Dass Gold so klar im Vorteil war über die letzten 3 Monate.
Ich glaube da eher an eine Bitcoin-interne Dynamik. Der Pump von November/Dezember bei Bitcoin war eben ziemlich stark (über +50% wenn man ihn von den Tiefs kurz vor der Wahl aus berechnet) und das lockt natürlich Gewinnmitnahmen an. Man müsste halt bei Gold und BTC beide etwas herauszoomen. Im 6-Monatsvergleich gibt sich ein anderes Bild: Gold +22% (2700 auf 3300) und Bitcoin +30% (65000 auf 85000).
Trumps Einfluss sah man eher auf Mikroebene nach dem ersten Absturz auf 85000, der natürlich diesen Gewinmmitnahmen geschuldet war. Da hat meiner Meinung dann durchaus die Dynamik zunächst der "strategic reserve" und dann der Zollpolitik eine Rolle bei den Schwankungen von immerhin um 15% (also zwischen ~74 und ~88k) gespielt.
Man sieht halt, Bitcoin hat sich noch nicht komplett als Goldersatz etabliert. Ich vermute, dass dafür wie gesagt die Volatilität noch etwas sinken muss, besonders einer der nächsten Bärenmärkte müsste milder ausfallen, eben "nur" so wie ein typischer Gold-Bärenmarkt, z.B. der zwischen 2012 und 2016 (ca -40%).
Ja klar, man hat ja auch ganz andere "Gewinn-Mitnahme-Dynamiken" in hoch volatilen Assets, weil sich die Opportunitätsfenster viel öfter ergeben. Nun sind in Gold noch größere Spieler, wobei sich das langsam angleichen dürfte, aber die großen Gewinnmitnahmen drohen in Gold nicht so sehr wie in Bitcoin. Es wurde ja die psychologische Schwelle von 100,000 USD bei Bitcoin angesprochen und das war sie für kurze Zeit auch, wurde dann doch durchbrochen und dann hat doch wieder diese Idee der Gewinnmitnahme offensichtlich viele gelockt. Es hat auch noch damit zu tun, dass in Gold vermutlich mehr Akteure sind, die grundsätzliche Ausrichtungen manifestieren wollen, also bspw. "Stabilität". Da kaufen weniger Akteure mit dem Ziel, bei 20% abzustoßen, so jedenfalls meine Vermutung. Bitcoin steht für diese stabile Ausrichtung bisher noch nicht, wenngleich Potenzial für Preisanstieg ja nicht schlechter ist, aber es könnte eben durchaus in beide Richtungen gehen.
Ich könnte mir aber vorstellen, dass auch Gold demnächst in diese Gewinn-Mitnahme-Zone kommt (vielleicht auch grad schon antastet), wo es dann doch schwerer wird, die ganz großen Sprünge nach oben zu machen. Das wiederum sehe ich bei Bitcoin positiver, weil das immer so war, dass sich bestimmte Levels erstmal etwas normal anfühlen mussten, sich etablieren mussten, und dann war es der neue Standard.
Zum Thema Heraus-/Hereinzoomen: Ja, das steht natürlich außer Frage, ich habe mich da jetzt wirklich nur auf die letzten 3 Monate bezogen und fand die Gegenläufigkeit schon recht signifikant auffällig. Ansonsten ist bei nahezu jedem anderen Zoom klar, dass Bitcoin da kaum schlechter performt bzw. um ein unzählig Vielfaches stärker performt. Ich meine, jeder hier wird wissen, dass Gold in den letzten 20 Jahren 6.5x gemacht hat. Deshalb ist das Thema Zoomen schon fast selbstredend
Man sieht halt, Bitcoin hat sich noch nicht komplett als Goldersatz etabliert. Ich vermute, dass dafür wie gesagt die Volatilität noch etwas sinken muss, besonders einer der nächsten Bärenmärkte müsste milder ausfallen, eben "nur" so wie ein typischer Gold-Bärenmarkt, z.B. der zwischen 2012 und 2016 (ca -40%).
Ja genau, und das hat verschiedenste Aspekte, die da reinspielen. Liquidität dürfte es nicht mehr so sehr sein, eher Psychologie und vielleicht auch fehlende inländische Gesetzeslage in jedenfalls manchen Ländern, wo das was zählt. Denn MicroStrategy, jetzt Strategy, macht durchaus vor, dass man für ein paar Milliarden simpel einkaufen kann ohne den Markt völlig aufzuwirbeln. Da sind die Goldkäufe der ambitioniertesten Staaten 2024 fast ein Witz gegen bei einem noch deutlich größeren Markt. Strategy hat immerhin 255,000 Bitcoin in 2024 gekauft. Dagegen sind diese Veränderungen auf staatlicher Ebene fast noch moderat.

Ich bin aber vollkommen überzeugt, dass Bitcoin sich weiter und weiter in die strategischen Ausrichtungen großer Organisationen und Staaten einfügen wird.