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Author Topic: ChatGPT - Helfer und Spion - Privatsphäre erhalten  (Read 298 times)
virginorange (OP)
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August 27, 2024, 10:13:48 AM
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 #1

Large Language Models (LLMs) können potenziell helfen.
Mir haben LLMs schon beim Brainstorming geholfen. Perspektivisch könnten LLMs einem auch einfache Aufgaben abnehmen.

(-) LLMs haben mir schon oft falsche Rechtsratschläge gegeben. Vor allem, wenn ein Gesetz kürzlich geändert wurde. In diesem Fall ist das alte Gesetz mit 9 Jahren im Datensatz und das neue Gesetz mit 1 Jahr im Datensatz. Das LLM antwortet mit dem 9 Jahre alten Datensatz, obwohl eigentlich nur das neue Gesetz relevant ist. Hier muss man noch mit einer Suchmaschine nachprüfen.
(-) LLMs sind schwach, wenn es darum geht, unkonventionelle Lösungen zu finden und diese präzise zu beschreiben. LLMs geben eher durchschnittliche Antworten, die wolkig und blumig beschrieben werden.
(+) Wenn ich eine konkrete Frage habe, die ein durchschnittlich kompetenter Experte auf diesem Gebiet leicht beantworten könnte, dann helfen mir LLMs weiter. Damit sind LLMs besser als Suchmaschinen, die eher allgemein suchen.
(+) LLMs können einen auf ein Gespräch vorbereiten: „Was kann ein normaler Mensch hier als Gegenargument anführen?“


Bedrohung der Privatsphäre durch LLMs

Priorisierung der Gegner:
Obwohl der russische Staat weiß, dass es Opposition und Unzufriedenheit im Land gibt, kennt er nicht jede einzelne Person, die mit Putin unzufrieden ist. Mit Hilfe von LLM-Chatprotokollen könnte er politische Gegner gezielt verfolgen.
Der Dieb weiß, dass es Personen gibt, die Bitcoins besitzen, aber nicht unbedingt, wer wie viele Bitcoins besitzt. Mit Hilfe von LLM-Chatprotokollen könnte man gezielt bei Personen einbrechen.

Geschäftsgeheimnisse auslesen:
Wer sich mit dem LLM über Betriebsgeheimnisse unterhält, gibt diese Geheimnisse dem Rechner des Betreibers des LLM preis, der sie entsprechend weiterverwenden kann.

Inhaltsfilter:
Manche LLM-Betreiber fügen deinem Promt einen zusätzlichen Promt hinzu, den du nicht kennst. Lass deinen Promt durch den Contentfilter laufen und lass die Antwort des LLM-Betreibers wieder durch einen Contentfilter laufen. Das birgt die Gefahr von Zensur und Manipulation.


Optionen LLMs mit mehr Privatsphäre zu nutzen.

A) kleine LLM auf lokalem Rechner
  1.) SSD kaufen
  2.) POP OS auf verschlüsselt installieren
  3.) dolphin-llama3 oder llama 3.1 8b installieren
  4.) Internet trennen

(+) Es gibt Open Source Modelle (z.B. dolphin-llama3) ohne contentfilter.
(+) Deine Identität wird nicht preisgegeben und
(+) Betriebsgeheimnisse werden nicht verraten.
(-) Auf einen normalen Rechner kannst du nur kleine Modelle laufen lassen. Mein erster Eindruck von dolphin-llama3 und llama 3.1 ist, dass diese Modelle schon einiges an Wissen haben aber bei Logik eher schwächeln.
(+) Mir fällt hierfür kein Nutzten ein aber interessant ist schon, dass man mit nur 5 GB Speicherplatz eine gute Zusammenfassung des Internets bekommt, welche man befragen kann. Du kannst also quasi offline googlen.

B) gute LLM pseudoanonym auf fremden Rechner mieten
  1.) Auf Bisq Bitcoin gegen EUR SEPA kaufen
  2.) Auf Bisq Bitcoin in Monero tauschen
  3.) Monero auf Cake Wallet (innerhalb einer Whonix virtuellen Maschine) in Nano tauschen
  4.) Webseite cake.nano-gpt.com über TOR aufrufen
  5.) Nano im Wert von <1 USD aus der cake wallet an nano-gpt überweisen

(+) Auswahl: Schön finde ich, dass du in einer Maske mehrere verschiedene sehr gute Modelle auswählen kannst. Der Preis mit ca. 0,2 Cent pro Antwort ist nicht der Rede wert. Bei Bildern liegen wir eher bei 5 -10 Cent pro Bild.
(-) contentfilter vorhanden, ein durchprobieren mehrerer Modelle kann aber im Graubereich etwas Spielraum schaffen.
(+) Deine Identität wird nicht preisgegeben und
(-) Betriebsgeheimnisse werden verraten.

Aufgrund der geringen Beträge im Bereich von unter einem USD, oft sogar unter einem cent ist eine unsichere aber schnelle & günstige Cryptowährung nützlich. Bei meinem Test habe ich Nano verwendet.  Auf nano-gpt.com lässt sich auch Bitcoin Cash verwenden. Ansonsten würde sich für diesen Anwendungsfall auch Lightning oder Fedimint E-cash anbieten. In Fedimint ist eine AI als Tool angelegt, aber aktuell noch nicht praktisch für den Endanwender nutzbar.

C) Hardware aufrüsten
Es gibt auch gute große opensource Text oder Bild-Ais. Hierfür benötigt man aber eine Hardware mit Anschaffungskosten von mehreren 1000 EUR. Für diese Investitionen habe ich aber noch keinen Anwendungsfall, der dies rechtfertigen würde.

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MaxMueller
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August 30, 2024, 06:08:36 PM
 #2

~

Was spricht dagegen ChatGPT in der Freeware Version (Anmeldung via Fake-EMail) per VPN zu nutzen?!

Offline Version klingt auch sehr spannend. Kann man sowas auch mit eigenen Daten bzw. Dokumenten füttern?
virginorange (OP)
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August 31, 2024, 01:36:32 PM
 #3

Was spricht dagegen ChatGPT in der Freeware Version (Anmeldung via Fake-EMail) per VPN zu nutzen?!

VPN + Fake-Email ist ebenfalls eine gute Idee.

Als Fake-Email könnte man z.B. eine Email-Weiterleitung mit Simplelogin einrichten.

Das könnte man auch selbst hosten: https://www.youtube.com/watch?v=HuEGpNPALxY

Offline Version klingt auch sehr spannend. Kann man sowas auch mit eigenen Daten bzw. Dokumenten füttern?

Ein privater Rechner ist Arbeistspeicher-begrenzt. Das führt zu einer beschränkten Menge an Daten die gleichzeitig bei der Antwort berücksichtig werden können.

Grundsätzlich könnte man sich einen guten Home-Server einrichten für 5000€ (mit AI-Fähiger Hardware). Dort alle Dokumente rein laufen lassen. Und eine AI gibt mit Wissen all deiner Dokumente Antworten. Stell mir mal vor du zeichnest zusätzlich all deine privaten Konversationen auf. Damit hättest du ein perfektes Gedächtnis.

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MaxMueller
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August 31, 2024, 02:24:25 PM
 #4

Grundsätzlich könnte man sich einen guten Home-Server einrichten für 5000€ (mit AI-Fähiger Hardware). Dort alle Dokumente rein laufen lassen. Und eine AI gibt mit Wissen all deiner Dokumente Antworten. Stell mir mal vor du zeichnest zusätzlich all deine privaten Konversationen auf. Damit hättest du ein perfektes Gedächtnis.

Ja genau, hatte da direkt an ein AI-Addon für DMS gedacht. Bei alten Vorgängen weiß man ja oft nur noch, dass da was war, wählt aber mitunter die falschen Suchwörter und weiß auch nicht mehr wo es liegt. Nach "Kontext" zu suchen wäre da natürlich genial....

Oder bitcointalk hochladen und kontextfragen stellen...
Lakai01
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September 02, 2024, 06:21:28 PM
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 #5

Offline Version klingt auch sehr spannend. Kann man sowas auch mit eigenen Daten bzw. Dokumenten füttern?
Ja, kann man natürlich, man muss nur die dementsprechende Hardware bereitstellen können. Neben der Rechenpower (ein guter Gaming-PC sollte da für kleinere Anwendungen schon mal reichen) musst du aber auch mit sehr viel (schnellem) Speicherplatz rechnen, wodurch die Kosten durchaus gleich mal in dem von virginorange gelegenem Bereich sein können.

Wenn du die Hardware aber hast ist es "egal" womit du das System fütterst, obs eigene Chatverläufe, eigene Dokumente bis hin zu Bilder oder eigene literarische Werke sind ... die KI verarbeitet dir das und gibt dir auch auf deine Anforderungen bezogene Antworten.

Der ganze Themenbereich boomt ja im beruflichen Alltag enorm. Gerade solche "Wissensdatenbanken" sind hier ein sehr guter Anwendungsfall der sich auch in einer Firma "relativ" schnell lohnt. Stell dir eine KI vor die mit allen Firmengeheimnissen, Dokumenten und co. antrainiert wurde ... die kann dir zu jeder Fragestellung hilfreiche Antworten geben und das direkt auf den eigenen Anwendungsfall bezogen.

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September 03, 2024, 01:47:35 PM
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 #6

Ich hab heute mal youtube durchforstet und folgendes Video (leider wieder in englisch) gefunden:

host ALL your AI locally von NetworkChuck

Kurzweilig, unterhaltsam und hat mich so richtig angefixt, ich muss dringend mehr IT lernen.  Cheesy
Ich glaube selbst wenn die Hardware ein paar 1000€ kostet rentiert sich das durch die eingesparte Lebenszeit locker in 1-2 Jahren, wenn ich überlege wie oft ich irgendwelche Unterlagen suche und seien es nur mal 10min hier, mal 20min dort, das läppert sich....
 
Wenn ihr noch mehr gute Quellen oder Kanäle habt (gerne auf deutsch aber auch auf englisch) dann immer her damit.  
Lakai01
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September 04, 2024, 02:26:35 PM
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 #7

Kurzweilig, unterhaltsam und hat mich so richtig angefixt, ich muss dringend mehr IT lernen.  Cheesy
Ich glaube selbst wenn die Hardware ein paar 1000€ kostet rentiert sich das durch die eingesparte Lebenszeit locker in 1-2 Jahren, wenn ich überlege wie oft ich irgendwelche Unterlagen suche und seien es nur mal 10min hier, mal 20min dort, das läppert sich....
Geht es dir tatsächlich um bestimmte Dokumente oder möchtest du gezielt Fragen stellen können zum Inhalt der Dokumente und dir diese auch interpretieren lassen?
Für Ersteres könnte man nämlich durchaus auch ein (kostenloses und selbst betreibbares) DMS (DokumentenManagementSystem) wie Alfresco* andenken. Die Systeme lassen bspw. die Beschlagwortung von Dokumenten zu und bieten auch recht einfache Mittel und Wege für die Digitalisierung und Speicherung bzw. Archivierung.

Die Hardwarekosten für solche Systeme halten sich sehr stark in Grenzen, das kann man vermutlich sogar mit einem Raspberry Pi betreiben ... mit angestecker externer Festplatte natürlich.

* Alfresco ist einer der Platzhirschen auf dem Gebiet, da gibt es aber noch zig andere Tools



Wenn es dir natürlich darum geht, dass du dir die Dokumente interpretieren lassen und Fragen dazu stellen willst, dann führt kein Weg an einem KI-System vorbei.

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Danydee72
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November 27, 2024, 04:29:31 PM
 #8

Wir sprechen hier grundsätzliche Probleme vieler KI - gestützten Algorithmen an.

Ist man zu ungenau und vage, so wird die Antwort ebenfalls ungenau und vage sein. Damit man präzisere Antworten erhält ist es demzufolge notwendig, dass man mehr von "sich" und seiner Arbeit Preis gibt. Es geht ja nicht bloss um den Schutz der Privatsphäre, sondern auch darum, dass man nicht unbedingt Interesse hat, dass eigenes Wirken einer zentralen Instanz zugänglich wird. Bei den kostenlosen (Online) Varianten wird man je teils auch darauf hingewiesen, dass die Angaben weiterverwendet werden können. Testzwecke, Verbesserung der Applikation usw. Und Urheberrechte gäbe es da ja auch noch. Theoretisch ....

Dann kommt noch dazu, dass die Entwicklung extrem schnell läuft. Das hat zur Folge, dass der Schutz (Datenschutz, Schutz der Privatsphäre) systemimmanent hinterherhinkt, weil die Anbieter der Software diese Punkte frühestens erst dann abzudecken beginnen, wenn eine entsprechende Regulierung in Kraft tritt. Offlinevarianten haben den Nachteil, dass sie irgendwann nicht mehr aktuell sind und der Entwicklung hinterherhinken und es aufwändig ist, dem zu begegnen. Einzelne Updates sind sicher easy, aber die Menge machts.

virginorange (OP)
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 #9

Erfahrungsbericht NanoGPT — Der Mittelweg zwischen Bequemlichkeit und Privatsphäre

Nachdem wir im Thread bereits über die Privatsphäre-Problematik bei Large Language Models (LLMs) gesprochen haben, möchte ich heute meine praktischen Erfahrungen mit NanoGPT teilen. Ich habe eine Lösung getestet, die einen Mittelweg zwischen selbst gehosteten Sprachmodellen und den üblichen kommerziellen Anbietern darstellt. Dieser Erfahrungsbericht beschreibt meinen Aufbau und meine Beweggründe.

Das Privatsphäre-Problem bei Sprachmodellen — drei Optionen im Vergleich

Bevor ich zu NanoGPT komme, möchte ich die grundsätzlichen Optionen einordnen, die man bei der Nutzung von LLMs hat:

❶ Normales LLM-Abo (Kreditkarte, eigene IP)

Ein herkömmlicher LLM-Anbieter, bei dem du per Kreditkarte bezahlst und dich über deine normale IP-Adresse verbindest, kennt:
● Deinen Wohnort (über die IP-Adresse)
● Deinen Namen und Adresse (über die Bankverbindung bzw. Kreditkarte)
● Deine sämtlichen Gedanken, die du mit dem Modell teilst

☞ Damit kann ein sehr genaues Profil einer Person erstellt werden. Der Anbieter weiß nicht nur, wer du bist, sondern auch, worüber du nachdenkst, welche Probleme du löst und welche Themen dich beschäftigen.

❷ Selbst gehostetes LLM (lokal, offline)

Ein selbst betriebenes Modell auf eigener Hardware verrät erst einmal nichts nach außen:
● Deine Identität wird nicht preisgegeben
● Betriebsgeheimnisse bleiben geschützt
● Es gibt Open-Source-Modelle ohne Content-Filter (z. B. dolphin-llama3)

Aber:
● Die Anschaffung leistungsfähiger Hardware kostet schnell mehrere tausend Euro
● Der Betrieb und die Wartung sind aufwendig und zeitintensiv
● Auf normalen Rechnern laufen nur kleine Modelle, die bei Logik und Präzision schwächeln

❸ LLM-Aggregator, bezahlt mit Monero, aufgerufen über Tor

Das ist der Mittelweg, den ich mit NanoGPT gewählt habe:
● Deine Gedanken sind auf mehrere verschiedene Sprachmodelle verteilt
● Kein Modell und auch nicht NanoGPT kenntdeinen Wohnort und kann deine Gedanken so nicht deiner Person zuordnen (solange du deine Adresse nicht versehentlich in das Chatfenster eingibst oder als PDF hochlädst)

Was ist NanoGPT?

NanoGPT ist ein LLM-Aggregator — das ist ein Dienst, der Zugang zu vielen verschiedenen Sprachmodellen (und auch Bild- und Videomodellen) über eine einheitliche Schnittstelle anbietet. Statt bei jedem Anbieter einzeln einen Account zu erstellen, hast du über NanoGPT Zugriff auf hunderte Modelle in einer Oberfläche. Du zahlst nicht monatlich, sondern pro Nutzung (Pay-per-Use).

Die Datenschutz-freundlichen Eigenschaften von NanoGPT im Überblick:

Trennung der Anfrage von deiner Person
ⓐ Keine E-Mail erforderlich
ⓑ Kein Name, keine Anschrift
ⓒ Keine IP-Adresse (bei Zugriff über Tor)
ⓓ Keine Bezahldaten (bei Zahlung mit Monero)

Trennung der Anfragen untereinander
ⓐ Wenn das Guthaben verbraucht ist, kannst du einen neuen Sign-In-Token erstellen
ⓑ Du kannst mehrere separate Accounts führen, die nicht miteinander verknüpft sind
ⓒ Du wechselst bequem zwischen den Modellen hin und her - so kennt jedes Modell nur einen Teil von dir

Freie Modellwahl
ⓐ Zugriff auf viele Modelle in einer einheitlichen Maske
ⓑ Auch Modelle mit weniger Zensur sind verfügbar (sogenannte „abliterated" oder „uncensored" Modelle)

Was ist ein Sign-In-Token?

Ein Sign-In-Token ist eine Art digitaler Schlüssel, der dich gegenüber dem Dienst authentifiziert — ähnlich wie ein Passwort, aber ohne dass du eine E-Mail-Adresse oder einen Benutzernamen angeben musst. Du erhältst einen kryptografischen Token, den du in deinem Browser speicherst. Damit kannst du dich anmelden, ohne persönliche Daten preiszugeben.

☞ Keine Verknüpfung zu einer realen Identität — ein wichtiger Baustein für die Privatsphäre.

Meine konkreten Anwendungsfälle

Ich nutze NanoGPT für Themen, bei denen ich sensible Informationen mit dem LLM teile, die aber nicht mit meiner Person verknüpft werden sollen. Mögliche Beispiele:

Debugging und technische Unterstützung
ⓐ Konfiguration von Tor, Qubes OS oder Tails
ⓑ Einrichtung von Hardware-Wallets wie dem Seed Signer
ⓒ Arbeiten mit VeraCrypt (verschlüsselte Container, Hidden Volumes)
ⓓ Testprogramme für den Raspberry Pi schreiben (als Vorbereitung für den Seed Signer)

Finanzielle Privatsphäre
ⓐ Fragen zu Bitcoin (Kauf, Verwahrung, Verkauf)
ⓑ Fragen zu Monero
ⓒ Strategien zur sicheren Aufbewahrung von Werten (z. B. „Wo ist mein Gold vergraben?")

Allgemeine Recherchen zu Politik und Geschichte
ⓐ Themen, die in manchen Ländern grenzwertig oder problematisch sein können (z.B. Russe gründet eine Partei gegen Putin)
ⓑ Offene Diskussionen ohne Sorge vor Profilbildung

Wichtig: Was gehört NICHT in ein solches LLM?

Auch bei anonymisierter Nutzung gilt:

Keine persönlichen Daten hochladen: Verträge mit deiner Adresse, medizinische Unterlagen mit deinem Namen oder andere Dokumente, die deine Identität preisgeben, zerstören die Trennung zwischen deinen Gedanken und deiner Person.

Keine Betriebsgeheimnisse teilen: Auch wenn NanoGPT deine Identität nicht kennt, verarbeitet der Dienst deine Eingaben. Sensible Geschäftsdaten (z.B. Seedwörter, Passwörter, Passphrase) gehören nicht in einen fremden Rechner.

Das Verbrecher-Magnet-Problem

Ein interessanter Aspekt, der mir wichtig geworden ist: Wenn du einem LLM erzählst, wo du Gold oder Bitcoin versteckt hast, und das LLM kennt gleichzeitig deine Adresse, dann entsteht ein verwertbares Profil.

Ein Beispiel:
➜ Du fragst das LLM: „Wo sollte ich meinen Goldbarren verstecken?"
➜ Das LLM schlägt vor: „Vergrab ihn im Blumenkasten vor deinem Haus."
➜ Wenn der LLM-Betreiber deine Adresse kennt, ist das ein schlechtes Versteck.
➜ Wenn der Betreiber deine Adresse nicht kennt, ist die Information wertlos.

☞ NanoGPT mit Tor und Monero trennt deine Gedanken von deinem Wohnort. Selbst wenn die Chatprotokolle in falsche Hände geraten, fehlt die Zuordnung zu deiner Person.

Content Filter — Zensur und ihre Grenzen

Ein weiters Thema was ich interessant fand (aber aktuell noch keine Anwendung für habe) ist die Inhaltsfilterung. Ich unterscheide drei Kategorien:

Immer verboten (auch bei weniger strikten Modellen)
ⓐ Anleitungen zum Töten von Menschen (Waffenbau, Mordpläne, Selbstmord)
ⓑ Drogenproduktion

Hier hilft auch kein Modellwechsel. Allerdings gibt es Grauzonen:
➜ Willst du Drogen produzieren oder nur etwas über Chemie lernen?
➜ Planst du einen Mord oder schreibst du einen Roman?

Ich selbst bin noch nicht in einen Content-Filter reingelaufen (ich schreibe weder Romane noch bin ich chemisch unterwegs), aber Content-Filter könnten ja auch strenger werden.

Teilweise verboten (je nach Modell unterschiedlich)
ⓐ Pornographie
ⓑ Negative Informationen über besonders geschützte Menschengruppen
ⓒ Desinformation (wahr oder unwahr), insbesondere vor Wahlen
ⓓ Urheberrechtsverletzungen
ⓔ Medizinische oder rechtliche Beratung

Gerade bei medizinischer Beratung gibt es ein reales Problem: Du wartest monatelang auf einen Arzttermin, der Arzt hat kaum Zeit, dir zuzuhören, und am Ende bekommst du ein teures Medikament verschrieben. Ein LLM könnte hier eine erste Orientierung bieten — könnte aber in Zukunft von Content-Filtern unterdrückt werden.

Ideosynkratische Unterdrückung (länderspezifisch)
Das ist ein besonders heimtückisches Problem: Themen, die in den meisten Ländern legal sind, aber in deinem Land unterdrückt werden. Beispiele:
➜ Mit einem LLM eine russische Oppositionspartei gegen den Krieg gründen
➜ Recherche zu historischen Wahrheiten, die das Regime leugnet

Das Problem der aufgezwungenen Lüge:
ⓐ Ein Regime erzwingt eine Lüge (über Medien, Schule)
ⓑ Du wächst mit dieser Lüge auf und glaubst sie zunächst
ⓒ Aus Neugier und Wahrheitsorientierung recherchierst du
ⓓ Du entdeckst die Lüge
ⓔ Diese Recherche wird zur Grundlage für politische Verfolgung

☞ Hier könnte die Kombination aus NanoGPT (keine IP, keine Identität) und unzensierten Modellen besonders wertvoll sein. Selbst wenn das Thema in deinem Land problematisch ist, kann niemand nachweisen, dass du diese Fragen gestellt hast.

Mein technischer Aufbau — Bequemlichkeit als Schlüssel

Ein Punkt, den ich nicht unterschätzen möchte: Die Lösung muss bequem sein. Wenn du im Arbeitsfluss steckst, etwas schnell gelöst haben willst und dann erst eine virtuelle Maschine hochfahren, ein Passwort heraussuchen und dich umständlich anmelden musst — dann gehst du doch wieder zum bequemen, aber datenschutzfeindlichen Anbieter.

Deshalb habe ich meinen Aufbau so optimiert:

Betriebssystem: Qubes OS
Qubes OS ist ein sicherheitsorientiertes Betriebssystem, das Anwendungen in isolierten virtuellen Maschinen (sogenannten AppVMs) ausführt. Jede AppVM ist wie ein eigener kleiner Computer, abgeschottet von den anderen.

Eine eigene AppVM nur für KI-Anwendungen
ⓐ Basis: Debian
ⓑ Browser: Brave (nicht Tor Browser — dazu gleich mehr)
ⓒ Networking: Whonix-Tor

Was ist Whonix? Whonix ist ein System, das aus zwei virtuellen Maschinen besteht: einer Workstation und einem Gateway. Das Gateway zwingt jeglichen Netzwerkverkehr durch das Tor-Netzwerk. Anders als der Tor Browser, der nur den Browser-Verkehr schützt, leitet Whonix sämtliche Verbindungen der gesamten VM über Tor.

Warum nicht direkt den Tor Browser? Der Tor Browser speichert standardmäßig keine Cookies oder Anmeldedaten dauerhaft. Bei jedem Neustart müsste ich mich neu anmelden und den Sign-In-Token neu hinterlegen. Mit Brave in einer Whonix-VM bleiben meine Anmeldedaten erhalten — bei gleichzeitigem Schutz durch Tor.

Schneller Zugriff per Desktop-Verknüpfung
ⓐ Startseite von NanoGPT im Brave-Browser als Startseite gespeichert
ⓑ Verknüpfung auf dem Qubes-Desktop abgelegt
ⓒ Ein Klick auf Enter, und das Chat-Fenster öffnet sich direkt

Im Hintergrund läuft die VM hoch und der Browser öffnet sich mit der richtigen Startseite. Keine Friktion, keine Umwege.

Bezahlung mit Monero
Monero (XMR) ist eine Kryptowährung, die auf Privatsphäre spezialisiert ist. Anders als bei Bitcoin, wo alle Transaktionen öffentlich in der Blockchain einsehbar sind, sind bei Monero Sender, Empfänger und Betrag verschleiert. NanoGPT akzeptiert Monero direkt — keine Zwischenschritte nötig.

Die Kosten

Die Nutzung von NanoGPT ist überraschend günstig:

● Eine einzelne Text-Anfrage kostet oft unter 0,01 USD (1 Cent), manchmal nur 0,001 USD (0,1 Cent) - richtig lange und komplexe Anfragen kosten unter 10 Cent.
● Ich habe zunächst 5 USD aufgeladen und nach mehreren Wochen Nutzung nur wenige Cent verbraucht
● Bildgenerierung ist teurer, liegt bei etwa 5 bis 25 Cent pro Bild, aber das ist für mich nicht so interessant

☞ NanoGPT ist nicht nur aus Privatsphäre-Gründen interessant, sondern auch finanziell. Wer nur gelegentlich ein LLM nutzt, fährt mit dem Pay-per-Use-Modell deutlich günstiger als mit einem Monatsabo für 20 USD.

Fazit: Für wen eignet sich dieser Ansatz?

Für dich, wenn ...
ⓐ du sensible Themen mit einem LLM besprechen möchtest, ohne dass diese deiner Person zugeordnet werden können
ⓑ du keine teure Hardware für ein lokales LLM anschaffen willst
ⓒ du mit Kryptowährungen (insbesondere Monero) umgehen kannst
ⓓ du bereit bist, dein System einmalig einzurichten (Qubes VM, Whonix, Brave)
ⓔ du Wert auf freie Modellwahl und weniger Zensur legst

Nicht für dich, wenn ...
ⓐ du Betriebsgeheimnisse oder personenbezogene Dokumente mit dem LLM teilen musst (dann hilft nur ein lokales Modell)
ⓑ du eine bessere Integration zwischen Rechner-Terminal und LLM benötigst - in diesem Setup ist die LLM abgesondert vom restlichen Rechner

Zusammenfassung

NanoGPT bietet einen pragmatischen Mittelweg: besserer Datenschutz als bei kommerziellen LLM-Anbietern, weniger Aufwand als ein selbst gehostetes Modell. Die Kombination aus Tor-Zugriff, Monero-Bezahlung und Sign-In-Token ohne persönliche Daten trennt deine Gedanken von deiner Identität.

Der wichtigste Erfolgsfaktor war für mich die Bequemlichkeit: Eine sauber in Qubes integrierte Whonix-VM für das Networking mit Brave-Browser in der Debian VM und Desktop-Verknüpfung macht den Zugriff so einfach, dass ich nicht aus Faulheit zu datenschutzfeindlichen Alternativen greife.

Der Zugriff ist ein Klick. Das Aufsetzten mit den verschiedenen VM klingt schwierig, aber sind in Qubes super einfach weil vorinstalliert und per drop-down-Menü auswählbar.

Wie nutzt ihr LLMs? Was sind eure Erfahrungen?

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