Da Steuereinnahmen aus Industrie und andere Gewerbesteuern durch die Deindustrialisierung stark sinken, gibt es auch eine höhere Alkohol- und Tabaksteuer + Plastiksteuer.
Ähm, nein. Zumindest dürfte eine "Deindustrialisierung" gemessen an den Gewerbesteuern nicht der Grund sein.
Nutzten von mehr SteuernUnabhängig von der Höhe der Steuern sind mehr Steuern ja immer politisch positiv. Zum einen kannst du dir Loyalität kaufen, indem du Geschenke nach Loyalität zuteilst. Zum anderen schwächst du konkurrierende Status-Hierarchien (ASTA & NGOs & Grüne/SPD & Bürgergeldler vs. Unternehmertum, hochbezahlte Spezialarbeiter, FDP, Vermieter, Sparer).
... ein Gefühl von Deindustrialisierung domestiziert (=Übertreibung) um bestimmte politische/unternehmerische Interessen leichter durchzusetzen.
Ich mache mal den Case für Deindustrialisierung. Historie + AusblickWeniger Produktion - trotzdem mehr SteuernAuch wenn wir trotz rückläufiger Energie- und Industrieproduktion in Deutschland noch starke Steuereinnahmen haben ...
Quelle
... wird sich das perspektivisch denke ich ändern.
Aber ca. 124.000 Arbeitsplätze wurden 2025 in der deutschen Industrie abgebaut. In der Automobilindustrie und bei deren Zulieferern fielen ca. 50.000 Stellen weg. Für mich unvorstellbar, dass sich das nicht bemerkbar macht. Weitere Einsparungen großer Industriekonzerne und Autobauer gibt es aktuell auch schon (Personalabbau bis 2028-2029). Die Insolvenzen auf Rekordniveau und deren Gewerbesteuer werden in den kommenden Jahren fehlen. Die Statistik sollte sich bis 2029 ändern, alles andere sollte doch überraschen, oder warum denkst du, nimmt man so viele neue Schulden auf? Hohe Steuereinnahmen würden das normalerweise auffangen.
Langfristig werden Steuereinnahmen trotzt höherer Steuersätze sinkenAuch die Einkommenssteuer wird sinken, wenn die Besteuerung der Abfindungen verfrühstückt ist. Sozialabgaben sinken, Arbeitslostengeld steigt. Den schrumpfenden Kuchen kann der Staat nur vorübergehen kompensieren, in dem er sich immer größere Stücke für sich selbst herausschneidet.
Weniger StromWir haben 2002-2023 19 Atomkraftwerke (22 GW, 170 TWh) bewusst dauerhaft zerstört. Kohlestrom hatten wir 2000 55 GW, 2022 lagen wir bei nur noch 38 GW, 2030 sollen wir auf 17 GW und 2038 auf 0 GW kommen. Die Verstromumg von Erdgas soll bis 2045 eingestellt werden.
Weniger ProduktionDie Strommenge und unsere Industrieproduktion wird auf Jahre stark rückläufig sein. Geplant ist Wind und Sonne in Batterien und Wasserstoff zwischenzuspeichern, sodass wir weiterhin geringe Mengen Strom wenn auch zu sehr hohen Preisen produzieren werden.
Mangelnde Wettbewerbsfähigkeit & AbschottungMit Freihandel sinkt damit die Industrieproduktion auf faktisch 0. Die höheren Energiekosten kannst du in Deutschland kaum über niedrigere Löhne auffangen. Nicht nur haben wir hohe Lohnnebenkosten sondern ab einer bestimmten Höhe der Energiekosten müssten die Lohne negativ sein um die hohen Energiekosten auszugleichen.
Ich denke die EU wird sich weiter abschotten (Zölle, Normen). Folge wird sein geringe Mengen sehr teurer Industriegüter innerhalb der EU und hohe Mengen günstiger Güter außerhalb der EU. Kaum Neuproduktion (Bau, Industrie) in Verbindung mit beschränkten Importen (Zölle, Regeln, mangelnde Exporteinnahmen um Importe zu bezahlen) wird zu steigenden Gebrauchtpreisen führen.
Die Staatsverschuldung (in % der Wirtschaftsleistung) wir ja nicht nur über die Neuverschuldung steigen sondern zusätzlich über die Rückläufige Wirtschaftsleistung. Die Zinsen werden weiter steigen bis die EZB ankauft und wir dadurch ordentlich Inflation bekommen.
Verarmung produziert Unzufriedenheit und erfordert RepressionDer allgemeine Mangel wird zu einer stärkeren Bürokratisierung führen (Mietpreisgrenzen, Preisgrenzen für gebrauchte Maschinen, staatliche Zuteilung von Wohnraum / Computern / Autos nach Bedürftigkeit und Beziehungen zu der Person, die über die Verteilung entscheidet (eher so wie Kuba oder Argentinien).
Das führt zum Zulauf für extremistische Parteien, die eine Verzögerung der Zerstörung der Kraftwerkskapazitäten anstreben. Die demokratischen Parteien werden die Demokratie schützen durch Parteiverbote von Oppositionsparteien, Inhaftierung von Oppositionspoltikern, Kontensperrungen von desinformations-verbreitetenden freien Jornalisten. stärkere Kontrolle über das Internet usw. Populismus ist undemokratisch.
Ich hoffe, dass unsere Führung bei der Zerstörung des Kapitalstocks der Volkswirtschaft (Stromproduktion und Industrie) eine Pause einlegt.
Aber für den Fall, dass die Zerstörung voranschreitet und wir hier verarmen, ist es gut, internationale Wertgegenstände (Gold, Bitcoin besser als Gewerbehalle oder Haus in Wolfsburg), die der Staat nicht direkt sieht (selbstverwahrt nonKYC ist besser als fremdverwahrt KYC).
Aber nur weil ... der Standort deutschland zunehmend unattraktiv ist, ist das nicht gleichbedeutend damit, dass es den unternehmen schlecht geht oder die gewerbesteuern einbrechen.
Vielmehr geht es a.h.S. dem Solidarprinzip schlecht, weil es zunehmend mehr Wege, Anreize und Impulse gibt sich dem zu entziehen (z.b. auch durch steuerfreie Gewinne auf BTC). Aber wenn man sich bspw. den DAX anschaut dann kann da von einem crash nicht die rede sein...

Der DAX läuft
- ein großer Teiil der DAX-Gewinne kommt aus dem Ausland
- viele lokale Unternehmen sind nicht im Dax
- nach M2-Inflation ist der Dax negativ (S&P war leicht postiv und Nasdaq war klar positiv)
Ein schlechter Standort wird mittelfristig auf die Gewerbesteuer wirken. Was ein Unternehmen an Energiekosten mehr Zahlt, dass kann es nicht mehr an Steuern zahlen. Und die Gewinne werden jetzt schon fast vollständig über Steuern abgeschöpft (1. Gewinne werden besteuert, Verluste werden vorgetragen und ggf. nie verrechnet // 2. ein Teil des Gewinns ist gar kein Gewinn sondern Inflationsausgleich).