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Author Topic: Der Aktuelle Kursverlauf  (Read 5952137 times)
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July 25, 2026, 03:22:14 PM


Hallo jahead,

ich habe grad schon bei einem anderen Thema geschrieben, dass ich mich nie richtig mit dem Halving beschäftigt habe, aber es scheint mir so als wäre das durchaus sinnvoll gewesen. Grin

Vielen Dank für deine van Goch-artige Darstellung des Halvings und die Auswirkungen Smiley Ich werde mir das alles mal ausführlicher zu Gemüte führen, aber ich würde sagen, dass es sich schon lohnt ein Auge auf diese Zeitpunkte zu behalten. Was ich aber nicht ganz verstehe, ist, wenn das jeder weiß und so ablesen kann, verzerrt das dann nicht auch irgendwann diesen Effekt? In deiner Grafik ist das alles so punktgenau, das ist verrückt.

VG,
Chris

Ich habe mich auch am Anfang meiner Kryptoreise gefragt wie das sein kann aber es ist scheinbar so und es gibt verschiedene Theorien wieso. Wahrscheinlich ist es eine Mischung von vielen Theorien (bspw. Halving selbst hat einen Effekt, aber auch psychologisch erwarten alle einen Anstieg und kaufen entsprechend ein). Ich bin aber gespannt ob es weiterhin so bleibt, denn mittlerweile wissen deutlich mehr Menschen darüber Bescheid als wie vor Jahren.

Hallo Unknown01,

einerseits denke ich schon, dass man solche Entwicklungen, die sich auch wiederholen, im Hinterkopf haben sollte, aber andererseits ist es auch eine Regel, dass es nicht besonders schlau wäre, wenn man sich darauf völlig verlässt. Aber die vergangenen Jahre in der grafischen Übersicht haben gezeigt, dass es zumindest bis jetzt immer so war. So schnell schleicht sich so ein Muster dann vielleicht doch nicht aus? Ich weiß es auch nicht. Mich interessiert aber wie das jetzt beim nächsten Halving abläuft. Die Kryptoreise war schon spannend. Cheesy Wie oft ich mich erklären musste, weil ich das jetzt als Ziel für jegliche Investments erklärt habe. Cheesy Aber ich glaube, dass es vielen von euch bestimmt ähnlich ging.

Das ist genau meine Gedanke, dass jetzt so viele das wissen. Irgendwann muss doch so ein Muster sich auflösen, weil jeder dann versucht anders zu profitieren.

VG,
Chris
d5000
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July 25, 2026, 04:52:32 PM
Merited by MaxMueller (1), jahead (1)

Die Zyklustheorie hat imo einen wahren Hintergrund, weil das allererste Halving 2012 tatsächlich einen drastischen Nachfrageschub ausgelöst haben dürfte. Vor 2012 konnten viele ja noch Bitcoins einfach zuhause minen, lange sogar noch per CPU und dann ab 2011 oder so per GPU. Als sich der Reward dann halbiert hat und zusätzlich noch der Preis und damit die Hashrate anstieg, mussten plötzlich viele dann doch kaufen, und das ganze hat sich selbst verstärkt.

Dieser Effekt wird aber bei jedem Halving schwächer, weil die Miner immer weniger als Verkäufer relevant sind und Heim-Mining sowieso allenfalls noch was für Spezialisten mit ausgeklügelter Solar-Installation usw. ist. Schon ab 2016 sehe ich daher eher die "selbsterfüllende Prophezeihung" sowie verschiedene Zufälle als Hauptgrund für den Aufschwung ca. 1 Jahr nach dem Halving. Dass MtGox genau Anfang 2015 pleiteging (also direkt vor dem Halving) war wohl der Hauptauslöser für den 2016er Bullrun, und dann kam noch Ethereum dazu. 2017/18 platzte die erste ICO-Blase nach einer krassen FOMO-Übertreibung. Das waren aber auch wirklich die Jahre, in denen Krypto "Mainstream ging". Das Halving 2016 hat damit wohl nichts zu tun, außer dass es das Sentiment positiv beeinflusst hat.

Siehe auch diesen Faden hier.

Dass die Zyklustheorie weiterhin so gut funktionieren scheint und einige wohl fast emotional davon abhängig zu sein scheinen, könnte seinen Grund dahin haben, dass sie in Bärenmärkten "Hopium" bietet, dass sich alles doch noch zum Positiven wendet. Denn der Zyklus sagt es ja so!

Womit sich für mich die Frage stellt: wenn die Zyklustheorie irgendwann nicht mehr funktioniert, könnte es dann in Bärenmärkten weniger Support von Käufern geben, die an den Zyklus glauben? Oder ist es umgekehrt: Bullenmärkte dauern länger, weil man nicht mehr versucht das Zyklus-Top "mitzunehmen"? Vielleicht beides? Wird dadurch Bitcoin mehr oder weniger volatil?

IMO könnte es stark davon abhängen, ob der Zyklus im Bärenmarkt oder im Bullenmarkt bricht. Wenn der nächste Bulle also länger dauert als der Zyklus vorhersagt, wäre das insgesamt für das Sentiment bullischer als wenn Bitcoin bis 2029 ein neues ATH verfehlt und damit dem Muster von Ethereum folgt.

Aber "echte Adoption" würde sowieso alles wieder auf den Kopf stellen, das hat viel mehr Potential als solche spekulative Theorien Smiley


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jahead
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July 26, 2026, 07:29:47 PM
Merited by d5000 (1)

[...]
Was ich aber nicht ganz verstehe, ist, wenn das jeder weiß und so ablesen kann, verzerrt das dann nicht auch irgendwann diesen Effekt? In deiner Grafik ist das alles so punktgenau, das ist verrückt.

Naja, einerseits ist es nicht zu unterschätzen, dass immer wieder neue Marktteilnehmer die Bühne betreten und nichts über den 4-Jahres-Zyklus wissen oder Kenntnis davon haben und diese Phasen noch nicht durchlebt haben und dann impulsiv reagieren. Schau Dir doch diese ganzen Shitcoins an, -98% ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel und ich glaube auch ganz sicher, dass durch das entsprechnende Positionieren und "Zuvorkommen" der Kryptomarktteilnehmer, diese Marktphasen geglättet werden und der Effekt abnimmt, dh. Bärenmärkte sind kürzer und weniger % und vice versa. Dazu kann ich mir auch sehr gut vorstellen, dass sich diese Marktphasen sich langsam aber sicher verschieben und neue Zyklen/Rhythmen entstehen. Der Markt ist wie ein Pendel oder Gummiband, jede Bewegung hat eine Gegenbewegung und desto doller oder schwächer diese Bewegung ist, wird auch das %-Echo sein.
mv1986
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~

Womit sich für mich die Frage stellt: wenn die Zyklustheorie irgendwann nicht mehr funktioniert, könnte es dann in Bärenmärkten weniger Support von Käufern geben, die an den Zyklus glauben? Oder ist es umgekehrt: Bullenmärkte dauern länger, weil man nicht mehr versucht das Zyklus-Top "mitzunehmen"? Vielleicht beides? Wird dadurch Bitcoin mehr oder weniger volatil?

IMO könnte es stark davon abhängen, ob der Zyklus im Bärenmarkt oder im Bullenmarkt bricht. Wenn der nächste Bulle also länger dauert als der Zyklus vorhersagt, wäre das insgesamt für das Sentiment bullischer als wenn Bitcoin bis 2029 ein neues ATH verfehlt und damit dem Muster von Ethereum folgt.

Aber "echte Adoption" würde sowieso alles wieder auf den Kopf stellen, das hat viel mehr Potential als solche spekulative Theorien Smiley


Quote
Vielleicht beides? Wird dadurch Bitcoin mehr oder weniger volatil?

Also ganz theoretisch weniger volatil, wenn wir das jetzt mal etwas isoliert betrachten. Man kann nie wissen, was für Effekte irgendwann nochmal hinzukommen, von denen wir jetzt noch nichts wissen, aber wenn der Glaube an ganz bestimmte Zeitpunkte für Spitzeneffekte abnimmt, dann dürfte sich die Volatilität damit insgesamt eher glätten. Nur das klingt schon wieder fast zu rational, um dann auch wirklich wahr zu sein. Allerdings hat die Zyklus-Theorie ja auch eine gewisse, schwer zu glaubende Rationalität. Man hat diese relativ exakten Zeitpunkte vor Augen und dann ist es auch noch wirklich so, dass alle ATH und alle ATL sich wiederholen, als wäre das irgendwo fest programmiert. Scheint mir so dermaßen gewöhnlich, dass es schon wieder ungewöhnlich ist Cheesy

Aber wie gesagt, wenn sich dieses Stichtagsmomentum etwas auflöst, dann kann ja nur die logische Konsequenz sein, dass man weniger Kauf- und weniger Verkauf-Volumen zu den jeweiligen Zeitpunkten hat, weil sich das Volumen eher gleichmäßiger über das Jahr reallokiert. Ich glaube allerdings, dass sich diese Zeitpunkte nicht vollends ausschleichen werden in den nächsten Jahren, weil am Ende des Tages dann doch wieder die Psychologie am Start ist und sich Investoren jedenfalls in Teilen auch ein paar % nicht entgehen lassen wollen, wenn sie denn der Herde folgen. Aber ich glaube, dass das auch erklärt, warum es weniger volatil sein dürfte. Mal angenommen das Kauf- und Verkaufvolumen ist (einfach jetzt als Beispiel) 100 Milliarden insgesamt um die historischen ATL und ATH Zeitpunkte und insgesamt 80 Milliarden entfallen auf die Zeiträume ziemlich exakt um diese Extrema, und das breitet sich jetzt aus übers Jahr nach und nach und es entfallen irgendwann nur noch 50 Milliarden, dann irgendwann 30 Milliarden auf diese Zeiträume, dann wäre das immer noch ein signifikanter Anteil am Gesamtvolumen, aber eben deutlich weniger als noch zu den extremen Zeiten, wenn vor allem der Blockreward auch noch höher war.


d5000
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wenn der Glaube an ganz bestimmte Zeitpunkte für Spitzeneffekte abnimmt, dann dürfte sich die Volatilität damit insgesamt eher glätten.
Insgesamt würde ich dir zustimmen, ich habe aber da zwei Gegen-Szenarien im Auge:

- Zyklus "bricht" im Bärenmarkt nach unten raus: Es kommt >2 Monate nach der vorhergesagten Trendumkehr (z.B. Ende 2026, Ende 2030 ...) zu einem neuen Low. Das kann ja aus verschiedensten Gründen passieren, z.B. während einer generellen Rezession oder Wirtschaftskrise, oder weil Binance oder Tether pleite gehen. Die Investoren, die vorher Dips gefischt haben oder DCA gemacht haben, bekommen Angst und gehen raus oder stellen ihre DCAs ein. Der Kaufdruck sinkt weiter, es gibt weitere Lows. -> Volatilität steigt

- Zyklus "bricht" im Bullenmarkt nach oben raus: Genau umgekehrt: Es kommt >2 Monate nach dem prognostizierten Crash zu einem weiteren Anstieg. Auch hier sind externe Gründe wie steigende Aktienkurse oder Bitcoin-interne Gründe wie eine angekündigte strategische Reserve oder die Aufhebung des China-Banns denkbar, die dann die vorher zu diesen Zeitpunkten Gewinnmitnahmen ausbremsen. Eine solche Konstellation könnte zu extremem FOMO führen, weil ja die, die zum Kaufen erst mal auf "den Dip warten", keinen Dip bekommen haben, und überall Supercycle-Narrative aufkommen. -> auch hier: Volatilität steigt

Jetzt könnte der Zyklusbruch aber auch anders aussehen: Wenn er z.B. im Bärenmarkt deutlich früher umkehrt als prognostiziert, könnte das in der Tat auf die Volatilität erst einmal weiter dämpfend wirken. Das wäre das Szenario, dass der Bereich um 60k 2026 nicht mehr unterschritten wird. Nehmen wir an wir sehen vor dem "Zyklusende" im November sogar ein höheres Hoch als die ~82k vor ein paar Wochen. IMO würde das zumindest dazu führen, dass sich der Kurs wieder im oberen Bereich des Range etablieren könnte. Alleine dürfte dieser Effekt aber nicht für ganz frühe neue ATHs reichen, also die Volatilität eher sinken.

Mein Zwischenfazit wäre also: Ob die Volatilität bei einem "Zyklusbruch" gedämpft wird oder nicht, hängt auch davon ab, wo und in welche Richtung der Zyklus bricht. Ob also die "Glättungseffekte" stärker sind oder plötzliche Änderungen im Kauf- und Verkaufsverhalten aus Angst oder FOMO.

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MaxMueller
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Today at 05:16:33 PM

wenn der Glaube an ganz bestimmte Zeitpunkte für Spitzeneffekte abnimmt, dann dürfte sich die Volatilität damit insgesamt eher glätten.

Man könnte das auch genau andersrum formulieren: Wenn die Volatilität insgesamt abnimmt dürfte sich auch der Effekt durch den Glauben an optimale Zeitpunkte glätten.

Falls wir z.B. innerhalb der üblichen 3 Jahre kein neues ATH erreichen oder das nur knapp über dem alten liegt (z.B. <150k) dann dürfte der Markt widersprüchliche Erwartungen haben. Einerseits die Erwartung mind. ein 1,5-2x vom alten ATH zu sehen, andererseits das Timing nach Zyklus. Wenn sich der Kursverlauf dann indifferent dahinzieht könnte das den klassischen Zyklus auch brechen. BTC würde sich dann bei weniger Volatilität wohl dem langfristigen Wachstumstrend annähern.

Fände ich persönlich auch wahrscheinlicher als ein extremer Ausbruch nach oben oder unten, wobei ich gegen einen Superzyklus auch nichts einzuwenden hätte. Wenn KI-Agenten untereinander Handeln und mit BTC bezahlen oder BTC besicherte Kredite Salonfähig werden und das Saylor-Modell auch bei Kleinanlegern Schule macht könnte ich mir so einen Schub durchaus nochmal vorstellen (da ist wohl aber der Wunsch der Vater des Gedankens).  
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