Spannend finde ich bei der aktuellen Diskussion, dass von vielen der 4-Jahres-Zyklus als Knochen lesen abgetan wird/wurde, als gebrochen und/oder nicht mehr existent, aber an monatlichen historisch wiederkehrenden Mustern und an gezielten Strukturen aus einzelnen Jahren wird dann aber noch festgehalten...

Es gibt so ein paar psychologische Effekte, an die man sich imo durchaus orientieren kann. Man muss allerdings die Effekte ein bisschen "weiterdenken".
Ein Beispiel: Das Sommerloch ("sell in may") wird ja gern prognostiziert, weil da historisch gesehen die Aktienmärkte und auch Bitcoin eher etwas schwächeln. Wenn es aber ausbleibt, wie dieses Jahr oder 2017, kann das eine Erleichterungs-Rally auslösen. Und dann passt es wieder hervorragend mit Uptober und Co. zusammen

Wenn ich auf die Monatstabelle blicke, sieht es auch so aus, als hätte sich der Uptober-Effekt in den September verschoben. Der September ist seit 2024 verlässlicher grün als der Oktober. Das kann natürlich wieder so ein "weitergesponnener psychologischer Effekt" sein: Der Uptober wird erwartet, und wenn der September stabil ist, kauft man schon mal vorsorglich vor ...
Speziell im Jahr 2026 kann ich mir auch gut vorstellen, dass gerade mal wieder ein Supercycle-Narrativ Boden gewinnt, weil der Bärenmarkt bisher schwächer als von vielen erwartet war. Und das trotz Doomsday-Szenarien (Saylor, Quantencomputer, Coldcard aka "Self-custody is dead" ...).
Guten Morgen,
diese Muster habe ich eigentlich immer ignoriert. Oder vielleicht nicht ignoriert, aber auch nie richtig studiert.

Was mich daran immer irritiert, ist diese Annahme, dass sie wirklich verlässlich wiederkehren. Wenn das so wäre, dann würde der Markt doch gar nicht richtig funtionieren oder auf mindestens einem Auge blind sein? Erklärt mich jetzt nicht für verrückt, aber ich muss ein Beispiel aus dem echten Leben bringen.
Meine Großmutter ist immer für das Kochen an Weihnachten zuständig und es gibt Entenbrust. Kene Sorge, das wird noch Sinn ergeben.

Früher hat sie die immer im Dezember geholt, weil preislich auch alles gut erschwinglich war. Über die Jahre hat sie dann erzählt, dass sie die schon im November kauft, dann irgendwann hat sie sie im Oktober gekauft und jetzt zuletzt erst hat sie die schon im September besorgt, weil sie meinte, dass die Preise dann stetig nach oben gehen, weil andere entsprechend gleich entscheiden.
Diese Muster haben sozusagen bestand, aber sie verschieben sich, weil doch die Teilnehmer Erwartungen bilden und sich dann daraus vorgezogene Kaufentscheidungen ergeben. Das heißt nicht, dass insgesamt mehr Rendite erzielt wird, weil der Preis von Bitcoin steht auf einem anderen Blatt Papier. Aber die zu erzielende Rendite nach dem Muster verteilt sich dann immer mehr auf einen größeren Zeitraum und eigentlich muss das soweit gehen, dass die Rendite so flach wird, dass dann Opportunitätskosten ins Spiel kommen, die die Rendite, bspw. durch längere Kapitalbidung aufgrund vorgezogener Kaufentscheidung, weiter diskontieren.
Wie kann sich denn in Bitcoin ein solches Muster festsetzen? Ich verstehe das nicht. Bei den Entenbrüstchen stelle ich mir vor, dass es vielleicht nicht günstiger ist sie noch früher zu kaufen als September, weil sie dann vielleicht ungenießbarer werden durch das lange Einfrieren oder weil auch die Angebotsmenge im Sommer kleiner ist und der Preis deswegen dann doch wieder höher ist.
Wie kann sich ernsthaft ein Muster über längere Zeit festsetzen, sozusagen der "Uptober", der dann vielleicht noch zum "Uptember" wird und sich das dann verlässlich wiederholen? Das bedeutet doch, dass der Markt eben nicht richtig funktioniert oder was verstehe ich da falsch?
Ich sage nicht, dass Muster oder Zyklen tot sein müssen, aber mit der Zeit "arbitrageiren" die sich doch selbst? Es müsste auch bei abnehmenden Zykluseffekten oder abnehmenden Mustern die Unsicherheit steigen, dass man sich überhaupt noch darauf verlassen kann und diese Unsicherheit müsste dann jeder Überrendite, die allein auf Muster oder Zyklen zurückzuführen war, den Rest geben.
Ich weiß, dass Märkte nicht vollkommen perfekt sind, soweit bin ich auch schon.

Dass diese Antizipationskette dann nicht ewig weiterlaufen kann, das denke ich mir auch. Es wird nicht aus Uptober der Uptember der Upaugust der Upjuli, weil auch noch andere Effekte ins Spiel kommen und wie eben erwähnt sich die zu erzielende Rendite auch über die Monate verwässert, aber dass das heute noch so sein soll, dass sich das alles so recht exakt prognosotizieren lässt, das ist total an mir vorbeigerauscht.
Mich würde interessieren, wer von euch hier jetzt an diesen Mustern oder Zyklen seine Kaufentscheidungen ausrichtet? Wie ich schon zu MaxMueller sagte, ich bin auch grad dabei mir einen kleinen Plan zu schmieden, aber dieses Thema wirft für mich mehr Fragen als Antworten auf.
Danke euch und schönes Bergfest.

Chris