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Author Topic: Ist Konformität ein Single Point of Failure in dezentralen Netzwerken?  (Read 18 times)
MaxMueller (OP)
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November 04, 2026, 06:18:09 PM
 #1

Neulich habe ich als Grund für mein Kürzertreten u.a. Folgendes aufgelistet:
2. auf der sozialen Ebene: Auswirkungen des Echokammer-Effektes der andersartige Meinungen (von denen ich ein paar vertrete) strukturell benachteiligt, damit einhergehend die Erkenntnis dass hier Konformität mehr Gewicht hat als Argumente.

Was meine ich damit?
Homophilie (ugs. "Gleich und gleich gesellt sich gerne") ist ein Grundprinzip von sozialen Netzwerken. Auch ist der Confirmation Bias ein bekannter Effekt der kognitiven Verzerrung. Man unterhält sich also grundsätzlich lieber mit Menschen, welche die eigenen Überzeugungen teilen und bei Menschen wo das nur teilweise der Fall ist gewichtet man die Gemeinsamkeiten größer als die Unterschiede, so funktioniert menschliches Zusammenleben. Der Echokammer-Effekt ist eine Konsequenz daraus. Während die Mehrheitsmeinung vielfach Bestätigung erfährt und damit viel Raum einnimmt, wird eine andersartige Meinung ignoriert oder mehrheitlich widersprochen. Da der Mensch ein soziales Wesen ist, das Bestätigung erfahren will verlassen Mindermeinungen die Echokammer, wodurch der Mehrheitsmeinung zunehmend das kritische Korrektiv fehlt. Soweit so bekannt.

Auf Bitcointalk kommt noch eine weitere Dimension hinzu. Durch die Signaturkampagnen bekommen Bestätigungen & Ablehnung (z.B. in Form von Merit-Rotationen oder gegenseitigem Trust) einen monetären Wert, was einen finanziellen Anreiz schafft sich konform zur Mehrheitsmeinung zu verhalten. Und das wohlgemerkt unabhängig davon ob die MehrheitsMEINUNG faktenbasiert oder postfaktisch gebildet wurde.

Ich habe selbst erfahren, wie in diesem Konflikt hier den Argumenten stattgegeben und die Anschuldigungen als haltlos erachtet wurden und trotzdem keinerlei Konsequenzen daraus erwachsen sind. Im Gegenteil, Konfliktgegner haben mich mit Distrust und Merit-Sanktionen belegt, neutrale haben gar nichts gemacht (und damit indirekt den Angreifer unterstützt und Unterstützer haben eine moralische Unterstützung per PN geschickt. Anschuldigungen und Distrust sind bis heute öffentlich einsehbar.

Nicht falsch verstehen: dass das Merit- bzw. Trust-System hier völlig kaputt ist habe ich inzwischen akzeptiert, das ist auch nicht das Thema.



Das Thema ist folgendes:
Wenn ich recht habe und das System kaputt ist, obwohl es "dezentral" ist, dann muss es eine Schwachstelle haben. Die Schwachstelle wären dann aus meiner Sicht gruppendynamische Prozesse bzw. Gruppenpsychologie im allgemeinen, weil diese nicht auf die einzelnen Individuen wirken sondern auf die Gruppe als Ganzes zielen.

Die Frage die sich daraus ergibt ist dann ob das Bitcoinnetzwerk selbst durch solche Effekte ebenfalls angreifbar wäre. Die Boom/Bust Cycles sprechen ja klar dafür, dass Bitcoiner als Gruppe durchaus beeinflussbar sind?!
Da Bitcoiner grundsätzlich Bullish sind würde ich auch vermuten, dass mehr "glaubensbasierte" (Über-)Investitionen in BTC absolut möglich sind, ich frage mich aber ob es auch entsprechend gegengesetzliche Szenarien geben könnte und wer in einem crash szenario dann davon profitieren würde.

Und würde Konformität (Erwartungshaltung=Numbers go up) dann zur Falle werden?
 
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