Die Zyklustheorie hat imo einen wahren Hintergrund, weil das allererste Halving 2012 tatsächlich einen drastischen Nachfrageschub ausgelöst haben dürfte. Vor 2012 konnten viele ja noch Bitcoins einfach zuhause minen, lange sogar noch per CPU und dann ab 2011 oder so per GPU. Als sich der Reward dann halbiert hat und zusätzlich noch der Preis und damit die Hashrate anstieg, mussten plötzlich viele dann doch kaufen, und das ganze hat sich selbst verstärkt.
Dieser Effekt wird aber bei jedem Halving schwächer, weil die Miner immer weniger als Verkäufer relevant sind und Heim-Mining sowieso allenfalls noch was für Spezialisten mit ausgeklügelter Solar-Installation usw. ist. Schon ab 2016 sehe ich daher eher die "selbsterfüllende Prophezeihung" sowie verschiedene Zufälle als Hauptgrund für den Aufschwung ca. 1 Jahr nach dem Halving. Dass MtGox genau Anfang 2015 pleiteging (also direkt vor dem Halving) war wohl der Hauptauslöser für den 2016er Bullrun, und dann kam noch Ethereum dazu. 2017/18 platzte die erste ICO-Blase nach einer krassen FOMO-Übertreibung. Das waren aber auch wirklich die Jahre, in denen Krypto "Mainstream ging". Das Halving 2016 hat damit wohl nichts zu tun, außer dass es das Sentiment positiv beeinflusst hat.
Siehe auch
diesen Faden hier.
Dass die Zyklustheorie weiterhin so gut funktionieren scheint und einige wohl fast emotional davon abhängig zu sein scheinen, könnte seinen Grund dahin haben, dass sie
in Bärenmärkten "Hopium" bietet, dass sich alles doch noch zum Positiven wendet. Denn der Zyklus sagt es ja so!
Womit sich für mich die Frage stellt: wenn die Zyklustheorie irgendwann nicht mehr funktioniert, könnte es dann in Bärenmärkten weniger Support von Käufern geben, die an den Zyklus glauben? Oder ist es umgekehrt: Bullenmärkte dauern länger, weil man nicht mehr versucht das Zyklus-Top "mitzunehmen"? Vielleicht beides? Wird dadurch Bitcoin mehr oder weniger volatil?
IMO könnte es stark davon abhängen, ob der Zyklus im Bärenmarkt oder im Bullenmarkt bricht. Wenn der nächste Bulle also länger dauert als der Zyklus vorhersagt, wäre das insgesamt für das Sentiment bullischer als wenn Bitcoin bis 2029 ein neues ATH verfehlt und damit dem Muster von Ethereum folgt.
Aber "echte Adoption" würde sowieso alles wieder auf den Kopf stellen, das hat viel mehr Potential als solche spekulative Theorien
