Da hast du recht, das ist natürlich pipifax, von solchen Anwendungsfällen rede ich aber nicht, das kann mir auch Cointracking ausrechnen.
Mal zwei Fragen dazu:
1. Werden bei Cointracking die nicht realisierten Verluste der einzelnen Konten übersichtlich angezeigt?
2. Nutzt das hier wer um unterjährige Verluste systematisch zu realisieren (ich hab immer den Eindruck das Thema Steuern wird von den meisten hier weit weg geschoben und wenn die tools ausgepackt werden dann nur um Jahre später die Steuererklärung zu machen, aber nicht als Input für Handelsentscheidungen)
Geht es aber um Portfolios von mehreren Millionen Euro über zig verschiedene Asset-Klassen hinweg inkl. Immobilien(-anteile), dann sieht die Sache schon ganz anders aus.
Würde ich pauschal so nicht unterschreiben. Ich würde nicht mal sagen, dass man für so ein Portfolio in Deutschland derzeit zwingend eine Hülle für die Assets braucht um Steuern zu optimieren. Es geht ja eher drum unterschiedliche Bausteine sinnvoll miteinander zu kombinieren.
Beispiel Immobilien als Renditeobjekt:
Aufgrund der AFA auf den Gebäudeanteil, kann man die die Kalkulation so aufbauen, dass man entweder steuerfreien Cashflow generiert oder beim Cashflow die schwarze Null anstrebt und entsprechend Steuerverluste erzeugt. Innerhalb des Privatvermögens wäre das also ein super Baustein um die Steuern auf das Erwerbseinkommen zu senken oder das Erwerbseinkommen später zu substituieren.
Dazu kommt die Baufinanzierung die günstig Liquidität bereit stellt und deren Kosten (Zinsen) man voll absetzen kann. Wenn man die Immobilie zu 100% aus cash bezahlen könnte, kann man trotzdem eine Baufi nehmen (die Zinsen steuermindernd ansetzen) und von dem Geld einfach Gold/Krypto kaufen, wo die überjährigen Gewinne (zumindest derzeit noch) steuerfrei sind. Man hat also ggf. wieder einen positiven Cashflow (Wertzuwachs bei Gold/Krypto > Zinsen Baufi), aber trotzdem steuerliche Verluste.
Beispiel Immobilien als Renditeobjekt + Krypto-Tax-Loss-Harvesting + Ehegattenschaukel:
Das ist im Grunde das vorherige Beispiel mit Hebel.
Ehepartner A kauft die Immobilie zum günstigen Preis aus dem vorhandenen Cash und macht ein Fix&Flip draus, also bissl aufhübschen, ggf. noch neu vermieten um den Wert zu steigern und sie dann teuer an Ehepartner B zu verkaufen.
Ehepartner A hat zudem immer fleißig unterjährige Kryptoverluste realisiert und kann die nun mit den Verkaufsgewinnen der Immobilie verrechnen.
Ehepartner B wiederum hat die genannten Steuervorteile aus Immobilie und Darlehen, nur eben mit 1,5-2x Hebel, weil entsprechend höhere Kaufpreis. Das ggf. hohe Erwerbseinkommen (hilfreich für die hohe Finanzierung) kann "effektiver" gesenkt werden.
Dazu noch Aktien/ETF:
Versteuerung ist grundsätzlich mit dem persönlichen Steuersatz, jedoch max. bis zur Abgeltungssteuer. Heißt wenn der persönlichen Steuersatz auf <25% gedrückt wird, dann werden die Steuern aus Aktiengewinnen verrechenbar und man kann sich die Differenz mit der Steuererklärung zurückholen.
Dazu ggf. noch 1-X selbstständige Nebentätigkeiten (an der Grenze zur Liebhaberei?) um größere Anschaffungen (z.B. IT) oder laufende Kosten (Mobilität, Verpflegung, Fitness) zumindest Anteilig über die Firma und damit aus dem Brutto laufen zu lassen.
Das wäre mal ein schneller Entwurf eines breit gestreuten Portfolios (Aktien/ETF, Immobilien, Gold, Krypto) im Privatvermögen, mit dem man das zu versteuernde Einkommen gen 0 drücken kann.
Ist also nicht so als gäbe es da nicht jetzt schon ausreichend (zu viel?) Gestaltungsspielraum... Die meisten Beschwerden über Deutschland als Hochsteuerland lassen solche Möglichkeiten meist vollends außer Acht und spiegeln oft nur die Perspektive der zu hoch besteuerten Angestellten wieder.
Auch wenn ich wie jeder andere hier hoffe, dass uns die Einjahresfrist erhalten bleibt, komme ich nicht umhin festzustellen, dass am Argument der "Gerechtigkeitslücke" durchaus was dran ist. Denn während Einkommen aus Arbeit viel zu hoch besteuert wird, ist es bei Einkommen aus Kapital viel zu einfach die Steuern auf Null zu drücken... Und mit Einkommen aus Kapital >> Einkommen aus Arbeit, kann ich den Steuersatz für letzteres auch gleich noch mit auf Null ziehen...