Hab mich die letzten Tage auch nochmal bissl mit dem Thema befasst und paar Überschlagsrechnungen gemacht:
- Wenn man sich den PV Ertrag im Jahresverlauf anschaut, hat man im Spitzenmonat ~15% des Jahresertrages, innerhalb von 6 Monate (April-Sept) ~75% und innerhalb von 9 Monaten ohne Winter ~95%. Eine Auslegung des Miners anhand der Wintermonate führt zu sehr kleinen Minern mit sehr hohen Anschaffungskosten pro TH/s. Eine Auslegung anhand des Sommerpeaks führt zu vergleichsweise großen minern, die rein mit PV Strom aber nur auf eine Auslastung von ~55% kommen, was a.h.S. gegen Miner der neuesten Generation und für die letzte Generation spricht.
- bei 15 kWp PV bzw. ~75 kWh Erzeugung pro Tag in der Spitze kommt man im 24h Betrieb auf 3.125W braucht aber 20-30kWh elektrischen Speicher. Alternativ kommt man bei 14h Betrieb auf 5.360W (=S21 Hydro) und kann den Speicher weglassen, wären dann allerdings nur noch ~33% Auslastung. Fraglich ist in der Größenordnung auch wohin mit der Wärme, einen 5.000L Pufferspeicher würde man in den 14h von 25°C auf fast 40°C erwärmen und müsste den Nachts z.B. über Solarkollektoren wieder runter kühlen. Einen "Zusatznutzen" sehe ich in der Abwärmenutzung nicht, eher eine Belastung durch den hohen Kältebedarf.
- im Winter kommt man mit 15kWp vielleicht auf 8-10kWh Erzeugung am Tag, was nicht einmal für die Wärmepumpe reicht.
Erkenntnisse:- um im Sommer von 14h auf 24h Betrieb zu schalten und einen kleineren miner zu nehmen wäre ein großer elektrischer Speicher (z.B. E-Auto mit bidirektionalem Laden) eine sinnvolle Ergänzung. Hat man keinen Speicher wird sich die Anschaffung nur der miner wegen aber nicht lohnen.
- um dem Kältebedarf im Sommer und den Wärmebedarf im Winter zu decken scheinen mir saisonale Wärmespeicher sinnvoll. Ich hab mich gefragt ob sich hier schonmal jemand mit
Thermochemischen Wärmespeichern (z.B. Silica Gel + Wasser) bzw. solarer Kälteerzeugung auseinandergesetzt hat?! Im Grunde ist das eine rein
thermisch arbeitende Wärmepumpe, bei der man Wärme hoher Temperatur (80-120°C z.B. aus einem Vakuumröhrenkollektor) als Antrieb nutzt um Wärme mit niedriger Temperatur (<Umgebungstemperatur = Kälteerzeugung) auf ein mittleres Temperaturniveau (z.B. 60°C -> Pufferspeicher) zu pumpen.
Die Kälteerzeugung ist dann am höchsten wenn sie gebraucht wird, nämlich im Sommer. Man könnte sie dann zur Gebäudeklimatisierung, zur Kühlung der PV (=Steigerung der elektrischen Ausbeute) oder zur Kühlung der Miner verwenden. Die Abwärme auf dem mittleren Temperaturniveau kann im Sommer aufgrund der Temperaturdifferenz zur Umgebung einfacher abgeführt bzw. im Winter zum Heizen verwendet werden um eine elektrische Wärmepumpe überflüssig zu machen und mehr Strom zum minen zu haben. So ganz wirtschaftlich sinnvoll scheinen die Saisonalspeicher noch nicht zu sein, zumal sie aufgrund des Platzbedarfes wohl ohnehin nur bei Neubauten in Frage kommen, aber spannend ist das Konzept allemal. Wer man reinlesen möchte findet
hier einen interessanten Beitrag (allerdings "nur" mit Flachkollektoren).