällen kann es durchaus sein, dass zwischen zwei aufeinanderfolgenden Blöcken über eine Stunde vergehen kann. Dann stauen sich viele Transaktionen auf, die in den nächsten Blöcken erst abgebaut werden müssen und bis dahin kann viel Zeit vergehen. Zudem ist es möglich, dass in der Zwischenzeit viele neue Transaktionen in den Mempool hineinkommen und wenn diese eine höhere Gebühr als eure haben, werden sie zuerst in einen neuen Block gepackt. Es ist also durchaus ein Risiko dabei, eine geringe Transaktionsgebühr zu wählen.


Zudem solltet ihr auch immer die vergangenen Tage betrachten, wie sich das Transaktionsaufkommen entwickelt hat. Es gibt dabei bestimmte, häufig wiederkehrende Muster:





- Ab ca. 12:00 MEZ steigt das Transaktionsaufkommen stark an, gegen 23.00 leert sich der Mempool nach und nach wieder (diese Zeiten können variieren, mal beginnt es früher, mal später)
- Zwischen 02:00 und 08:00 Uhr ist die beste Zeit zum Senden von Bitcoin, da dann der Mempool regelmäßig komplett geleert wird
- Montags ist oft am meisten los
- An Wochenenden ist der Mempool meistens deutlich leerer als unter der Woche, auch zur „Rush-hour“

Während eines Bullruns sehen diese Muster allerdings anders aus, da sie immer nur temporär sind.



Und zum Schluss noch ein Beispiel:

Aktuell haben wir kurz nach 01:00 MEZ, es ergibt sich das folgende Bild (Tagesübersicht):



Heute war Montag, also war das Transaktionsaufkommen tagsüber wie erwartet sehr hoch. Aktuell nimmt es schon wieder ab, sodass der Mempool mittlerweile fast leer ist. Es ist davon auszugehen, dass er heute Nacht wie in der letzten Woche mehrmals leer wird und wir haben noch die ganze Nacht vor uns.

Wenn man sich mit der Maus die Größe der Transaktionen im Mempool ansieht, erkennt man, dass der letzte Block mit ca. 0,55 MB nur halb voll war (normal passen in einen Block etwas mehr als 1 MB). Ich würde an dieser Stelle also ohne weiteres 2 Satoshi / Byte wählen und die Wahrscheinlichkeit wäre sehr hoch, dass diese Transaktion bereits im nächsten Block bestätigt werden würde.
In der Grafik sieht man auch, dass mache trotz der komfortablen Lage ihre Transaktion mit mehr als 100 Satoshi / Byte versendet hatten obwohl eine Gebühr von bloß 2 Satoshi / Byte dasselbe Ergebnis gehabt hätte, nämlich die Transaktion in den nächsten Block zu bekommen. ^^




Also wisst ihr nun Bescheid, wie ihr zu hohe Transaktionskosten vermeidet und die optimalen Einstellungen wählt.  Wink


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