So, langsam kommt endlich etwas Bewegung in die Sache....
Hier mal der Weg, der zurückgelegt wurde:
Während der Corona-Zeit habe ich das Haus gekauft. Das Problem war wirklich, dass der Anbau - ein früherer Stall - zugemüllt war bis zur Decke. Und zwar mit allem, was man sich vorstellen kann. Säcke gefüllt mit Müll, Skier, Lampen, Möbel, kaputtem Gartenwerkzeug, Baumaterial, Asbest, Fahrrädern - es gab wohl nichts, was wir dort nicht gefunden haben. Am schlimmsten jedoch: Wenn es regnete, verwandelte sich der Anbau in eine gigantische Dusche. Das Wasser rauschte nur so durch. Die Dachkonstruktion aus alten Balken war schon ein wenig angegriffen. Und wollte ich den Anbau retten, musste was geschehen.
Als Neuling in Italien ging ich zunächst davon aus, dass ich hier einfach ein paar Abfall-Mulden bestellen und die Ware entsorgen kann.
Pustekuchen.
Zunächst mal scheint ein grosser Teil des Abfall-Geschäftes in den Händen einer, sagen wir mal, "ehrenwerten Gesellschaft" zu liegen. Über einen Freund jedoch kam ich in Kontakt mit Fahrenden, die alles, was noch irgendwie brauchbar war, mitnahmen, und einen grossen Teil des Restes entsorgten.
Danach: Architektin organisieren. Die kassierte einen Vorschuss, dann geschah ein Jahr lang nichts mehr. Bis endlich ein Kostenvoranschlag kam für den Umbau des Hauses, aber nicht, wie verlangt, für die Renovierung des Anbaus.
Also, nächster Schritt: Ich solle mir einen Geometer besorgen. Die seien zuständig, nicht Architekten.
Ich fand also einen Geometer, der kam auch sofort mit einem Handwerker, der sich die Sache anschaute und mir einen Kostenvoranschlag unter die Nase hielt. Mit dem Geld jedoch hätte ich locker zwei Häuser kaufen können. Also auch hier: Tschüss.
Da der Geometer jedoch schon eine Baueingabe gemacht hatte, musste ich ihn wohl oder übel behalten...
Der Anbau ist alt. Sehr alt. Teile des Gebäudes stammen sogar aus der Etrusker-Zeit. Also musste hier mit Fachwissen operiert werden. Eine Freundin empfahl mir einen Experten für die Renovation antiker Gebäude. Er kam, machte einen - vernünftigen - Kostenvoranschlag, während ich spezielle Ziegel herstellen liess, welche ich für die Stromproduktion verwenden kann.
Die Ziegel kamen.
Der Handwerker kam.
Er deckte ab, legte neue Balken auf - während er dabei einen Teil unserer Bäume zerstörte, fand weitere Sachen, die er reparieren müsse, und plötzlich wuchsen die Kosten. 3000 für die Miete dieser Maschine, 2000 für zusätzliches Holz, die Bauleitung liess sich kein einziges Mal blicken.
Irgendwann verfügte ich einen Baustopp. Die Arbeit war lausig.
Alle in meinem Umfeld warnten mich: Geh nicht in Italien vor Gericht.
Ich tat es trotzdem, nachdem ich einen Anwalt gefunden hatte, der lustigerweise Baujuristen ausbildet. Das Gericht bestimmte eine Sachverständige, welche wiederum gerne klettert. Beim ersten Ortstermin hatte ich natürlich zufällig meine Kletter-Ausrüstung gut sichtbar vor dem Haus positioniert.
Fazit: Innerhalb eines halben Jahres entschied das Gericht, und der Handwerker musste alles neu machen, dieses Mal unter Aufsicht des städtischen Baumeisters. Der wurde natürlich Anfangs vom Handwerker um den Finger gewickelt.
Da kam ein glücklicher Zufall ins Spiel: Ich wurde eingeladen, um hier vor Ort an einer Wissenschafts-Veranstaltung über Bitcoin zu sprechen. Nach meinem Vortrag kam ein Zuhörer zu mir und sagte: "Ah, du bist doch der Ausländer mit dem neuen Dach! Euer Handwerker kam zu mir und kaufte bei mir das Holz, wollte aber das billigste haben, jenes, welches nicht abgelagert ist."
Als er diese Aussage vor dem städtischen Baumeister wiederholte, änderte sich alles, und plötzlich musste der Handwerker sputen und selber ziemlich tief in die Tasche greifen, um weitere Handwerker anzustellen, die all das ausbesserten, was er verdaddelt hatte.
Immerhin: Der Solateur, welcher inzwischen vom städtischen Baumeister angeheuert worden war, fand Bitcoin sehr interessant und offerierte mir eine Lösung, welche das Haus mit Strom versorgt und allen überschüssigen Strom ins Bitcoin-Mining leitet.
Direkt aus dem Gebäude führt eine Treppe steil nach unten in die kalte Höhle, wo nächste Woche endlich, endlich, nach über zwei Jahren, die ersten Miner installiert werden.
Auch einige der Wissenschaftler, vor denen ich über Bitcoin sprach, sind inwzischen an Bord und wollen mir helfen beim Versuch, das Bitcoin-Mining mit Wassergewinnung zu verbinden.
Mal gucken, wo wir hier landen
