Ich würde die Preisschwäche als einen Mix von verschiedenen Fakten/Sentiments/Ängsten einordnen.
Am relevantesten finde ich nach wie vor die Ängste rund um MicroStrategy. Es ist imo kein Zufall, dass der große Dump von 80k auf 60k direkt während/nach dem Verkauf stattfand. Der Kauf von Bitcoins danach hat die Märkte auch nicht überzeugt. Warum auch, wenn er damit Cashreserven verpulvert, die er vielleicht braucht?
Es ist kein fundamentales Problem für Bitcoin, weil wenn der Wal verkauft hat dann isser weg

aber solche riesigen Wale werden immer wieder zu Ängsten und Panik führen. Ich habe mir überlegt, ob es möglich wäre, dass MSTR auf ein Modell umstellt, bei denen den Gläubigern Bitcoins ausgezahlt werden statt Cash. Dann wäre der Verkaufsdruck nicht so hoch, wenn eine Schieflage eintritt, denn die "Believers" unter den Gläubigern würden dann zu einem Teil die Bitcoin hodlen. Bin aber da nicht so drin in dem Thema. Wenn jemand mehr weiß ob sowas möglich / realistisch ist oder Saylor sowas sogar schon mal ins Spiel gebracht hat, diskutiere ich das gerne (am besten in einem Saylor-Thread) aus ...
Die weltpolitische Lage sehe ich eher als einen Dämpfer, der immer mal wieder ein paar Prozente ausmacht, aber auch nicht für den Auslöser von 80k auf 60k (bzw. leicht unter 60k).
Dann kommen natürlich die großen Börsengänge dazu. Ob der Effekt des Geldes das in SpaceX und Co. fließt wirklich entscheidend ist, oder eher die Angst davor, dass dann weniger Geld in Bitcoin fließt? Und schließlich die ebenfalls Bitcoin-spezifische Angst vor der Kapitulation im 4-Jahres-Zyklus. Vielleicht dazu noch das "Sell in May" Paradigma und die angebliche (Spät-)Sommerschwäche von BTC.
Alle diese Ängste gehen natürlich auf das spekulative Investmentmodell zurück, das die meisten Investoren bei Bitcoin anwenden, und erst wenn wir das überwinden (also dass es zumindest nicht mehr dominant ist) werden diese Dumps aufhören (oder sich merklich abschwächen).
Dennoch auch 48-50k wären immer noch wesentlich besser als das Tief im letzten Zyklus. Erst bei ca. 30k wäre der Dump mit 2022 (-77%) vergleichbar.

Mein lieber d5000, da haste jetzt aber alles ausgepackt, was ansatzweise denkbar ist
Aber ja, das stimmt schon alles was Du sagst. Bitcoin ist interessanterweise dann doch extrem stimmungsgetrieben, was kürzere Zeiträume angeht. Da steht dann nicht mehr im Vordergrund, ob man Censorship-Resistance und so hat, sondern die Leute versuchen zu antizipieren, was außerhalb der Kerneigenschaften eben Einfluss haben könnte auf den Preis.
Ich habe mir überlegt, ob es möglich wäre, dass MSTR auf ein Modell umstellt, bei denen den Gläubigern Bitcoins ausgezahlt werden statt Cash.
Das kann Strategy doch auf gar keinen Fall einseitig entscheiden, oder? Ich habe jetzt noch nie einen Vertrag vor die Augen bekommen. Wäre theoretisch möglich, dass solch eine Klausel existiert, aber würde mich schon überraschen, wenn Investoren sich darauf eingelassen hätten. Wobei das vielleicht auch irrelevant wäre, denn wenn Bitcoin richtig hart dumped, dann wissen die Investoren auch, dass es so oder so hinfällig ist, ob sie Cash oder Bitcoin akzeptieren, weil Strategy dann pleite wäre.
Wenn man die Zahl liest, die Strategy an Bitcoin hält (über 800k), dann kann man schon von nem systemischen Risiko sprechen, was die Leute eben einspeisen. Diese Problematik gilt ja eigentlich auch für Satoshi's Bitcoin, aber da sich da wirklich nie was gerührt hat, "vergisst" der Markt das. Anders eben als bei Strategy. Wenn die so richtig unter Druck geraten, tja, dann könnten wohl auch mal 100k oder mehr auf den Markt kommen. Nur das wäre dann ja eine regelrechte finanzielle Todesspirale, wenn Strategy zum Verkaufen gezwungen wäre.
Ich glaube, dass ganz generell auch solche kleinen Verkäufe wie 32 BTC trotzdem einen Effekt haben, weil es dieser Hoffnung und diesem Narrativ entgegensteht, dass Strategy niemals verkauft. Viele lesen dann vielleicht nur die Headline (sehr wahrscheinlich sogar) und fragen sich nicht, ob das ganz einfach finanziell planerisch zu begründen ist. Märkte sind da vermutlich sehr oberflächlich. Der Markt würde wahrscheinlich sogar wahrnehmen, wenn Saylor privat einen einzigen Bitcoin verkauft. Ergibt halt rational keinen Sinn, aber Märkte sind auch nicht wirklich rational in der kurzen Frist.