Für mich kommt es drauf an aus welchen Gründen Gold crasht.
Aber nehmen wir den einfachsten Fall: Die durch Trump und Putin und Netanjahu begonnenen Krisen versanden. Die "Krisenstimmung" geht zurück. Irgendwann ist dann niemand mehr bereit, zu Mondpreisen in Gold zu investieren.
Ich habe schon
in einem anderen Thread argumentiert, wir könnten schon recht nahe am Gold-ATH dieses Zyklus sein. Denn außer eines großflächigen Krieges wäre die Gefahr, dass die NATO wegen Grönland kollabiert oder zumindest stark geschwächt wird, wohl eines der Szenarien, von der gerade Europäer am meisten Angst haben dürften. Und diese Gefahr zumindest scheint inzwischen abgeschwächt. Auch Gaza ist eingedämmt. Bei der Ukraine gibt es minimale Hoffnung, aber wahrscheinlich wird der Konflikt weiter eingefroren. Es bleibt als Unsicherheitsfaktor Iran, was ich nicht beurteilen kann. Und Trumps Zollkapriolen bleiben unberechenbar. Die Angst vor China halte ich für extrem übertrieben.
Die Zentralbanken haben 2025 im Vergleich zu den Vorjahren wohl auch schon weniger Gold gekauft (ich habe die Originalquelle nicht mehr gefunden, aber auch laut Google lagen die Goldkäufe 2022-24 der Zentralbanken bei über 1000 Tonnen und fielen dann 2025 auf etwa 600 Tonnen, was allerdings immer noch sehr viel ist.) Es könnte aber sein, dass in USD gerechnet die Werte gleich lagen oder gar höher als zuvor.
In so einer Situation, also ohne eine den Crash auslösende "Krise", wäre ein relative günstiger Bitcoin eventuell attraktiv, um Gewinne umzuschichten.
Anders sähe es in der Tat aus, wenn der Goldcrash durch Verkäufe von Kleinanlegern und Kleinunternehmen ausgelöst würde, die eine Krise überbrücken müssen. Dann bleibt wenig Geld für Bitcoin übrig.
Ja sehe ich auch absolut so. Aber eine Sache habe ich noch nie wirklich studiert, vielleicht weiß das ja jemand. Wie viel Sicherheit bringt endlichen Zentralbanken dieses Gold überhaupt? Nutzen sie das Gold auch klar als Spekulation? Wenn ja, dann wird man sicher auch irgendwann Liquidation sehen und zwar nicht nur von einer einzigen Zentralbank. Oder was ist, wenn Staaten schwer in Schieflage kommen? Manövrieren die dann eher mit "Sondervermögen", oder liquidieren sie Gold?
Ich bin mir halt nicht sicher, ob grad die großen Player wie USA, China, Deutschland etc. Gold überhaupt jemals verkaufen, oder ob sie halten, no matter what. Die Türkei hat es ja wie zuvor erwähnt einmal vorgemacht. Aber das scheint Spekulation gewesen zu sein, wobei ich das nicht sicher sagen kann.
Also die Frage:
Kann der Abverkauf von Gold als unbedingt notwendige Haushaltssanierung bei Schieflage eintreten? Denn die Sache ist, dass China's Goldreserven bspw. nur rund 10% der gesamten Reserven ausmachen. Gesamtwert von Gold liegt ungefähr bei etwas über 300 Milliarden Dollar. Da denke ich mir dann, dass es vielleicht doch viel eher ein klares Spekulationsinstrument ist, als eine Sicherheit, die man nur im Notfall liquidiert.
Wenn es Spekulationsinstrument ist, dann glaube ich, dass @d5000 absolut Recht hat mit der Überlegung, dass es diesmal halt ein guter Lauf war für Gold, aber dass das Gold-ATH in diesem Zyklus nun wirklich langsam erreicht ist.
Eine weitere Frage wäre dann halt, ob bei so einer geringen Quote an den Gesamtreserven es überhaupt so ist, dass es China juckt, wenn der Goldpreis 30% verliert.
Bei Deutschland reden wir von ca 450 Milliarden Euro und der Wert an den Gesamtreserven bei der Bundesbank liegt bei ca. 2/3. Da sieht die Welt schon anders aus. Hier wäre es fahrlässig, ein ATH vollkommen verstreichen zu lassen.
Habe die Infos jetzt mal grob von Google gezogen und nur kurz quergecheckt. Soll aber weitgehend passen. (da wird einem mal schnell klar, wie hoch das Gold-Exposure ist für unsere Bundesbank... War mir gar nicht so klar).